Kreis Pinneberg

SPD ehrt Chefin der Jüdischen Gemeinde Elmshorn

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Verleihung Walter-Damm-Preis der SPD im Bürgerhaus in Appen mit Thomas Hölck und Preisträgerin Alice Fuhlbrügge. Rechts: Laudator Ralf Stegner.

Verleihung Walter-Damm-Preis der SPD im Bürgerhaus in Appen mit Thomas Hölck und Preisträgerin Alice Fuhlbrügge. Rechts: Laudator Ralf Stegner.

Foto: Anne Dewitz

Alice Fuhlbrügge bekommt den Walter-Damm-Preis der SPD. Was Ralf Stegner in seiner Laudatio sagt.

Appen. Walter Damm selbst habe vielen Juden während der Nazi-Zeit geholfen, daher sei die Wahl der Jury, Alice Fuhlbrügge mit dem Walter-Damm-Preis auszuzeichnen, auch bei seinen Nachkommen auf Zustimmung gestoßen, sagt Thomas Hölck, SPD-Landtagsabgeordneter. Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Elmshorn ist am Sonntag im Appener Bürgerhaus für ihr Engagement mit dem 1500 Euro dotierten Preis ausgezeichnet worden.

Mehr als 2350 Straftaten gegen Juden habe es 2020 in Deutschland gegeben. „16 Prozent mehr als im Vorjahr“, sagt Hölck. Gerade sei wieder ein Anschlag auf eine Synagoge verhindert worden. Auch wenn der von einem Syrer geplant war: Viele Tatverdächtige könnten dem rechten Milieu zugeordnet werden, ist Hölck überzeugt. Sein Appell: „Wählen Sie am 26. September eine demokratische Volkspartei!“ Und: „Der AfD werden wir niemals die Hand reichen.“

Ralf Stegner über die Kernziele der SPD

Nach mehr als 150 Jahren sei das Kernziel der SPD immer noch soziale Gerechtigkeit, sagt SPD-Landtagsabgeordneter Ralf Stegner in seiner Laudatio. „Sie gegen das Unrecht zu stellen ist oberstes Gebot.“ Der gesellschaftliche Zusammenhalt lasse sich auch bei besonderen Veranstaltungen wie dieser spüren, auf der Menschen im Mittelpunkt stehen, die nicht dem Eigennutz folgten.

Grundlage für die Einwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion sei eine Vereinbarung zwischen Bundeskanzler Helmut Kohl und dem Zentralratsvorsitzenden Heinz Galinski gewesen. In der neuen Jüdischen Gemeinde, die Alice Fuhlbrügge 2003 wiedergründete, sollten die Einwanderer ein religiöses Zuhause finden. Fuhlbrügge selbst war mit neun Jahren aus Litauen nach Schleswig-Holstein gekommen und hatte bis dahin nie eine Schule besucht. „Ich hatte gelesen, dass Walter Damm sich zu der Zeit um die Flüchtlingsströme gekümmert hat“, sagt die 82-Jährige. Gerade liege Jom Kippur hinter ihr, eine Zeit der Reflexion. Der Preis sei für sie eine Bestätigung für das, was sie getan habe.

( ade )

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