Nahverkehr

Kreis Pinneberg bekommt eine Direktverbindung zum Airport

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Burkhard Fuchs
Mit dem Bus aus Pinneberg direkt zum Flieger – und das Auto bleibt zu Hause stehen: Die neue Buslinie X 95 wird vom Bahnhof in Pinneberg über Rellingen und Ellerbek über Schnelsen und Niendorf-Nord den Helmut-Schmidt-Airport in Hamburg stündlich zwischen 4 Uhr und Mitternacht in 31 Minuten Fahrtzeit erreichen.

Mit dem Bus aus Pinneberg direkt zum Flieger – und das Auto bleibt zu Hause stehen: Die neue Buslinie X 95 wird vom Bahnhof in Pinneberg über Rellingen und Ellerbek über Schnelsen und Niendorf-Nord den Helmut-Schmidt-Airport in Hamburg stündlich zwischen 4 Uhr und Mitternacht in 31 Minuten Fahrtzeit erreichen.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Die Linie X 95 macht’s zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember möglich. Fahrtzeit beträgt 31 Minuten. Was sich noch ändert.

Kreis Pinneberg.  Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember wird es weitere erhebliche Verbesserungen im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) für die Menschen im Kreis Pinneberg geben. Erstmals können sie dann von Pinneberg aus direkt mit dem Bus zum Hamburger Flughafen fahren. Die neue Linie X 95, die alle 30 bis 60 Minuten am Bahnhof startet, bringt sie in einer halben Stunde zum Flieger. Erstmals wird es auch eine Busverbindung in Quickborn-Heide (Linie 593) zum so wichtigen Park-and-Ride-Platz am AKN-Bahnhof Meeschensee geben, wo die Menschen vom Bus in den Zug oder umgekehrt umsteigen können. Zudem wird zwischen Elmshorn, Uetersen und Wedel eine neue Schnellbuslinie (X 89) eingerichtet, die die Fahrtzeit um 17 Minuten verkürzt.

Nahverkehr: Kreis Pinneberg bekommt Direktverbindung zum Airport

Insgesamt investiert der Kreis Pinneberg im nächsten Jahr 1,8 Millionen Euro zusätzlich in den Busverkehr, was einer erneuten Rekordsteigerung entspricht, wie ÖPNV-Chefplaner Claudius Mozer sagt. „Das ist die bisher größte ÖPNV-Offensive seit der ÖPNV-Regionalisierung 1996. Sie übertrifft noch die Steigerungen der Vorjahre.“ So waren in den Busverkehr im Kreis dieses Jahr und 2018 jeweils zusätzlich 1,5 Millionen Euro und 2021 zusätzlich eine Million Euro investiert worden. Insgesamt sind es sogar 14,3 Millionen Euro, die sich der Kreis Pinneberg im kommenden Jahr das gesamte Linienbus-Aufkommen kosten lässt. Acht Millionen Euro davon tragen Bund und Land. 22 Millionen Busfahrten hat es im Kreis Pinneberg im Jahr 2019 gegeben.

Einmütig hat der Kreistag auf seiner jüngsten Sitzungen diesen enormen Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr zugestimmt. „Das wird zu einer spürbaren Verlagerung der Pendlerverkehre vom Auto auf die Busse und Bahnen führen“, ist der SPD-Abgeordnete Helmuth Jahnke überzeugt. Damit trage der Kreis erheblich zum Klimaschutz bei.

Ausbau der Buslinien: „Meilenstein für den Nahverkehr im Kreis“

„Busse sorgen dafür, dass Schüler zur Schule und Pendler zur Arbeit kommen“, sagte die Grünen-Abgeordnete Nadine Mai. Immer mehr jüngere Menschen wollten und könnten so bewusst auf das Autofahren verzichten. „Das ist ein Meilenstein für den Nahverkehr im Kreis“, so Mai. Die neuen Expressbuslinien seien „ein großer Gewinn für die Bevölkerung“. Die neue Flughafenverbindung könnte den Tourismus im Kreis Pinneberg ankurbeln.

