Kreis Pinneberg

Anwohner des Pinneberger Amtsgerichts in Angst

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Das Amtsgericht Pinneberg, aufgenommen mit wechselnder Brennweite, muss teilweise abgerissen werden.

Das Amtsgericht Pinneberg, aufgenommen mit wechselnder Brennweite, muss teilweise abgerissen werden.

Foto: Alexander Sulanke

GMSH verschickt fehlerhaften Plan, der Folgen eines Einsturzes des Gebäude zeigen soll. Was drin steht.

Pinneberg.  Ein fehlerhafter Lageplan hat Ängste bei den Anwohnern des Amtsgerichts Pinneberg ausgelöst. Ausgangspunkt war ein Fauxpas bei der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH), die für das Gebäude zuständig ist. GMSH-Geschäftsführer Frank Eisoldt bedauert den Fehler.

Amtsgericht Pinneberg muss teilweise abgerissen wrden

Ende Mai war bekannt geworden, dass der Westflügel des 1975 erbauten Gerichtsgebäudes nicht mehr betreten werden darf. Der Grund ist eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion, die die Tragfähigkeit der Fundamente beeinträchtigt. Umgangssprachlich ist auch von einem Betonkrebs die Rede. Der Westteil des landeseigenen Gebäudes, in dem 69 Mitarbeiter tätig waren, steht auf Betonpfählen über dem Parkplatz – und ist laut der Einschätzung eines Prüfingenieurs akut einsturzgefährdet. Eine Sicherung ist nicht möglich, weil dazu Personen das Gebäude betreten müssten.

Die GMSH hatte nun berechnen lassen, was im Falle eines Einsturzes passieren könnte und dazu der Stadt am Mittwoch einen Lageplan zur Gefährdungssituation rund um das Gebäude zukommen lassen. In diesem Lageplan wird dargestellt, bis in welchen Bereich Betonteile im Falle eines Einsturzes eindringen könnten. Dies betrifft auch Privatgelände. Auf Grundlage dieses Lageplans hat die Stadt Anwohner, die rund um das Gerichtsgebäude wohnen, über die mögliche akute Gefahrensituation informiert.

Schreiben verängstigt Anwohner des Amtsgerichts

Das Schreiben der Stadt wurde am Freitag an die Anwohner versendet – und hat bei ihnen unnötige Ängste ausgelöst. Durch einen fehlerhaften Lageplan ist die Gefahrenzone fälschlicherweise auch um den Ostflügel, also das Hauptgebäude des Amtsgerichtes, gezogen worden. Dadurch ging die Stadt in ihrem Schreiben davon aus, dass auch der Ostflügel von dem Risiko eines Einsturzes bedroht wäre.

„Der dadurch entstandene Eindruck ist falsch. Das bedauere ich. Der Ostflügel war und ist nicht einsturzgefährdet“, stellte GMSH-Geschäftsführer Eisoldt am Wochenende klar. Die GMSH befinde sich in Gesprächen mit der Stadt, um diese Information für die Anwohner rund um den Ostflügel zu aktualisieren. Dies werde voraussichtlich Anfang der Woche geschehen.

Während der Westflügel abgerissen werden muss, wird derzeit die Wirtschaftlichkeit einer Sanierung des Ostflügels geprüft. Er muss in Kürze ebenfalls komplett geräumt werden.

( kol )

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