Pinneberg

Von Revolutionären verbotene Musik in der Drostei

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Die Hamburger Ratsmusik sind Ulrich Wedemeier an der Theorbe, Christoph Heidemann mit der Barockvioline und Gambistin Simone Eckert.

Die Hamburger Ratsmusik sind Ulrich Wedemeier an der Theorbe, Christoph Heidemann mit der Barockvioline und Gambistin Simone Eckert.

Foto: Hamburger Ratsmusik

Hamburger Ratsmusik präsentiert in Pinneberg Werke englischer Musiker. Was noch auf dem Programm steht.

Pinneberg.  Unter dem Titel „England zwischen Revolution und Restauration“ präsentiert das renommierte Ensemble Hamburger Ratsmusik um die Gambistin Simone Eckert am Sonntag, 5. September, Musik einer Zeit, in der das Musizieren zunächst verboten war und aus der sie umso strahlender wieder erblühte. Es geht um England im 17. Jahrhundert.

Musik, die von Revolutionären verboten wurde

Zwischen der Monarchie unter Charles I. und der Revolution mit dem sich anschließenden Commonwealth toben politische, materielle und religiöse Interessenskonflikte, die in einem Bürgerkrieg eskalieren. Nach der Hinrichtung des Königs verbietet die puritanische Haltung der Revolutionäre die Musikausübung, die zuvor im Schutz von Königshaus und Kirche florierte. Komponisten, Organisten und Instrumentalisten, die die alte Ära repräsentieren, werden rücksichtslos aus ihren Ämtern entfernt. Einige ziehen sich aufs Land zurück, verdingen sich als Landarbeiter oder bestenfalls als Musiklehrer bei wohlhabenden Familien, andere bedeutende Musiker fliehen ins Ausland und finden dort Anstellung und Wertschätzung.

Nach der Restauration wandelt sich der musikalische Geschmack: Charles II. bringt aus dem französischen Exil die Musik Ludwigs XIV. auf die Insel. Die neue Vorliebe für die Violine mischt sich mit der traditionellen englischen Musik.

Mit Simone Eckert an der Viola da gamba, Christoph Heidemann an der Barockvioline und Ulrich Wedemeier an der Theorbe sind Werke von Robert Johnson (ca. 1580-1634), Henry Purcell (1659-1695), John Wilson (1595 –1674), John Jenkins (1592-1676) und William Young (ca. 1625-1662) zu hören.

Zutritt nur für Geimpfte, Genesene und Getestete

Ergänzt wird das Programm in der Drostei durch die Musik von Georg Friedrich Händel (1685-1759), der London im 18. Jahrhundert in einer neuen Ära der politischen Stabilität, Weltoffenheit und kulturellen Blüte erleben durfte. Fast 50 Jahre seines Lebens verbrachte er in der englischen Metropole, wo er als Opern- und Oratorienkomponist größte Erfolge feierte.

Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr in der Dingstätte 23. Karten zu 18, ermäßigt 16 Euro können ab sofort telefonisch unter 04101/210 30 oder per E-Mail unter info@drostei.de bestellt werden. Eine Abendkasse wird es nicht geben.

Zutritt erhalten nur Geimpfte, Genesene und Getestete. Entsprechende Bescheinigungen müssen vorgezeigt werden. Eine Registrierung zur Kontaktdatenverfolgung ist notwendig, möglich ist die Luca-App, die Corona-Warn-App oder alternativ ein Formular.

1991 gründete Simone Eckert die Hamburger Ratsmusik als eine Wiederauflage des historischen Vorbilds aus dem 16. Jahrhundert. Dieses Ensemble, bestehend aus acht Ratsmusikern, leistete sich die Stadt Hamburg damals „Gott zu Ehren und Hamburg zur Lust, Ergötzlichkeit und Nutz“.

( kil )

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