Pinneberg
Turnier der Erstklässler

Hier grüßt die Zukunft des Fußballs

110 Kinder aus sechs Schulen, darunter mehr als 25 Mädchen, tummeln sich auf dem Jacob-Thode-Sportplatz.

Halstenbek

Endlich geht es los. Der kleine Max steht aufgeregt am Anstoßpunkt, will endlich gegen den Ball treten. Doch Johanna, das Mädchen mit dem Pferdeschwanz, hält ihn zurück. "Warte", stupst sie ihn an. Dann der allererste Pfiff an diesem Morgen auf dem Jacob-Thode-Platz. Das Fußballturnier für die Erstklässler ist eröffnet. Zum 20. Mal bereits hat die Jugendabteilung der SV Halstenbek-Rellingen dazu eingeladen. "Aus sechs Schulen haben sich insgesamt 110 Kinder für dieses Turnier angemeldet", fasst Diether Killian in Zahlen zusammen, was sich da mit unbekümmerter Begeisterung auf den zwei Spielfeldern tummelt. Der bald 65-Jährige ist Leiter der HR-Fußball-Jugend und Lehrer am Gymnasium in Schenefeld.

Als die insgesamt zwölf Mannschaften der Siebenjährigen Aufstellung nahmen, war auf blauen Schildern jeweils zu lesen: "Thesdorf 1 a - Thesdorf 1 b, Brüder Grimm 1 a, Brüder Grimm 1 b, Bickbargen."

Halstenbek Süd gegen Halstenbek Nord, und zwar die Klassen 1 a, das war das Eröffnungsspiel auf Platz B. Der aufgeregte Max, im grünen T-Shirt der Schule Nord, hatte beim Pfiff energisch gegen den Ball getreten. Aber sofort war ein Junge im weißen Trikot der Schule Süd dazwischen, schnappte sich den Ball, umdribbelte zwei in Grün. Und als er allein auf den Torwart zu rannte, rief am Spielfeldrand aufgeregt der Vater: "Schieß', Yannik! Schieß!"

Yannik schoss, knapp daneben. Aber der Papa konnte wenig später doch für die Weißen jubeln. Gabriel, ein flinker Bursche mit einem kraftvollen Schuss, brachte die Erstklässler der Schule Süd mit 1:0 und dann auch mit 2:0 in Führung. Der kleine Torjäger der Schule Süd gehört zu den Siebenjährigen, die längst in einem Verein, nämlich beim SC Egenbüttel, spielen. Für die Mannschaft in Grün sollte inzwischen Lucia eingewechselt werden. Aber sie schüttelte nur den Kopf und zog sich zurück. "Willst Du denn nicht Fußball spielen", fragte der Betreuer etwas ratlos. "Doch", sagte Lucia, "aber nur, wenn meine Freundin auch eingewechselt wird."

Den ersten Sieg des Schulturniers trug Halstenbek Süd mit 4:1 davon. Der Vater von Yannik aber hatte am Rande noch eine ganz andere Rechnung offen. Als Cheforganisator Diether Killian an ihm vorbei lief, stellte er ihn lachend. "Erinnern Sie sich noch, vor 20 Jahren auf dem Gymnasium? Da haben Sie mir in Mathe eine Fünf gegeben."

Den Fußballtag für die Erstklässler hatte der Gymnasialschullehrer vor zwei Jahrzehnten sozusagen als Werbeveranstaltung für die Jugendsparte von HR ins Leben gerufen. Inzwischen aber kommt HR immer häufiger zu spät. Mit vier oder fünf Jahren starten heute schon die Karrieren der kleinen Balltreter. Zum zweiten Mal organisierte Günter Baars deshalb auch noch ein Kindergarten-Turnier. An dem nahmen fünf Mannschaften mit 45 Mädchen und Jungen teil.

Was die Werbung für die HR-Fußballsparte betrifft, war Jörg Lüders der strahlendste Mann auf dem Platz. "Früher war ich schon zufrieden, wenn zwei- oder drei Mädchen sich trauten, mit den Jungen Fußball zu spielen", so der Leiter der HR-Fußball-Mädchen. "Inzwischen ist hier jedes fünfte Kind ein Mädchen. Im Verein gibt es ein Riesenpotenzial an weiblichen Spielerinnen. Fünf Mädchen-Teams bestreiten schon Punktspiele."

Das Turnier der Erstklässler gewann die 1 b der Erich-Kästner-Schule Krupunder vor Thesdorf 1 a und der 1 b der Brüder-Grimm-Schule aus Rellingen.