Kreis Pinneberg

Zehn Jahre ADFC: Wie der Fahrradclub wurde, was er ist

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Anne Dewitz
Ulf Brüggmann, Ortsgruppensprecher des ADFC in Pinneberg mit seinem Fahrrad am Bahnhof.

Ulf Brüggmann, Ortsgruppensprecher des ADFC in Pinneberg mit seinem Fahrrad am Bahnhof.

Foto: Katja Engler / HA

2011 gründeten zwölf Pinneberger eine Ortsgruppe. Heute hat der Fahrradverein kreisweit 1000 Mitglieder.

Pinneberg.  Alles begann im März 2011 ganz klein: Ein Dutzend Fahrradbegeisterte trafen sich im Pinneberger Ratskeller und gründeten den ADFC Pinneberg. Ob sie damals ahnten, was daraus werden würde? Anlaufstelle für Radwanderer, meinungsstarke Lobby, Vorbild für andere Städte und Gemeinden, in denen sich in den folgenden Jahren Ortsgruppen bilden sollten: In zehn Jahren hat sich der Verein zu einer Institution entwickelt, die aus der Kreisstadt nicht mehr wegzudenken ist.

ADFC hat im Kreis Pinneberg mehr als 1000 Mitglieder

Aber wie gesagt, alles begann ganz klein. Die Sache mit den Radtouren zum Beispiel. „Waren es in den

Anfangsjahren zehn bis 20 über die Sommersaison verteilt, so sind es inzwischen 52“, sagt Ulf Brüggmann, der 2016 die Funktion des Ersten Sprechers von Juliane Besendahl übernahm und bis heute innehat.

Auch die Zahl der Mitglieder hat sich kontinuierlich erhöht, sodass sich 2018 die Ortsgruppen in Tornesch/Uetersen, Halstenbek und Schenefeld ausgründen konnten. „Derzeit sind mehr als 1000 Menschen im Kreis Pinneberg Mitglied im ADFC“, sagt Brüggmann. Er hofft, dass der Fahrradclub bald wieder uneingeschränkt seine Aktivitäten aufnehmen kann, die wegen der Pandemie in diesem und dem vergangenen Jahr kaum möglich waren.

Jubiläumstour wegen Corona verschoben

Corona ist es auch zuzuschreiben, dass die geplante Jubiläums-Fahrradtour der Pinneberger Ortsgruppe um einige Monate verschoben werden musste. Sie wird nun an diesem Sonntag, 8. August, nachgeholt. Der Start ist um 14 Uhr vor der Drostei. Die Strecke führt auf etwa 17 Kilometern durch Pinneberg und Umgebung. Sie soll gegen 16 Uhr enden und bei Kaffee und Kuchen ausklingen. Alle Pinneberger, die gern Rad fahren, sind eingeladen.

Der ADFC Wedel feiert mit und bietet eine kleine Tour nach Pinneberg an. Los geht es um 12 Uhr am S-Bahnhof Wedel.

Sternfahrt, Stadtadeln und Fahrradcodierung

Ein Jubiläum ist auch immer ein Anlass, auf das Erreichte zurückzublicken: „Der ADFC Pinneberg hat in den vergangenen Jahren Themen-Radtouren mit der Bürgermeisterin, der lokalen Politik und der Presse organisiert“, so Brüggmann. Auch das seit Jahren fest etablierte Stadtradeln in Pinneberg sowie die jährliche Fahrradsternfahrt nach Hamburg geht auf dessen Initiative zurück.

Regelmäßig bietet die Ortsgruppe das Codieren von Fahrrädern an. Mithilfe der Codes können aufgefundene Fahrräder ihren rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben werden. Außerdem sollen die Codes Diebe abschrecken. In der Anfangszeit wurden die Codierungen aufgeklebt, im Laufe der Jahre hat die Ortsgruppe weitere Geräte für Prägecodierungen angeschafft. „Insbesondere Besitzer neuer E-Bikes nutzen diese Möglichkeit, ihr Eigentum zu schützen“, sagt Brüggmann.

Jeden zweiten Dienstag im Monat lädt die Gruppe zum Radlertreff ins Sportzentrum des VfL Pinneberg. Diese Veranstaltung steht allen offen, die sich über technische Neuerungen, Erlebnisberichte von Radreisenden, lohnende Ziele in der Region oder Verkehrsregeln informieren möchten.

ADFC bringt Radverkehrsthemen in die Politik

Die ehrenamtlich Tätigen bieten in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Pinneberg auch Reparaturkurse für Anfänger und Fortgeschrittene an. „An mitgebrachten Rädern wird demonstriert, was im Falle einer Panne zu tun ist oder bei einer etwas aufwendigeren Reparatur, bevor eine Fachwerkstatt hinzugezogen wird“, sagt Brüggmann. Auch auf den obligatorischen Frühjahrs-Check wird eingegangen.

Der ADFC engagiert sich auch bei den Verwaltungen und den politischen Gremien auf lokaler und Kreisebene, weist auf Mängel an Radwegen hin. „Wir möchten zum Wohle der Umwelt sowie der Gesundheit der Bevölkerung den Anteil des Radverkehrs erhöhen und dafür möglichst optimale Voraussetzungen schaffen“, sagt Brüggmann. Durch ständige Konsultationen bei der Stadtverwaltung und den politischen Parteien habe es der ADFC erreicht, dass es in Pinneberg erste Fahrradstraßen gibt.

Außerdem habe sich der ADFC im Thesdorfer Weg für den Lückenschluss des Rad- und Gehwegs im Bereich Danziger Straße engagiert. Auch die Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht sowie der fahrradfreundliche Ausbau an der Kreuzung Bahnhof- und Moltkestraße geht auf die Initiative des Fahrradclubs zurück. Auf der Agenda steht auch die Aufklärung aller Verkehrsteilnehmer im Sinne der Straßenverkehrsordnung.

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