Schulessen

Mensen an beiden Gymnasien in Elmshorn schließen

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Kitty Haug
In Elmshorn werden die Mensen an zwei Gymnasien geschlossen (Symbolbild).

In Elmshorn werden die Mensen an zwei Gymnasien geschlossen (Symbolbild).

Foto: Jens Kalaene / picture alliance/dpa-Zentralbild/ZB

Caterer aus Norderstedt hält wirtschaftlichen Betrieb für unmöglich. Was die Gründe dafür sind, was stattdessen geplant ist.

Elmshorn. An den beiden Elmshorner Gymnasien bleibt die Küche künftig kalt. Die CC Campus Catering GmbH aus Norderstedt, die bis jetzt alle fünf weiterführenden Schulen der Stadt versorgt hat, zieht sich zurück. Warmes Mittagessen für Schülerinnen und Schüler – Fehlanzeige. Viele – zu viele – Jugendliche äßen ohnehin zu Hause, so die Begründung des Dienstleisters, der unter diesen Umständen einen wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr für möglich hält.

Mensa-Essen: Dienstleister zieht sich zurück

Der lange Lockdown an den Schulen hat die Situation verschärft. Doch nicht nur die Corona-Krise in der Krückau-stadt hat dem Caterer zugesetzt. Für das Unternehmen stellt die Betreuung der beiden Gymnasien Bismarckschule und Elsa-Brändström-Schule (EBS) seit der sukzessiven Rückkehr von G8 zu G9 ein immer größer werdendes Minusgeschäft dar.

Im Einvernehmen mit den beiden Gymnasien und der Stadt zieht sich die Firma zum 30. September aus der defizitären Mensabewirtschaftung zurück, das hat die Stadt jetzt mitgeteilt. „Durch die so erfolgte wirtschaftliche Entlastung unseres Caterers stellen wir die Mittagsversorgung an den drei Elmshorner Gemeinschaftsschule sicher“, sagt Erster Stadtrat Dirk Moritz. An der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule gibt es künftig Lunchpakete.

Angebote werden zu wenig genutzt

„Nach Auffassung des Bildungsministeriums ist bei einer G9-Beschulung der Nachmittagsunterricht in den unteren Jahrgängen nicht mehr erforderlich, sodass die Schülerinnen und Schüler lieben zu Hause Mittag essen als in der Mensa“, erklärt der Stadtrat. „Das hat dem Caterer an dieser Stelle ein wirtschaftliches Agieren unmöglich gemacht.“

Der Ausschuss für Kinder, Jugend, Schule und Sport hat diesem Vorgehen nun zugestimmt. Den Mensa-Betrieb an den beiden betroffenen Schulen ersetzen nach den Herbstferien die jeweiligen Cafeteria-Vereine. „Das sind sehr engagierte Eltern, die den Verkauf von Snacks ehrenamtlich übernehmen“, sagt Moritz. Das Angebot soll hauptsächlich auf eine Frühstücks- und Zwischenverpflegung ausgerichtet werden, an der EBS aber auch ein Mittagessen umfassen.

Lunchpakete statt Mensa-Essen in Elmshorn

An den drei weiterführenden Elmshorner Gemeinschaftsschulen bleibt das Norderstedter Unternehmen bis Juli 2022 für die Essensversorgung zuständig. Eine Ausschreibung für einen neuen Caterer wird demnächst ausgearbeitet.

Da die Nachfrage an der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule mit weniger als einem Essen täglich allerdings sehr gering ausfällt und der Caterer dort ebenfalls stark defizitär arbeiten musste, tragen Schulleitung und Elternvertretung nach den Herbstferien eine Umstellung der Mittagsversorgung auf Lunchpakete mit. So könne das Unternehmen Personalkosten einsparen und am Stadtort Elmshorn wieder wirtschaftlich handeln, heißt es aus der Stadtverwaltung.

„An der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule und der KGSE-Gemeinschaftsschule bleibt dank der guten Umsätze alles wie bisher. Dazu gehören der Kioskverkauf und das Mittagsangebot in der Mensa“, ergänzt der Erste Stadtrat.

Stadt griff Caterer bereits 2020 finanziell unter die Arme

Erst Schulschließungen, dann ein Schulbetrieb unter Coronabedingungen mit Abstandsregeln und Hygienekonzepten: Bereits vor einem Jahr schlug das Catering-Unternehmen Alarm und drohte ganz offen damit, den Betrieb der Mensen nach sechs Jahren sofort einzustellen. Die Stadt hatte daraufhin beschlossen, dem Caterer finanziell unter die Arme zu greifen. Bis zum Ende des Schuljahres 2020/2021 erhielt das Unternehmen 119.000 Euro, um die Verluste auszugleichen.

Seit dem Schuljahr 2014/15 wurden die Mensen in der Bismarckschule und der EBS von der Firma CC betrieben. Täglich drei Tagesgerichte zum Preis von drei Euro standen auf der Karte, davon immer ein vegetarisches und eines ohne Schweinefleisch. Ein Menü bestand aus Hauptgericht, Salat und Dessert.

Der Betrieb, 2007 gegründet, hat sich ausschließlich auf Kita- und Schulessen in und um Hamburg spezialisiert und berät darüber hinaus, wie die Voraussetzungen für gutes Essen vor Ort zu schaffen sind. Verwendet werden nach Firmenangaben überwiegend regionale und saisonale Produkte.

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