Kreis Pinneberg

Mehr Hilfsangebote und Kurse für Frauen in Not

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Psychologin Stefanie Pfingst (l.) und Sozialpädagogin Regine Heyenn vom Frauennetzwerk.

Psychologin Stefanie Pfingst (l.) und Sozialpädagogin Regine Heyenn vom Frauennetzwerk.

Foto: Katja Engler

Das Frauennetzwerk hat nach langer Coronapause wieder ein Kursprogramm aufgelegt. Was geboten wird.

Pinneberg.  Die Not der Frauen ist massiver, die Fälle sind komplexer geworden. Weil die Corona-Pandemie sie länger in ihren Wohnungen zurückgehalten hat und sie sich jetzt, wo die Frauenberatungsstelle wieder offen hat, endlich dorthin wagen. Zu Beginn des Lockdowns sei es so still gewesen. „Das konnte ja nicht stimmen“, meinen Stefanie Pfingst und Regine Heyenn, die ihre Beratung zunächst aufs Telefon verlagert hatten. Momentan, sagt Pfingst, „ist es wie eine Art Tsunami“. Viele Frauen nähmen Beratungen in Anspruch, und im September startet wieder ein umfangreiches Kursprogramm.

Anonyme Kontaktaufnahme und „Selbstfürsorge“

Neu: Über die erweiterte Website können Frauen völlig anonym und unabhängig von ihrem Handy oder Computer über den Reiter Onlineberatung und den Knopf „Text us“ mit den Beraterinnen Kontakt aufnehmen. Zweites großes Plus auf der Website: Unter dem Titel „Selbstfürsorge“ finden Frauen wirksame Übungen, um mit Ängsten umzugehen und sich besser um sich selbst zu kümmern, denn das haben Frauen in Not meist schon lange verlernt.

Was unter den nächsten Monat beginnenden Kursen zunächst nach Freizeitspaß aussieht, ist oft therapeutisch und hat den tieferen Sinn, dass Frauen, die zusammen tanzen oder essen, sich kennenlernen, austauschen und das Angebot der Beratungsstelle kennenlernen.

„Tanz & Tee für Frauen aus aller Welt“ beginnt am 26. September um 14 Uhr, ein Stadtspaziergang am einen Tag später um 17 Uhr. Ein interkultureller Bewegungskurs ist jeden Montag von 17 bis 18.30 Uhr in St. Michael offen für alle Frauen.

Selbstbehauptung und Selbstwahrnehmung

Mit kompetenten Referentinnen setzt das neue Programm da an, wo viel Bedarf ist. Selbstbehauptungstechniken vermittelt Ronja Plew am 16. Oktober von 15 bis 18 Uhr. Wege zur Weiterbildung, Berufswegplanung oder zu Konflikten im Job werden am 20. Oktober von 9 bis 15.30 Uhr aufgezeigt. Die Feministin und Ex-Redakteurin Melodie Michelberger liest am 20. Oktober von 19.30 Uhr an aus ihrem Buch „Body Politics“ – und kritisiert den weit verbreiteten weiblichen Selbsthass im Hinblick auf den eigenen Körper.

Zur Förderung der Selbstwahrnehmung kann Ausdrucksmalen eine gute Methode sein. So ein Kursus läuft vom 3. Oktober an dreimal sonntags von 10 bis 14 Uhr. Besser mit der eigenen Angst umzugehen vermittelt die Körpertherapeutin Judith Newerla ab 6. November an drei Terminen jeweils von 11 bis 14 Uhr.

Frauen-Café öffnet ab 22. September wieder

Frauen, die unter digitaler Gewalt leiden, etwa durch Ex-Partner, die das eigene Mobiltelefon ausspähen oder den Computer überwachen, lernen am 22. November von 18 bis 20 Uhr von der Trainerin Cordelia Moore, wie sie sich daraus befreien und das verändern können. Und zu guter Letzt findet am 23. November von 16.30 bis 19.30 Uhr ein Workshop statt, der Frauen wieder ein Gefühl von Lebenslust nahebringt.

Es gibt viele einsame Frauen in Pinneberg, die in Krisen feststecken, sagen Stefanie Pfingst und Regine Heyenn. Alle Angebote des Frauennetzwerkes sind dazu da, diese Frauen zu ermutigen, wieder zusammenzukommen. Zu diesem Zweck öffnet am 22. September wieder das Frauen-Café (nur nach Anmeldung unter Telefon: 0157/34 59 02 53).

Anmeldung und nähere Informationen: www.frauennetzwerk-pinneberg.de

( eng )

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