Regio Klinik

Klinik-Beschäftigte befürworten Pläne für Großkrankenhaus

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Imke Wriedt von ver.di fasste das Votum der Mitgliederversammlung der Klinik-Beschäftigten im Kreis Pinneberg zusammen.

Imke Wriedt von ver.di fasste das Votum der Mitgliederversammlung der Klinik-Beschäftigten im Kreis Pinneberg zusammen.

Foto: Wolfgang Klietz

Die Chancen seien stärker als die Bedenken. Doch in Zukunft soll auch bei den Tarifen mehr Gleichbehandlung gefordert werden.

Pinneberg. Die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter der Regio Kliniken im Kreis Pinneberg stünden voll und ganz hinter den Neubauplänen eines zentralen Großkrankenhauses. Das sagt Imke Wriedt, die zuständige Gewerkschaftssekretärin von verdi. Auf der eiligst einberufenen Mitgliederversammlung am Dienstagabend hätten die Kollegen der Arbeitnehmervertretung ein einhellig positives Echo dazu signalisiert.

„Wir hatten eine lebhafte Diskussion“, sagte Imke Wriedt nach dem Treffen auf Anfrage des Abendblatt. Das Ergebnis aber sei eindeutig: „Ein Neubau und das Aufstellen der Regio Kliniken für die Zukunft ist auch für die Beschäftigten gut“, so Imke Wriedt. Die Belegschaft bei den Regio Kliniken sei gewerkschaftlich „gut organisiert“.

Wie berichtet hat die Geschäftsführung der Regio Kliniken die Kreispolitik sowie die Bürgermeister in Pinneberg und Elmshorn in der vorigen Woche mit der Ankündigung überrascht, die Krankenhäuser in den beiden Kommunen bis 2030 zu schließen und durch eine neue zentrale Klinik mit etwa 800 Betten inmitten des Kreises zu ersetzen.

Für die Gewerkschaft verdi stünden dabei zwei Dinge aus Sicht der Mitarbeiter im Vordergrund. Zum einen würden sich in einem modernen Neubau, in dem alle medizinischen Abteilungen untergebracht wären, die Arbeitsbedingungen für die rund 2200 Beschäftigten verbessern, so Wriedt. Denn die Wege seien kürzer und die Dienstpläne könnten arbeitnehmerfreundlicher gestaltet werden. Zudem verspräche eine bessere betriebswirtschaftlichere Organisation eine stabilere Zukunftsaussicht für den Erhalt eines Klinikstandortes im Kreis Pinneberg.

Darüber hinaus aber könnte so endlich die Aufsplitterung des Krankenhausbetriebes in verschiedene Untergesellschaften beendet werden. So gebe es mehrere Service-Gesellschaften bei den Regio Kliniken, zu denen die Reha-, Pflege-, Catering- und Reinigungsabteilungen gehörten, die unterschiedlich und zum Teil nur haustariflich bezahlt würden. Die Kreispolitik, die zu knapp 25 Prozent an den Regio Kliniken beteiligt ist und bis 2029 ein Vetorecht gegen die Krankenhausschließung hat, könnte und sollte fordern, all diese Gesellschaften zusammenzuführen und die Beschäftigten nach Tariflohn bezahlen zu lassen.

„Das würde das Betriebsklima bei den Regio Kliniken erheblich verbessern“, ist die Gewerkschaftssekretärin überzeugt. Die große Hoffnung der Mitarbeiter sei nun, dass diese „Zersplitterung aufhört“, so Imke Wriedt. „Das wäre unsere Chance: Ein Krankenhaus, eine Belegschaft, ein Tarif.“ Diese Einflussmöglichkeit sollte die Kreispolitik in den kommenden Verhandlungen unbedingt nutzen.

( bf )

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