Polizei Pinneberg

Kindesmissbrauch in der Kita: Erzieher unter Verdacht

| Lesedauer: 2 Minuten
Ein Erzieher soll in einer Kita im Kreis Pinneberg Kinder sexuell missbraucht haben (Symbolfoto).

Ein Erzieher soll in einer Kita im Kreis Pinneberg Kinder sexuell missbraucht haben (Symbolfoto).

Foto: Felix Vogel / picture alliance / imageBROKER

Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungsverfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs. Was bis jetzt bekannt ist.

Bönningstedt.  Der Vorwurf wiegt schwer: Ein Erzieher soll sich in der Kindertagesstätte Zwergenhütte in Bönningstedt an fünf Kindern vergangen haben. Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow von der Staatsanwaltschaft Itzehoe bestätigte dem Abendblatt, dass ein Ermittlungsverfahren wegen des Vorwurfs des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern eingeleitet wurde.

Was genau hinter den Mauern des Hauses im Mühlenweg ablief, dazu könne er sich jetzt nicht äußern, da es sich um ein laufendes Verfahren handele, so Müller-Rakow. „Wir wissen noch viel zu wenig. Fest steht allerdings bis jetzt, dass wir aktuell von potenziell fünf betroffenen Kindern ausgehen.“ Derzeit laufen die polizeilichen Ermittlungen. Kinder und auch deren Eltern werden von Kriminalpolizisten befragt.

Kindesmissbrauch in der Kita: Beratungsstelle betreut Eltern und Kinder

Weder die Leitung der Kindertagesstätte noch andere Mitarbeiter waren am Dienstag für das Abendblatt erreichbar. „Absolut verständlich", meint Bönningstedts Bürgermeister Rolf Lammert (CDU), „die haben jetzt viel mit sich selbst zu kämpfen.“ Lammert hat mit der Aufarbeitung nicht direkt zu tun: Die Kita Zwergenhütte ist nicht in kommunaler Trägerschaft, sondern wird von einem privaten Verein getragen, der vor gut 20 Jahren aus einer Elterninitiative hervorgegangen ist.

„Der Kindergarten hat sich absolut richtig verhalten“, sagt Lammert. Alle Eltern seien sofort informiert und Elternabende organisiert worden, und natürlich sei die Polizei eingeschaltet worden. Zurzeit werden alle Kinder, aber auch deren Eltern von Mitarbeitern der Elmshorner Beratungsstelle Wendepunkt betreut.

Die Anlauf- und Beratungsstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs an Mädchen und Jungen im Kreis Pinneberg helfe jetzt mit, die Vorfälle in Bönningstedt aufzuklären und aufzuarbeiten, sagt Bürgermeister Lammert.

Unter Missbrauchsverdacht: Erzieher ist sofort freigestellt worden

Nach Abendblatt-Informationen ist der des Missbrauchs verdächtigte Mitarbeiter sofort freigestellt worden und inzwischen nicht mehr für den Verein tätig.

Es gelte weiter die Unschuldsvermutung, betonen Oberstaatsanwalt Müller-Rakow und Bürgermeister Lammert. „Jede Person, die wegen einer Straftat angeklagt ist, gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig“, sagt der Vertreter der Anklagebehörde. Das bedeutet, dass der einer Straftat Verdächtige oder Beschuldigte nicht seine Unschuld, sondern die Strafverfolgungsbehörde seine Schuld beweisen muss.

Laut der „Bild“-Zeitung, die zuerst über den Fall berichtet hatte, habe sich bereits im August ein Mädchen seinen Eltern anvertraut. Die hatten eine Wesensveränderung bei ihrer Tochter bemerkt. So hatte sie auf einmal Albträume und Angst vor der Kita, sodass die Eltern Strafanzeige erstatteten.

( kil )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Pinneberg