Kreis Pinneberg

Wie soll sich die Stadt Pinneberg künftig verkaufen?

| Lesedauer: 4 Minuten
Marie Birmanns

60 Entwürfe fürs neue Stadtlogo sind eingegangen. Was sie über die Stadt und ihre Einwohner verraten.

Pinneberg. Wachsend, urban, grün. Und mit Herz. Diese Leitgedanken sollen sich im neuen Pinneberger Stadtlogo vereinen. Doch wie soll es aussehen? Das Stadtmarketing hat keine Agentur beauftragt, sondern die Pinnebergerinnen und Pinneberger aufgefordert, kreativ zu werden (wir berichteten). „Sie sollen ihrer Stadtmarke ein neues Gesicht geben“, sagt Thilo Binné, Vorstandsvorsitzender des Vereins Stadtmarketing & Citymanagement. Nun liegen die geballten Ideen vor.

Pinneberg-Logo: 60 Vorschläge sind eingegangen

Eine von ihnen soll das dicke, rote „P“ ablösen, mit dem die Stadt zurzeit noch wirbt. Nach öffentlicher Online-Abstimmung und letzter Entscheidung durch ein Auswahlgremium soll die Entscheidung im November gefallen sein.

60 mal mehr, mal weniger kreative - Vorschläge liegen dem Stadtmarketing nun vor. „Die Zahl der eingereichten Vorschläge zieht uns die Schuhe aus“, sagt Birgit Schmidt-Harder, Pinnebergs Stadtmanagerin. Sie habe auf eine große Beteiligung gehofft, doch die Resonanz übertreffe alles, sagt die Pinnebergerin. „Ich bin froh, keine Auswahl treffen zu müssen, ich könnte mich gar nicht entscheiden.“

Das sollen andere tun. Jeder, der gern mitentscheiden möchte, kann die eingereichten Vorschläge auf einer eigens eingerichteten Internetseite demnächst einsehen und bis zum 8. Oktober abstimmen. Jeder darf sich drei Favoriten aussuchen und sie in eine Reihenfolge bringen. Die Abstimmung erfolgt über ein professionelles Programm namens Lamapoll. „Uns war es wichtig, ein qualitatives Programm zu nutzen, damit die Ergebnisse nicht verfälscht sind, falls jemand 100-mal für seine eigene Idee abstimmen möchte“, sagt Schmidt-Harder. Denn das gehe nicht.

Stadtlogo: Beste Entwürfe werden belohnt

Nach der Online-Abstimmung folgt die endgültige Auswahl durch ein Gremium. Das zehnköpfige Team aus Vertretern von Politik, Stadtmarketingvorstand, Wirtschaftsgemeinschaftsvorstand und dem Wirtschaftsförderer legt die drei besten Vorschläge fest. Einsatz und Kreativität werden belohnt: Für den ersten Platz gibt’s 1000 Euro, für den zweiten 500 und für den dritten 300.

Die Kriterien: Das Logo sollte Werte wie Offenheit und Lebensqualität ausstrahlen, und das originell und mit Wiedererkennungswert. Außerdem soll es sowohl einfarbig als auch mehrfarbig wirken.

Aber wie möchten die Pinneberger ihre Stadt repräsentiert sehen? Hier eine kleine, ganz subjektive Auswahl: Winfried Bornholdt beispielsweise greift sogar das dicke, rote P wieder auf, ergänzt es auf der anderen Seite um die Silhouette eines Baumes. Martina von Prondzinski vereint die Drostei, die Pinnau, den Wasserturm und das Baumschulgebiet in einer Skyline. Ein Herz müsse selbstverständlich auch im Motiv sein, sagt von Prondzinski selbst über ihr Werk.

Neues Pinneberg-Logo: Zeitlos, stylisch oder clever?

Eher klassisch und zeitlos hält es Luisa Wachsmuth mit ihrem Logo, dass ein kantiges „p“ zeigt, das auf den Kopf gedreht und gespiegelt zu einem „b“ wird. Mathematisch angehaucht ist der Logo-Vorschlag von Michael Pelster. Sein Motiv in Form eines Autokennzeichens bringt die Kreiszahl Pi mit ein. Laut Pelster soll „Mehr als 3,14“ heißen: Die Stadt Pinneberg sei nicht nur unendlich, sondern biete auch unendliche viele Möglichkeiten. Sogar Kinder sind bemüht um ihr neues Stadtlogo. Der neun Jahre alte Mika formte mit Fingerfarbe an seinen Daumen ein Herz, um zu sagen: Ich hab’ meine Stadt lieb.

Die Idee des alternativen Wettbewerbs ist eingebunden in eine Gesamtstrategie, um das Image der Stadt Pinneberg aufzuwerten. Dazu zählt auch der neue 360-Grad-Rundgang auf der Internetseite des Stadtmarketings, der die Sehenswürdigkeiten mit Extra-Infos herausstreicht. Auch neue Leitgedanken hat das Stadtmarketing herausgearbeitet: Pinneberg wachse, seit 2011 um zehn Prozent. Als Zentrum des Kreises sei die Stadt urban und nicht provinziell, es sei eine Stadt mit Herz, eine lebenswerte Natur- und Baumschulregion, und sie habe eine exzellente Anbindung an Hamburg.

Um die Ansiedlung weiterer Unternehmen zu fördern, ist ein angemessenes Image ebenfalls wichtig, sagte unlängst Wirtschaftsförderer Marco Bröcker: „Wir haben viel in die Bildungsinfrastruktur investiert, die Innenstadt saniert, der Bahnhof wird demnächst fertig, und die Westumgehung hält den Verkehr aus der Innenstadt heraus. Wir sind auch als Wirtschaftsstandort sehr gefragt, es gibt eine Reihe von Unternehmen, die nach Pinneberg wollen. Das ist mit der alten Marke schwierig zu machen.“

Abstimmen können die Bürger und Bürgerinnen über die folgende Webseite: https://survey.lamapoll.de/Stadtlogo-Wettbewerb-PI_2021_1.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Pinneberg