Sana-Pläne

„Der Weggang des Regio Klinikums ist undenkbar“

| Lesedauer: 3 Minuten
Die Luftaufnahme zeigt das Regio Klinik Pinneberg, das bald geschlossen werden könnte.

Die Luftaufnahme zeigt das Regio Klinik Pinneberg, das bald geschlossen werden könnte.

Foto: Arne Kolarczyk

Verlieren Pinneberg und Elmshorn ihre Krankenhäuser? Pinnebergs Bürgermeisterin kritisieret Pläne der Regio Kliniken scharf.

Pinneberg.  Zu den Plänen der Regio Kliniken, die Krankenhäuser in Pinneberg und Elmshorn zugunsten einer neuen, zentral gelegenen Großklinik zu schließen, haben Pinnebergs Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk (CDU) und Bürgermeisterin Urte Steinberg nun klipp und klar Stellung bezogen: Sie lehnen sie ab.

In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, die Regio Klinik sei für die Daseinsvorsorge der Pinnebergerinnen und Pinneberger unverzichtbar. „Was macht unsere Stadt aus? Wir leben in einem Mittelzentrum mit guter Verkehrsinfrastruktur, zuverlässiger Energieversorgung, mit Schulen, Kindergärten, Sportanlagen, gepflegten Naherholungsgebieten und einem regen Kulturleben. Dies alles wird von der Stadt Pinneberg gestellt oder unterstützt.“

Krankenhaus gehört zu einer Kreisstadt

Dabei würden von den politischen Gremien, die die Entscheidungen zur Entwicklung der Stadt tragen, die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger sowie die finanziellen Auswirkungen betrachtet. Wer in Sportanlagen, Kindergärten oder Bibliotheken investiere, investiere in die Zukunft. Diese Investitionen führten zu einer Bereicherung an Menschlichkeit. Firmen, Geschäfte und Arztpraxen hätten sich in Pinneberg angesiedelt und trügen zur Daseinsvorsorge und durch Steuereinnahmen zur Finanzierung des Gemeinwesens bei. Die Menschen in Pinneberg lebten aus gutem Grund gern in der Stadt.

Weiter heißt es: „Ein Krankenhaus vor Ort und in der Kreisstadt gehört ebenfalls zu den Grundpfeilern der Daseinsvorsorge. Gerade bei der bevorzugten Lage der Stadt Pinneberg in der Metropolregion ist der Weggang des Klinikums undenkbar. Wir brauchen eine Klinik, in der der Mensch im Mittelpunkt steht. Eine Klinik, die leicht und schnell erreichbar ist.

Eine Klinik, in der wir umsorgt werden, von der Vorsorge über die Aufnahme bis zur Reha. Eine Klinik, in der unsere Kinder geboren und von ihren Familien begrüßt werden können. Eine Klinik, die – sei es in einem Notfall oder für einen Besuch – schnell erreichbar ist.“ Eine Klinik müsse für Patientinnen und Patienten, Besucherinnen und Besucher sowie für die Belegschaft außer mit dem Auto auch mit nachhaltigen Verkehrsmitteln, dem öffentlichen Personennahverkehr oder dem Fahrrad erreichbar sein.

Klinische Versorgung würde sich für viele verschlechtern

Mit einer Schließung des Klinikums in Pinneberg würde sich die klinische Gesundheitsversorgung von den Menschen im Süden des Kreises entfernen. Circa 71 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner des Kreises Pinneberg wohnten in den südlichen Städten und Gemeinden. Für diese Menschen würde sich die klinische Versorgung bei einem Weggang des Klinikums von Pinneberg in den Norden ganz deutlich verschlechtern.

„Der Weg nach einem Unfall oder in anderen Notsituationen ins Krankenhaus würde deutlich länger werden. Akutversorgung und Notfallambulanz würden sich verschlechtern. Viele Patienten werden sich dann vermutlich den Hamburger Kliniken zuwenden“, so di Racca-Bönigk und Steinberg.

Sie seien in Sorge um die niedergelassenen Ärzte und Apotheken, Reha-Einrichtungen und Sanitätshäuser, ferner um die beiden Standorte von Visiorad sowie Zulieferer und Dienstleister, die in Pinneberg angesiedelt sind. Die Schließung der Kliniken hätte wahrscheinlich gewaltige Auswirkungen auf die lokale Gesundheitsinfrastruktur.

Die Kommunalpolitik, die Verwaltung und die Pinnebergerinnen Und Pinneberger setzten sich nachdrücklich für den Erhalt des Standortes ein.

( HA )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Pinneberg