Elmshorner Kinder- und Jugendbeirat zieht um

| Lesedauer: 4 Minuten
Josephine Schultz (v. l.) und Miriam Kirchner vom KJB packen mit Stadtjugendpflegerin Anja Jansen und Studentin Nancy Kalkbrenner beim Umzug an.

Josephine Schultz (v. l.) und Miriam Kirchner vom KJB packen mit Stadtjugendpflegerin Anja Jansen und Studentin Nancy Kalkbrenner beim Umzug an.

Foto: Torben Hinz, Stadt Elmshorn

Nach 19 Jahren verlässt das Gremium den Eisenbahnwaggon am Buttermarkt. Wo das neue Quartier des Beirats liegt.

Elmshorn.  Eine Ära geht zu Ende: Die Mitglieder des Elmshorner Kinder- und Jugendbeirats (KJB) haben ihren Eisenbahnwaggon auf dem Buttermarkt verlassen und sind in die Kirchenstraße 8 umgezogen. Nach Ausstattung der Räume soll dort auch die letzte Sitzung vor der Wahl des neuen KJB im November stattfinden.

Elmshorner Jugendbeirat bezieht neues Domizil in der City

„Der neue Standort trifft vor allem dank seiner Lage direkt in der Innenstadt auf viel Zustimmung bei den Kindern und Jugendlichen“, freut sich der Erste Stadtrat Dirk Moritz. „Hier sind sie willkommen und können sich wohlfühlen“, sagt er. Das bestätigen Josephine Schultz und Miriam Kirchner vom aktuellen KJB. „Wir haben jetzt ganz andere Möglichkeiten als im Eisenbahnwaggon“, erklärt Miriam, die das Konzept für den neuen Standort im August im Ausschuss für Kinder, Jugend, Schule und Sport präsentiert hatte.

Bereits im Juni hatte zudem eine Zukunftswerkstatt mit Verwaltung und Politik zum Thema stattgefunden. „Uns geht es darum, sichtbar zu sein“, sagt Miriam. Das wollen die KJB-Mitglieder unter anderem durch große Plakate in den Schaufenstern der Kirchenstraße 8 erreichen, aber auch durch aktive Arbeit in der Politik oder an den Schulen. Dort haben sie zuletzt kräftig die Werbetrommel für die bevorstehende KJB-Wahl gerührt. „Ich war zum Beispiel an der KGSE, da hat mir ein Schüler direkt seine Bewerbung in die Hand gedrückt“, sagt Miriam.

Jugendbeirat wird im November neu gewählt

Noch bis Freitag, 15. Oktober, können alle zwölf bis 20 Jahre alten Bewohner der Stadt ihre Bewerbungsunterlagen bei der Stadtjugendpflegerin Anja Jansen im zweiten Obergeschoss der Volkshochschule Elmshorn, Bismarckstraße 13, einreichen. Gewählt wird der KJB dann zwischen dem 22. und 26. November von den 12- bis 17-Jährigen in Elmshorn.

Der KJB setzt sich für die Belange der Kinder und Jugendlichen in Elmshorn ein. Dank ihm gibt es zum Beispiel den Jugendtreff „Steini“ im Steindammpark, den Skatepark oder auch legale Graffiti-Flächen. Der Eisenbahnwaggon als „rollendes Rathaus“ findet im Zuge des Stadtumbaus keinen Platz mehr auf dem Buttermarkt. Geeignete Alternativstandorte fehlen und die Sanierung des Waggons wäre zudem mit sehr hohen Kosten verbunden.

Daher hatten sich die KJB-Mitglieder selbst für einen Umzug in die Kirchenstraße ausgesprochen. An dem Waggon hat ein Eisenbahnverein aus Glückstadt Interesse angemeldet. Neben dem KJB zieht auch eine Jugendberatungsstelle der Streetworker in das Gebäude. Sie wollen dann immer montags vor Ort sein.

Eisenbahnwaggon seit 2002 Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche

2002 war der ausgediente Bauzugwaggon direkt neben dem alten Speicher auf ein Stück Schiene der ehemaligen Hafenbahn gestellt worden und diente seitdem als Anlaufstelle für den Kinder- und Jugendbeirat. Die Eisenbahnfreunde Elmshorn hatten ihn damals zur Verfügung gestellt. Von Elmshorn aus wurde der Waggon mit einer Lok nach Uetersen gezogen, auf dem dortigen Güterbahnhof von der Schiene auf einen historischen Culemeyer-Tieflader gehoben und von einer 40 Jahre alten Bahnzugmaschine über Klein Nordende nach Elmshorn zurück befördert. Dort hoben zwei Kräne den Waggon, der zuvor Schienen-Bautrupps als Schlafunterkunft diente, an seinen endgültigen Standort.

5000 Euro kosteten damals Transport und die Herrichtung des Standortes für den neuen Jugendbeirats-Stützpunkt. Als Sponsor war unter anderem das Land beteiligt. Den Transport gewährleisteten das THW, dessen Mitglieder auch die Schienen verlegten, und die Eisenbahnfreunde Uetersen. Zwischenzeitlich wurde der ausrangierte Waggon dann vom Hamburger Graffiti-Künstler Philipp Kabbe verschönert. 20 Künstler hatten sich auf diese Aktion beworben. 2017 besuchte Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold die Kinder- und Jugendlichen in ihrem Domizil.

( HA/kol )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Pinneberg