Neujahrsempfang

Kretschmer in Pinneberg: „Russland mit Respekt begegnen“

| Lesedauer: 2 Minuten
Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, hat sich beim Neujahrsempfang der CDU im Kreis Pinneberg für ein umsichtiges Verhalten gegenüber Russland ausgesprochen. (Archivbild)+++ dpa-Bildfunk +++

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, hat sich beim Neujahrsempfang der CDU im Kreis Pinneberg für ein umsichtiges Verhalten gegenüber Russland ausgesprochen. (Archivbild)+++ dpa-Bildfunk +++

Foto: Robert Michael / dpa

CDU im Kreis Pinneberg hatte Sachsens Ministerpräsident zu Gast. Was er zur Krise an der ukrainischen Grenze sagte.

Pinneberg. Dieser Neujahrsempfang war mal wieder anders: Statt wie sonst im Hotel Cap Polonio die Hände von bis zu 300 Gästen aus Partei, Vereinen, Verbänden und Kommunen zu schütteln, lud der CDU-Kreisverband zum zweiten Mal zur Videokonferenz. Als Hauptredner aus Dresden zugeschaltet war der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer, dessen Aussagen zur eigenen Partei, Energiepolitik, Russland-Krise und Abgrenzung zur AfD etwa 55 Zuhörer im Netz verfolgten, wie Kreisgeschäftsführerin Karla Fock sagt.

Zuletzt habe er im Cap Polonio vor zwei Jahren Friedrich Merz persönlich begrüßen können, sagte der CDU-Kreisvorsitzende Christian von Boetticher einleitend. Damit habe der Pinneberger Verband Weitsicht bewiesen, da Merz ja gerade zum neuen Parteichef gewählt worden ist. Mit ihm an der Spitze könne die CDU zeigen, dass der Eindruck, den sie im Bundestagswahlkampf und danach vermittelte, „eine zerstrittene Partei“ zu sein, falsch sei. „Die CDU hat sich gesammelt und schnell wieder aufgestellt“, ist von Boetticher überzeugt. „Die schwierige Zeit“ sei überwunden.

Auch Ministerpräsident Kretschmer sieht den Machtwechsel an der Spitze der CDU positiv. „Merz war der Kandidat, den die Parteibasis gewollt hat.“ Um beim Wähler wieder mehr zu punkten, „müssen wir diejenigen sein, die Antworten auf Zukunftsthemen geben.“ Dazu zähle er eine wettbewerbsfähige Wirtschaft, „um den Wohlstand zu erhalten“ und niedrigere Energiepreise. Dass diese zurzeit steigen, liege an der Produktionsverknappung von Erdgas und Kohle.

Darum plädierte Kretschmer, selbst einem Braunkohleabbau-Land vorstehend, dafür, nicht vor 2038 aus der Kohleförderung auszusteigen, wie im Bund vereinbart. In der Russland-Krise warnte er vor einem Drohszenario zur Nordstream-2-Gaspipeline gegenüber Moskau. Die Gasleitung durch die Ostsee nicht zu nutzen, würde der deutschen Energieversorgung schaden, weil auch andere Gaslieferungen gefährdet seien. Zudem würde es den Einfluss auf die Politik in Moskau beschneiden. „Russland muss man mit Respekt begegnen“, forderte er. „Nordstream 2 ist eine wichtige Infrastruktur“, die dafür sorgen könne, Konfrontationen mit Russland abzubauen. Zugleich müsse Europa eine eigene Sicherheitspolitik betreiben, die sich nicht an US-Interessen ausrichte, so Kretschmer. Dafür müsse die EU einig sein.

Zur AfD sagte Kretschmer, die sei „so bösartig und rechtsextrem, dass wir uns klar von ihr distanzieren müssen“. Dabei dürfe die CDU aber nicht die Interessen „der normalen Menschen“ aus den Augen verlieren.

( bf )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Pinneberg