Pinneberg

Kinder stimmen über neues Spielgerät mit ab

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Katja Engler
Von links: Gruppenpädagogin Elke Siegner und Leiterin Melanie Eisenberg von der Kita Dolli Einstein Haus mit Susan Burmester und Sönke-Peter Hansen vom Verein Pinneberger Kinder vor dem hölzernen Piratenschiff.

Von links: Gruppenpädagogin Elke Siegner und Leiterin Melanie Eisenberg von der Kita Dolli Einstein Haus mit Susan Burmester und Sönke-Peter Hansen vom Verein Pinneberger Kinder vor dem hölzernen Piratenschiff.

Foto: Foto: Katja Engler / Katja Engler

Altes Piratenschiff soll ersetzt werden. Damit es so weit kommen kann, sammelt der Verein Pinneberger Kinder fleißig Spenden

Pinneberg. Neben dem hölzernen Pferd ist das Piratenschiff der Stolz und Hingucker des ganzen Spielplatzes: 80 Kita-Kinder tollen jeden Tag hier auf dem Außengelände des Dolli Einstein Hauses herum. Nach 14 Jahren Dauereinsatz mit Rutschen, Klettern, Rennen, Bücken und Verstecken muss ein neues Spielgerät her, möglichst genauso toll und vielfältig wie das jetzige Holzschiff. Damit das angesichts der klammen Stadtkassen trotzdem etwas wird, hat der Verein Pinneberger Kinder jetzt eine große Spendenaktion dafür gestartet.

Wenn die Mitglieder des rührigen Vereins sich etwas in den Kopf gesetzt haben, dann gelingt es auch: Für das wunderschöne Außengelände mit Bolzplatz am Kinder- und Jugendtreff Komet hatten sie in drei Jahren unermüdlichen Einsatzes 10.000 Euro zusammenbekommen, vier weitere Sponsoren und die Stadt haben dann mitgeholfen, dass der Traum für gut 90.000 Euro Wirklichkeit wird. Dass das gelungen ist, darüber freuen sich die Vereinsmitglieder noch heute.

Sönke-Peter Hansen (69) hat das Amt von Kurt Desselmann übernommen

Neu ist der Vorsitzende: Sönke-Peter Hansen (69) hat das Amt von seinem Vorgänger Kurt Desselmann übernommen. Ihm zur Seite, mit fast 20 Jahren Vereinserfahrung im Rücken, steht Susan Burmester, die Schatzmeisterin: „Wir suchen nach Themen und Projekten, die wir am Standort verwirklichen können“, sagt sie. „Hier sind wir wieder fündig geworden.“ Sönke-Peter Hansen, der früher Geschäftsführer des Pinneberger VfL war und noch immer dem Kreissportverband vorsteht, ist „unheimlich froh“, dass Susan Burmester und Traudchen Perrefort als erfahrene Sekundantinnen an seiner Seite stehen.

Mit Melanie Eisenberg, einer der beiden Leiterinnen des Dolli Einstein Hauses, hat der Verein Pinneberger Kinder schon einige Male gut zusammengearbeitet, etwa bei der Einrichtung der Bücherei oder bei der Unterstützung der Kita mit Schwimmgutscheinen. Die läuft seit mittlerweile neun Jahren. Der Verein hat in dieser Zeit mehr als 800 Schwimmgutscheine bezahlt. Familien, die keine Sozialhilfe erhalten, aber zu wenig verdienen, um ihren Kindern das Schwimmenlernen zu finanzieren, bekommen solche Hilfen.

Und was soll jetzt dort hin, wo noch das Piratenschiff steht? In erster Linie hänge das von der Höhe der Spenden ab, die zusammenkämen, sagt Melanie Eisenberg. Doch die Kita der Arbeiterwohlfahrt im Dolli Einstein Haus ist eine ganz besondere Einrichtung. Hier haben die Kinder volles Mitspracherecht über den Kinderrat, es hängt also auch von ihrem Votum ab, was angeschafft wird. Im Vorfeld finden Gespräche mit Spielgeräteherstellern statt. Die speziell in psychomotorischem Turnen ausgebildeten Erzieherinnen und ihre Kolleginnen suchen dann geeignete Spielgeräte heraus und machen Vorschläge, über die die Kinder dann gleichberechtigt mit entscheiden.

In Deutschland leidet jedes fünfte Kind unter Armut

Die Corona-Pandemie hat sich massiv auf die Entwicklung der Kleinen ausgewirkt, bestätigt Melanie Eisenberg: „Gerade im Krippenbereich stellen wir fest, dass die Kinder zuhause überwiegend allein betreut werden und dass durch Corona viele Sachen wie Sport oder Spielgruppen weggefallen sind. Die Kinder wirken sehr vereinzelt und konnten in puncto Motorik oder Bewegung viele Erfahrungen noch nicht machen“, sagt die Kita-Leiterin. Um so wichtiger sind solche durchdachten Spielgeräte an der frischen Luft.

Der Verein Pinneberger Kinder möchte sich mit seinen zahlreichen Aktionen und Projekten nachhaltig in der Pinneberger Gesellschaft verankern. „Dabei muss deutlich vermittelt werden, dass jedes fünfte Kind in Deutschland unter Armut leidet. Diese Wahrnehmung wird noch verstärkt durch die Corona-Krise“, sagt Sönke-Peter Hansen.

1998 wurde der Verein von einer Gruppe Pinneberger Geschäftsleute gegründet – in der Absicht, deutlich zu machen, dass es mit zu den sozialen Aufgaben von Unternehmern und Geschäftsleuten gehört, etwas für Kinder und Jugendliche zu tun, die schließlich die Kunden von morgen seien. Unterstützt werden also nicht nur Kinder in Not, sondern gern auch Veranstaltungen wie Wake-up Pi oder der Kindertag, außerdem Organisationen, die Kindern Freude machen und zu deren Wohlbefinden beitragen.

Spenden für ein neues Spielgerät an: Verein Pinneberger Kinder, Stichwort „Dolli Einstein Haus“, Volksbank Pinneberg-Elmshorn IBAN DE32 2219 1405 0002 0000 00 oder www.pinneberger-kinder.de.

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