Pinneberg
Fußball

Ein Hoffnungsschimmer, aber ein schwacher

Foto: Michael Stemmer

Nach dem 3:1 in Lohbrügge muss die SV Halstenbek-Rellingen zur Rettung auch die letzten beiden Spiele gewinnen

Halstenbek. Co-Trainer Andreas Hermeling hatte es nach dem 1:3 gegen den SV Lurup wunderbar bildhaft formuliert: "Wir bewegen uns auf dünnem Eis und sind schon mit einem Bein eingebrochen." Zu Eiseskälte aber sind die Fußballer der SV Halstenbek-Rellingen im Oberliga-Abstiegskampf noch nicht erstarrt. "Hurra, weiterhin leben wir", lautete das Schlagwort, als die Mannschaft im Anschluss an das 3:1 (2:0) auswärts über den Vorletzten VfL Lohbrügge zur Hafenrundfahrt auf der Barkasse "St. Pauli" aufbrach. Schiffsführer Fabian Rußbüldt, patentierter Kapitän zur See, lenkte seine Teamgefährten sicher über den Elbstrom.

Im Falle einer Niederlage in Lohbrügge wäre der HR-Kahn abgesoffen gewesen. Sascha Richert aus 16 Metern (25.), Ali Arslan nach Richerts Flanke (31.) und Jurij Braun per Selbsttor nach Schuss von Benjamin Eta (46.) verbreiteten wieder vage Hoffnung auf den Klassenerhalt an Bord. Was ihre Torausbeute betrifft, dürften die fünffach in der Startelf umgestellten Halstenbeker allerdings nicht mit sich zufrieden gewesen sein. Hoffentlich spielt es nicht noch eine Rolle, dass der eingewechselte Antonio Ude in der 85. Minute mit einem Foulelfmeter am Torwart scheiterte. Sechs Minuten zuvor hatte André Feddern das 1:3 der ansonsten schwachen Lohbrügger erzielt. Bei Punktgleichheit mit einem der anderen Abstiegskandidaten spräche weiterhin die Tordifferenz gegen die Halstenbeker.

Wie es weitergehen soll, ist klar. Zunächst einmal gilt der Halstenbeker Konzentration dem Oddset-Pokalfinale am kommenden Freitag gegen den SC Victoria, dem sie mit einem Erfolgserlebnis im Rücken nun ein bisschen hoffnungsfroher entgegenblicken. In den restlichen zwei Punktspielen gegen den HSV Barmbek-Uhlenhorst und den USC Paloma zählen dann nur zwei Siege und sonst nichts. "Es könnte noch reichen, wenn die anderen patzen", sagt der HR-Vorsitzende Hans Jürgen Stammer, der sich die Schiffstour nicht entgegen ließ und sich pünktlich um 19 Uhr am Baumwall auf der "St. Pauli" einfand. Trainer Thomas Bliemeister und der 2. Fußball-Vorsitzende Oliver Berndt organisierten die Verpflegung, sogar Geflügel-Frikadellen für die muslimischen Mitspieler waren im Sortiment.