Schwerer Unfall

Linienbus rammt Auto in Quickborn – sieben Verletzte

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In Quickborn sind ein Linienbus und ein Auto kolligiert. Bei dem Unfall wurden sieben Menschen verletzt.

In Quickborn sind ein Linienbus und ein Auto kolligiert. Bei dem Unfall wurden sieben Menschen verletzt.

Foto: Florian Sprenger / Westküstren News

VW-Fahrer übersieht Sonntagabend an Kreuzung in Quickborn-Heide ​einen Wagen der VHH, der Vorfahrt hat. 30.000 Euro Sachschaden.

Quickborn. Schon wieder hat sich im Kreis Pinneberg ein schwerer Unfall mit einem Linienbus ereignet, es ist der dritte innerhalb eines Jahres. Sieben Menschen wurden verletzt, als am Sonntagabend um 19.45 Uhr ein Bus einen VW Passat rammte.

Busunfall mit sieben Verletzten am Sonntagabend

Der folgenschwere Unfall ereignete sich um kurz vor 19.30 Uhr an der Kreuzung Robert-Bosch-Straße/Max-Weber-Straße. Nach Polizeiangaben befuhr ein 40 Jahre alter Mann aus Quickborn mit seinem VW die Max-Weber-Straße aus Richtung Friedrich-List-Straße kommend. Er wollte an der Kreuzung die Robert-Bosch-Straße, die vorfahrtsberechtigt ist, geradeaus überqueren.

In diesem Moment näherte sich aus der Robert-Bosch-Straße ein Linienbus der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH), der in Richtung Friedrichsgaber Straße fuhr. Die Linie 194 verbindet die AKN-Station Quickborn mit der U-Bahn-Haltestelle Norderstedt-Mitte. Der Bus kam aus Richtung des Autofahrers von rechts – und hatte Vorfahrt.

Warum der Autofahrer auf die Kreuzung fuhr, ist unklar

Dennoch fuhr der 40-Jährige aus bisher unbekannten Gründen in den Kreuzungsbereich ein. Der 49 Jahre alte Busfahrer, der ebenfalls aus Quickborn stammt, versuchte noch, sein tonnenschweres Gefährt mittels einer Vollbremsung zu stoppen. Das gelang jedoch nicht. Der Linienbus bohrte sich in die Beifahrerseite des VW und drückte diesen zur Seite.

Der Passat drehte sich mehrfach und schleuderte dann mit dem Heck gegen einen Baum. Anschließend kam das Fahrzeug auf einem Grünstreifen zum Stehen. Der 40 Jahre alte Fahrer, der sich allein im Wagen befand, konnte sich zum Glück selbst befreien. Laut Polizeiangaben befanden sich sieben Fahrgäste in dem Linienbus.

Autofahrer, Busfahrer und fünf Fahrgäste verletzt

Die Regionalleitstelle in Elmshorn schickte unmittelbar nach Eingang der Unfallmeldung ein Großaufgebot an Rettungskräften und Polizei zum Unfallort. Fünf Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug trafen kurze Zeit später an der Unfallstelle ein. Alle Insassen wurden vor Ort medizinisch untersucht. Es stellte sich heraus, dass zwei Insassen des Busses unverletzt geblieben warten.

Fünf Fahrgäste im Alter zwischen 16 und 49 Jahren wurden durch die Vollbremsung und den Aufprall verletzt. Auch der Autofahrer und der 49-Jährige am Steuer des Linienbusses gehören zu den Verletzten. Die Polizei stuft zwei der Personen als schwer, die anderen als leicht verletzt ein. Fünf Betroffene kamen in umliegenden Krankenhäuser, zwei Verletzte konnten nach einer ambulanten Behandlung vor Ort entlassen werden.

Laut Polizeiangaben hat der VW nur noch Schrottwert. Auch der Linienbus wurde erheblich beschädigt. Die Front ist stark deformiert, die Windschutzscheibe gesplittert. Die Beamten geben den Gesamtschaden mit 30.000 Euro an. Die Kreuzung blieb für die Rettungs- und Bergungsarbeiten längere Zeit gesperrt. Zu größeren Verkehrsproblemen kam es aber nicht.

Elf Personen bei Busunfall im Juni verletzt

Erst am 10. Juni war es an der Abfahrt Halstenbek/Rellingen der A 23 zu einem Busunfall mit elf leichtverletzten Personen gekommen. Beteiligt waren ein Linien- und ein Schulbus, die beide von den VHH kamen. Am Ende der Autobahnausfahrt wollte der 63 Jahre alte Fahrer des Schulbusses nach links auf den Halstenbeker Weg einbiegen. Von links näherte sich zu diesem Zeitpunkt ein 25 Jahre alter Kollege mit einem Bus der Linie 185, der von Pinneberg aus in Richtung Schenefeld unterwegs war.

Er hatte Vorfahrt, wollte aber dem Kollegen einen Gefallen tun und signalisierte ihm, auf das Vorfahrtsrecht verzichten zu wollen. Dann soll der 25-Jährige jedoch bemerkt haben, dass Gegenverkehr herrschte und der von der Autobahn kommende Bus nicht abbiegen kann. Er setzte daher seine Fahrt fort. In diesem Moment fuhr jedoch der von der A 23 kommende Kollege an und traf den Bus der Linie 185 im hinteren seitlichen Teil.

In diesem Fall gab die Polizei die Schadenshöhe mit 40.000 Euro an. Sie ermittelt gegen beide Busfahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung. Ein solches Verfahren muss der Busfahrer aus Quickborn nicht fürchten, der Verursacher am Pkw-Steuer dagegen schon.

( HA )

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