Kreis Pinneberg

Kramp-Karrenbauer genehmigt neuen Namen für Kaserne

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Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Bundesministerin der Verteidigung, genehmigt den neuen Namen für die Appener Kaserne.

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Bundesministerin der Verteidigung, genehmigt den neuen Namen für die Appener Kaserne.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Standort Appen darf nach Jürgen Schumann benannt werden. Der Kapitän der „Landshut“ wurde 1977 in Aden ermordet.

Appen.  Nun steht der Umbenennung der Appener Marseille-Kaserne in Jürgen-Schumann-Kaserne nichts mehr entgegen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat den entsprechenden Antrag des Inspekteurs der Luftwaffe genehmigt, wie der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann aus Regierungskreisen erfahren hat.

„Ich freue mich sehr, dass die Initiative der Bundeswehr-Kameradinnen und -Kameraden des Standorts nach einem vorbildlichen Prozess jetzt zu diesem hervorragenden Ergebnis geführt hat“, sagt Rossmann, der von einem „starken Signal für eine moderne Armee in einer demokratischen Gesellschaft“ spricht.

Neuer Namensgeber war Pilot der „Landshut“

Der neue Namensgeber Jürgen Schumann war am 13. Oktober 1977 der Pilot des unheilvollen Lufthansa-Fluges LH 181 von Palma de Mallorca nach Frankfurt am Main. Kurz nach dem Start kaperten palästinensische Terroristen die auf den Namen „Landshut“ getaufte Boeing 737 und dirigierten den Flieger über Rom, Larnaka und Dubai ins südjemenitische Aden. Dort richteten sie den 37-jährigen Schumann im Mittelgang der Maschine vor den Augen der 87 Passagiere mit einem Kopfschuss hin. Sein Co-Pilot Jürgen Vietor, der heute 78-jährig in Quickborn lebt, musste dann weiter in die somalische Hauptstadt Mogadischu fliegen, in der deutsche Elite-Polizisten die „Landshut“ am 18. Oktober 1977 stürmten und das Geiseldrama beendeten.

Sowohl Schumann als auch Vietor hatten vor ihrer Zeit bei der Lufthansa schon eine militärische Laufbahn hinter sich, der eine im Starfighter-Cockpit, der andere als Pilot eines Seefernaufklärungsflugzeugs. Beide waren während ihrer Ausbildung auch in Appen gewesen, hatten einander dort jedoch nicht getroffen. Ihre Lebenswege kreuzten sich nur ein einziges Mal: während des schicksalhaften Fluges LH 181.

Das Verfahren zur Umbenennung der Marseille-Kaserne begann im Sommer vergangenen Jahres. Vorangegangen war ein Traditionserlass aus dem Verteidigungsministerium, demzufolge die eigene Geschichte der Bundeswehr – sie begann 1956 – bei der Namenssuche für Kasernen richtungsweisend sein solle. Dazu passte Hans-Joachim Marseille, auf dessen Namen Verteidigungsminister Georg Leber (SPD) den ehemaligen Fliegerhorst Uetersen im Oktober 1975 taufte, nun gar nicht. Marseille, Jahrgang 1919, war ein begnadeter Flieger. Ein Kämpfer aber auch, der im Zweiten Weltkrieg vor allem dadurch auffiel, dass er so viele feindliche Flugzeuge abschoss wie kein anderer, ehe er 22-jährig bei einer missglückten Notlandung in Ägypten ums Leben kam. Sein Spitzname: „Stern von Afrika“.

( sul )

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