Stadtlogo

Ein zehn Jahre altes Kind erfindet Pinnebergs Image neu

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Katja Engler und Neele Lange
Mika Schmid (10) aus Heist zeigt vor dem Pinneberger Rathaus seinen Entwurf für das neue Logo der Stadt. Das lachende Herz aus Fingerabdrücken hat die Jury überzeugt.

Mika Schmid (10) aus Heist zeigt vor dem Pinneberger Rathaus seinen Entwurf für das neue Logo der Stadt. Das lachende Herz aus Fingerabdrücken hat die Jury überzeugt.

Foto: Katja Engler

Wie die Stadt mit ihrem neuen Logo punkten will. Und warum sie dabei auf die Ideen eines zehnjährigen Jungen setzt.

Pinneberg.  Der Gewinner des Pinneberger Stadtlogo-Wettbewerbs ist zehn Jahre alt, heißt Mika Schmid und kommt aus Heist. Aus 60 Einsendungen wurde sein grün-rotes Herz ausgewählt, das er aus zwei Fingerabdrücken zusammengesetzt und mit einem lachenden Bogen versehen hat. In einer Kombination aus den Ergebnissen der Online-Umfrage unter Bürgern und dem Urteil eines zehnköpfigen Entscheidungsgremiums fiel die Wahl knapp auf seinen Entwurf.

Stadtlogo Pinneberg: Urbanes Zentrum in einer grünen Region

Von den beiden anderen, die in die engste Wahl kamen, stammt einer von seiner Mutter, der Grafikdesignerin Daniela Schmid (zweiter Preis), der andere von der Pinneberger Grafikerin Martina von Prondzinski (dritter Preis). Die drei Preise waren mit 1000, 600 und 300 Euro dotiert. Den Wettbewerb, an dem sich Pinneberger Bürgerinnen und Bürger beteiligten, hatte das Stadtmarketing vor anderthalb Jahren initiiert.

„Wir hatten uns getroffen, um uns zu fragen, ob das Logo mit dem roten P noch zeitgemäß sei“, sagt Stadtmanagerin Birgit Schmidt-Harder. Denn die Stadt habe sich sehr positiv entwickelt, sodass es Zeit für ein neues Signet sei. „Dann wurden wir von den vielen Ideen überrannt. Damit hatten wir nie gerechnet.“ Der zugrundeliegende Leitgedanke lautete: „Pinneberg ist das wachsende urbane Zentrum und das Herz einer grünen Region mit dem Schlüssel zur Metropole Hamburg.“

Stadtlogo Pinneberg: Lachendes Herz aus Fingerabdrücken

Vier Wochen lang konnten Bürger die Entwürfe dazu online auswählen. Dem anschließenden Entscheidungsgremium aus Vertretern des Stadtmarketing-Vorstandes, der Wirtschaftsgemeinschaft und der Politik sowie dem Wirtschaftsförderer wurden am 28. Oktober die beliebtesten Signets vorgelegt. „Dann folgte eine heiße Diskussion“, so Schmidt-Harder.

Das Ergebnis: „Du hast dich mit deinem Fingerabdruck in unsere Herzen gestempelt“, sagt die Stadtmanagerin. „Die Entscheidung war knapp“, ergänzt Marco Steinke, zweiter Vorstandsvorsitzender des Citymanagements. „Wir möchten damit ein Zeichen setzen in einer schwierigen Zeit.“

Stadtlogo Pinneberg: Menschlichkeit und Weltoffenheit

Für die Entscheidung gebe es handfeste Gründe, sagt Birgit Schmidt-Harder. „Der Entwurf war eine Punktlandung, die sachliche Argumente mit Emotionen verband. Ein Herz ist durch und durch positiv besetzt. Jeder kann sich damit identifizieren.“ Stefan Witt (Vorstand VR-Bank) zeigt sich ebenfalls glücklich über die Wahl: „Mit Mikas Logo gehen wir einen anderen Weg. Nicht den klassischen mit der Abbildung der ortstypischen Gebäude, sondern hier stehen Menschlichkeit und Weltoffenheit im Vordergrund.“ Die Farben in dem neuen, fröhlichen Pinneberg-Herz entsprechen denen des Stadtwappens.

Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg sagt an Mika Schmid gerichtet: „Ich ziehe den Hut vor dir. Der Stadt hast du ein Herz geschenkt. Das Logo sehe ich schon jetzt überall. Es ist schön, dass du uns gezeigt hast, wo wir hingehören.“

Stadtlogo Pinneberg: Erfinder Mika will Schauspieler werden

Am großen Esstisch der Familie Schmid kam der Wettbewerb zur Sprache, und sofort hatten die drei Kinder, eine Schulfreundin und die Eltern Lust, sich daran zu versuchen. Der eine hat mit Wasserfarben herumprobiert, andere mit Stiften, und Mika, den seine Mutter als nicht so großen Zeichner sieht, spielte mit Tusche und Fingerfarben. „Am Anfang habe ich einen Baum damit gemacht. Denn Pinneberg ist doch so grün“, erzählt Mika. „Mit der roten Farbe wurde ein Herz daraus. Ich dachte, das wär doch cool.“ Jedes Familienmitglied, bis auf den Jüngsten hat dann aus Spaß einen Entwurf eingesandt.

Offensichtlich hat der Grundschüler mit seinem lachenden Herzen ins Schwarze getroffen. Im Erkennen einer guten Gestaltungsidee hatte er so ganz nebenbei über die Jahre Übung bekommen, indem er seiner Mutter regelmäßig bei der kreativen Arbeit, beim Zeichnen und Herumprobieren, über die Schulter geschaut hatte.

Er selbst hat aber keine Ambitionen in Richtung dieses Berufes: „Ich möchte Schauspieler werden“, sagt Mika. Das weiß er jetzt schon, und in seiner Freizeit spielt er gern mit Figuren und ist mit Wonne an der frischen Luft unterwegs.

Stadtlogo Pinneberg: Zweiter Platz geht an Mikas Mutter

Das zweitbeliebteste Logo, das von Daniela Schmid, zeigt die scherenschnittartige Silhouette aus Pinnebergs interessantesten Bauwerken: Drostei, Wasserturm und Christuskirche, wellig blau vom Mühlenau-Symbol unterstrichen und in einem roten Herzen mündend. Martina von Prondzinski hatte eine ähnliche Idee, ordnete den historischen auch moderne Gebäudesilhouetten zu, die in einem Bogen vom Fluss Mühlenau unterstrichen werden. Ihr Schriftzug ist feiner und fügt sich harmonischer ins Gesamtbild.

In den ersten Monaten des neuen Jahres wird das neue herzige Logo überall aufgedruckt werden, auf Publikationen der Stadt, auf Plakate und Briefköpfe, Visitenkarten und die Schilder der Geschäftsstelle. Mika ist mächtig stolz.

Einen größeren Teil des Preisgeldes möchte er übrigens ans Elmshorner Tierheim spenden. Er mag Tiere und hat selbst zwei Katzen, einen Hund und drei Kaninchen.

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