S-Bahn Hamburg

S3 fährt bald noch häufiger nach Pinneberg

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Die S 3 fährt ab Dezember in Richtung Pinneberg deutlich öfter im Zehn-Minuten-Takt.

Die S 3 fährt ab Dezember in Richtung Pinneberg deutlich öfter im Zehn-Minuten-Takt.

Foto: Deutsche Bahn/DB

Zum Fahrplanwechsel gibt es mehr Bahnen bei der S3 – warum diese Taktverdichtung bei der S1 nicht funktioniert.

Kreis Pinneberg.  Gute Nachrichten für alle S-Bahn-Nutzer aus dem Kreis: Der Zehn-Minuten-Takt auf der S 3 nach Pinneberg wird zum Fahrplanwechsel im Dezember erheblich ausgeweitet. Das hat das Land Schleswig-Holstein der Gemeinde Halstenbek mitgeteilt. Der dortige Gemeinderat hatte bereits 2018 eine Resolution für eine Taktverdichtung beschlossen – auf Antrag der SPD-Fraktion.

S-Bahn Hamburg: Linie S 3 soll ab Dezember häufiger nach Pinneberg fahren

Deren Fraktionschef Christoph Bittner sagt dazu: „Wir freuen uns, dass sich der Einsatz vieler Bürger und Institutionen gelohnt hat. Die Taktverdichtung ist eine verkehrs- und umweltpolitisch dringend notwendige Maßnahme, welche die SPD schon seit langem von der Landesregierung gefordert hat. “

Derzeit fährt die S 3 nach Pinneberg montags bis freitags zwischen 5 und 20 Uhr und sonnabends von 7 bis 15 Uhr alle zehn Minuten. In den übrigen Zeiten wird zwischen Pinneberg und Elbgaustraße ein 20-Minuten-Takt angeboten, nachts am Wochenende ein stündlicher Nachtverkehr.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember wird der Zehn-Minuten-Takt werktags um drei Stunden verlängert – er gilt dann durchgehend von 5 bis 23 Uhr, Sonnabends kommen sieben Stunden dazu. Dann fahren die S-Bahnen zwischen 7 und 22 Uhr alle zehn Minuten ab/und bis Pinneberg. Sonntags, wo bisher die S-Bahn nur alle 20 Minuten verkehrt, wird eine Taktverdichtung neu eingeführt. Sie gilt dann zwischen 8 und 20 Uhr.

S-Bahn-Taktverdichtung soll Anreiz für Nutzung des ÖPNV sein

Laut Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen kostet die Taktverdichtung das Land 832.000 Euro. Die Summe wird aus Regionalisierungsmitteln bestritten. Er sagt weiter: „Ich bin mir sicher, dass die Umsetzung der Maßnahme auf der S 3 nach Pinneberg für viele Menschen an dieser bevölkerungsreichen Achse ein Anreiz zur Nutzung des Nahverkehrs sein wird. Die Verknüpfung mit dem Busverkehr wird ebenso attraktiver, indem durch einen engeren S-Bahn-Takt die Umsteigezeiten zum Bus und damit Reisezeiten verkürzt werden. Gleichzeitig hat das 9-Euro-Ticket gezeigt, dass auch im Freizeitverkehr ein großes Potenzial liegt.“

17.000 Fahrgäste würden werktags die S 3 nach Pinneberg nutzen. Trotz der parallel verkehrenden Regionalbahnen sei dies die nachfragestärkste der drei S-Bahn-Linien, die von Hamburg aus nach Schleswig-Holstein verkehren. Takterweiterungen auf der S 3 seien ohne einen Ausbau der Infrastruktur möglich.

S-Bahn Hamburg: Warum bei der S 1 keine Taktverdichtung möglich ist

Dies ist auf der S 1 nach Wedel nicht der Fall. Auch für diese Linie hatte das Land eine Taktverdichtung geprüft, insbesondere werktags sollte den ganzen Tag über alle zehn Minuten eine S-Bahn fahren. Aktuell verkehren die Bahnen zwischen Wedel und Blankenese montags bis freitags von 6 bis 9 Uhr sowie von 15 bis 20 Uhr im Zehn-Minuten-Takt. In den weiteren Zeiten, auch am Wochenende, fahren die Züge lediglich alle 20 Minuten.

Dabei wird es auch bleiben. „Die Infrastruktur zwischen Blankenese und Wedel ist bis auf die Begegnungsbahnhöfe Sülldorf und Rissen (mit längerem zweigleisigen Abschnitt bis kurz nach der Landesgrenze auf Wedeler Gebiet) eingleisig. Für einen erweiterten beziehungsweise ganztägigen Zehn-Minuten-Takt montags bis freitags zwischen Blankenese und Wedel und dem in der Region gewünschten Halt Wedel-Ost muss ein (mindestens teilweiser, eher vollständiger) zweigleisiger Ausbau zwischen Wedel und Blankenese erfolgen, da sonst nicht die Betriebsstabilität gewährleistet werden kann“, heißt es in dem Schreiben. Allerdings sei dafür derzeit keine konkrete Planungs- und Umsetzungsperspektive vorhanden.

( kol )

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