Dieser Auffassung ist auch der CDU-Abgeordnete Torsten Hauwetter. „Wir setzen damit neue Maßstäbe. Zum ersten Mal ist der Kreis Pinneberg direkt an den Hamburger Flughafen angebunden. Das war bisher immer eine halbe Weltreise. Das ist ein riesiger Schritt voran für unsere Bürgerinnen und Bürger“ Mit der S 1 bis Diebsteich und der S 3 bis Hauptbahnhof konnte mit der S 21 und zweimaligem Umsteigen der Airport bisher erst nach einer Stunde Fahrtzeit erreicht werden. Ab Mitte Dezember wird es doppelt so schnell gehen. Die Verbesserungen im Einzelnen:

Nahverkehr: Was sich im Kreis Pinneberg konkret ändert

Linie 489 (Elmshorn – Uetersen – Wedel) Für Nachtschwärmer fahren die Busse der Linie 489 zwischen Elmshorn, Uetersen und Wedel von Freitag auf Sonnabend und von Sonnabend auf Sonntag zwischen Mitternacht und 6 Uhr nachts durch. Im Stundentakt können Pistengänger aus Hamburg mit der S-Bahn nach Wedel fahren und dort in einen Nachtbus umsteigen, der sie in 29 Minuten nach Uetersen und in 45 Minuten nach Elmshorn bringt. Die Busverbindungen knüpfen an das bestehende Nachtangebot am Wochenende der S-Bahnen 1 und 3 und der Regionalzüge 61 und 70 an. Zusatzkosten für den Kreis: 150.000 Euro.

Expressbuslinie X 89 (Elmshorn – Uetersen – Wedel) Montags bis sonntags fährt parallel zur Linie 489 täglich von 5 Uhr bis Mitternacht die neue Schnellbuslinie X 89. Sie erreicht die S-Bahn in Wedel von Elmshorn aus in nur 42 Minuten und damit 17 Minuten schneller als die Linie 489. Dies gelingt, indem nur 18 statt der sonst 47 Haltestellen auf dieser Strecke angefahren werden. „Wir haben die Linie gestrafft und auf die Schlenker in die Wohngebieten in Wedel und Moorrege verzichtet“, sagt ÖPNV-Chefplaner Mozer. Kosten: 800.000 Euro.

Linie X 95 (Pinneberg – Rellingen – Ellerbek - Airport) Erstmals wird der Kreis Pinneberg direkt an den Hamburger Flughafen angebunden. Die neue Buslinie X 95 wird vom Bahnhof in Pinneberg über Rellingen und Ellerbek über Schnelsen und Niendorf-Nord den Helmut-Schmidt-Airport stündlich zwischen 4 Uhr und Mitternacht in 31 Minuten erreichen. Allein in Hamburg-Niendorf sind die Fahrgäste so 19 Minuten schneller als bisher mit der Linie 195. Eine direkte Flughafenverbindung gab es bisher noch nicht. Kosten für den Kreis: 500.000 Euro. Hamburg beteiligt sich mit 60 Prozent.

Linie 593 (Quickborn-Heide – Tanneneck – Meeschensee – Henstedt-Rhen – Harkshörn) Von der Pascalkehre im Gewerbegebiet Halenberg (Comdirectbank) fährt die neue Buslinie 593 teils im Halbstundentakt durch Quickborn-Heide zum AKN-Bahnhof Meeschensee, wo vor zwei Jahren ein großer Park-and-Ride-Platz von Quickborn, Norderstedt und Henstedt-Ulzburg eingerichtet wurde. Die Fahrtzeit beträgt nur eine Viertelstunde. Damit erfüllt sich ein Traum für viele Quickborner in diesem Wohngebiet beziehungsweise für Arbeitspendler zum dortigen Gewerbegebiet. Die Quickborner Grünen hatten mit ihrem Antrag im vorigen Jahr den Anstoß dafür gegeben. Kosten: 350.000 Euro.

Nahverkehr im Kreis Pinneberg soll mit Nachbarkreisen koordiniert werden

Erstmals hat der Kreis Pinneberg jetzt auch einen Regionalverkehrsplan zum Busverkehr zusammen mit den Nachbarkreisen Segeberg, Stormarn und Herzogtum-Lauenburg, also für eine Million Bewohner, verabschiedet, der bis 2026 gilt. Gemeinsames Ziel sei es, den ÖPNV-Anteil an allen Verkehren von derzeit zehn auf 15 Prozent zu erhöhen, sagt ÖPNV-Chefplaner Mozer. „Unser Mobilitätsziel zur Energiewende ist es, bis 2032 sämtliche Busverkehre im Hamburger Umland emissionsfrei fahren zu lassen.“

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