Stadtbäume

Pinneberg fällt dieses Jahr mehr als 90 Bäume

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Wilhelm-Flade-Krabbe im März an einem von etlichen gefällten Bäumen am abrissreifen ehemaligen DRK-Heim.

Wilhelm-Flade-Krabbe im März an einem von etlichen gefällten Bäumen am abrissreifen ehemaligen DRK-Heim.

Foto: Sara Willmroth

Nach deutlicher Kritik am Abholzen wirbt die Stadt jetzt mit einer Transparenzoffensive um Verständnis.

Pinneberg. Mindestens 90 Bäume sind im Jahr 2021 im Pinneberger Stadtgebiet gefällt worden – oder werden bis zum Jahresende noch weichen müssen. Das geht aus der Liste der Baumfällungen hervor, die die Stadtverwaltung am Mittwoch erstmals veröffentlicht hat. Demnach sind die betroffenen Gehölze meist nicht mehr verkehrssicher gewesen, hatten unheilbaren Befall von Krankheitserregern, galten als „absterbend“ oder standen Sanierungsmaßnahmen der Infrastruktur im Weg.

Da es in der Vergangenheit immer wieder Irritationen und lauten Protest von Bürgern und Politik wegen der Baumfällungen gegeben hat, will die Stadt nun das Verfahren ändern und transparenter machen. Einen Anfang macht das Rathaus damit, von nun an auf der Internetseite der Stadt die Baumfällungsliste öffentlich zu machen. Dort ist etwa der Grund der Fällung vermerkt, das Datum und auch, ob es eine Nachpflanzung geben wird. All diese Angaben sollen nun allen Pinnebergern zugänglich gemacht werden, ebenso wie dem Umweltausschuss und der Ratsversammlung.

Bürgermeisterin begleitet Führung zu den Fällungskandidaten

Zudem will die Stadt nun Führungen anbieten, um ihr Handeln an ausgewählten Fällungskandidaten zu erklären. Denn der Stadt sei klar, dass es schwer zu ertragen sei, wenn „liebgewonnene und für den Klimaschutz wichtige Bäume“ abgeholzt werden müssten. Sei es aus Gründen der Verkehrssicherheit, zur Umsetzung politisch beschlossener Bauvorhaben oder aus forstwirtschaftlichen Gründen. Zum besseren Verständnis soll es nun am morgigen Freitag einen ersten etwa einstündigen Spaziergang über die Ludwig-Meyn-Straße und die Jansenallee bis zum Hans-Böckler-Hof geben. Mit dabei ist unter anderem auch Bürgermeisterin Urte Steinberg.

„Unsere Bäume sind ein kostbarer Teil unserer Heimat. Sie sorgen für saubere Luft, einen gesunden Boden, Schatten und Wohlbefinden“, so Steinberg. „Wir möchten keinen von ihnen missen, und wenn einer gefällt werden muss, wollen wir wenigstens die Gründe verstehen.“

Zu diesem neuen Angebot seien alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Ziel ist, einige der betroffenen Bäume aufzusuchen und an ihrem Beispiel die Gründe der notwendigen Baumfällungen zu erklären. Mit dabei sind auch Experten, etwa der Leiter des Fachdienstes Grünflächen des Kommunalen Servicebetriebes (KSB) und der Chef des KSB. Für Ende Oktober ist eine zweite Führung geplant, sofern das Interesse bei den Pinnebergern vorhanden ist.

Führung zu Kandidaten für Baumfällungen: Freitag, 1. Oktober, Treffpunkt ist um 16 Uhr der Spielplatz an der Hebbelstraße. Teilnehmer, die mit dem Fahrrad kommen, werden gebeten, ihre Räder am Spielplatz abzustellen.

( nib )

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