Feuerwehr Barmstedt

Vermisster Schwimmer tot aus dem Rantzauer See geborgen

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Arne Kolarczyk
Mit Booten, Hubschrauber und einer Drohne wird auf dem Rantzauer See nach dem vermeintlich untergegangenen  Schwimmerr gesucht.

Mit Booten, Hubschrauber und einer Drohne wird auf dem Rantzauer See nach dem vermeintlich untergegangenen Schwimmerr gesucht.

Foto: Kreisfeuerwehrverband Pinneberg

Die halbe Nacht suchten Polizei und Feuerwehr. Passanten hatten nach einer erschreckenden Beobachtung den Notruf gewählt.

Barmstedt. Am Freitagnachmittag haben Polizei und Feuerwehr die Leiche eines vermissten Schwimmers aus dem Rantzauer See in Barmstedt geborgen. Nach dem Mann hatten in der Nacht zu Freitag 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DLRG, Rettungsdienst und Polizei fünf Stunden lang gesucht. Der Einsatz, der um 2 Uhr nachts abgebrochen worden war, wurde am Freitagnachmittag fortgesetzt. Nach kurzer Zeit stießen die Einsatzkräfte auf die ertrunkene Person.

Feuerwehr Barmstedt: Schwimmer wurde mit Tretbooten und Drohne gesucht

Gegen 21 Uhr am Donnerstag hatten mehrere Zeugen die Polizei verständigt und von einer Person gesprochen, die voll bekleidet über den Steg gelaufen und ins etwa zehn Grad kalte Wasser des Sees gestiegen war. Der Mann sei dann in Richtung Seemitte geschwommen, dort untergegangen und nicht wieder aufgetaucht. Laut Polizeiangaben waren es mehrere voneinander unabhängige Zeugen, die aus unterschiedlichen Perspektiven identische Beobachtungen gemacht hatten. Daher wurde das geschilderte Szenario als glaubwürdig eingestuft.

Daraufhin bekam zunächst die Feuerwehr Barmstedt die Aufgabe, die Suche nach der vermissten Person aufzunehmen. In der Anfangsphase suchten mehrere Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Polizei mit den dortigen Miet-Tretbooten den See ab. Über die Drehleiter wurde die Einsatzstelle ausgeleuchtet. Parallel dazu ließ Einsatzleiter Kai Seifert von der Feuerwehr Barmstedt die Feuerwehr Bullenkuhlen mitalarmieren, damit diese den Bereich der Krückau – sie fließt in den Rantzauer See – absucht.

Die Barmstedter Kollegen setzten zudem eine Drohne ein, um sich aus der Luft einen Überblick zu verschaffen. Später unterstützte ein Hubschrauber der Bundespolizei die Kräfte. Sie wurden durch die Tauchergruppe der Feuerwehr Itzehoe und die DLRG komplettiert, die die vermutete Unglücksstelle absuchten. In dem von den Zeugen beschriebenen Seeabschnitt beträgt die Wassertiefe etwa 1,50 bis 1,80 Meter tief, die Sicht ist unter Wasser durch Wasserpflanzen eingeschränkt.

Suche nach Schwimmer wurde zunächst in der Nacht abgebrochen

Im späteren Einsatzverlauf wurde der Suchradius deutlich erweitert, auch die Uferbereiche wurden durchkämmt. Die nachalarmierte DLRG Ortsgruppe Wedel steuerte ein Boot mit Sonar bei, das ebenfalls rund um die vermutete Einsatzstelle zum Einsatz kam. Gegen 2 Uhr brachen die Einsatzkräfte die Suche ab. Der einzige Fund war ein Käppi, das auf dem Wasser trieb. Weitere Kleidungsstücke wurden weder am noch im See gefunden – entgegen anderslautender Berichte in sozialen Netzwerken. Dort verbreiteten sich viele Falschmeldungen, etwa das zwei Kinder vermisst werden. „Den Leuten ist nicht bewusst, was sie mit solchen Dingen auslösen“, ärgert sich Kreis-Feuerwehrsprecher Dennis Fuchs. Diese Falschmeldungen hätten unnötig Unruhe geschürt.

Freitag hatten Beamte der Kripo die Zeugen nochmals befragt und konnten aus den Angaben offenbar eine genauere Stelle für eine weitere Suchaktion lokalisieren. Diese wurde gezielt überprüft und dort auch die tote Person gefunden. Nähere Angaben zur Identität des Mannes gibt es nicht. Und es ist auch völlig unklar, warum er im See ertrank. Die Leiche wird jetzt in der Rechtsmedizin obduziert.

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