Kreis Pinneberg

Neuer Reitweg im Rantzauer Forst in Quickborn eingeweiht

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Den neu angelegten Reitweg im Meeschensee-Wald in Quickborn-Heide können außer Reitern auch Pferdekutschen nutzen.

Den neu angelegten Reitweg im Meeschensee-Wald in Quickborn-Heide können außer Reitern auch Pferdekutschen nutzen.

Foto: Burkhard Fuchs

Pferdefreunden steht Rundkurs von fünf Kilometer Länge zur Verfügung. Reiten wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt.

Quickborn.  Freizeitreiter und Freunde des Reitsports können jetzt auch in Quickborn-Heide ihrem Hobby nachgehen. Die Reitervereinigung der Reitregion Quickborn (RRQ) hat mithilfe der Revierförsterei einen neuen Reitweg angelegt, der sich mitten im sogenannten Meeschensee-Wald im Rantzauer Forst befindet und nordwestlich der Klaus-Groth-Straße an der Ulzburger Landstraße liegt.

Reitern steht ein fünf Kilometer langer Rundkurs zur Verfügung

Initiator Hans-Ulrich Plaschke von der RRQ eröffnete den Reitweg zusammen mit dem Ersten Stadtrat Bernd Weiher, Revierförster Sebastian Bohne und Britta Herbst, die beim Pferdesportverband in Schleswig-Holstein die Abteilung für Breitensport, Pferd und Umwelt leitet.

„Hier in Quickborn-Heide steht den Pferdefreunden jetzt ein Rundkurs von etwa fünf Kilometer Länge zur Verfügung“, sagte Plaschke. Mit dem 15 Kilometer langen Reitweg um das Quickborner Himmelmoor, der vor zehn Jahren geschaffen wurde, sei Quickborn „nun mit zwei ausgezeichneten Naturgebieten als Reitrevier ein richtiges Reiterparadies“, sagt Plaschke. „Das Potenzial für weitere Wege ist auch vorhanden.“

Ein Lob, das Stadtrat Weiher gleich an den Vereinschef weitergab. „Die Reitervereinigung hat in den vergangenen Jahren zu einem regelrechten Reiter-Boom in Quickborn geführt. Reiten ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für unsere Stadt.“ So seien rund 3000 Pferde allein in Quickborner Ställen untergebracht, sagte Weiher. Es werde auch therapeutisches Reiten in Quickborn angeboten. „All das macht Quickborn attraktiv und liebenswert und freut uns als Kommunalpolitiker.“

Wald in Quickborn-Heide soll künftig aufgeforstet werden

Kreisweit gebe es 26 Reitervereine und 33 Reiterhöfe, beschreibt Plaschke die Bedeutung der Reiterei im Kreis Pinneberg. Landesweit zähle der Dachverband 36.200 Mitglieder. Bundesweit frönten fast drei Millionen Menschen im Verband oder nicht organisiert dem Pferdesport, wobei 900.000 Bundesbürger ein eigenes Pferd besäßen. Interesse am Reiten zeigten darüber hinaus weitere elf Millionen Menschen in Deutschland, sagt Plaschke. Die gesamte Branche erlöse hierzulande fast sieben Milliarden Euro Umsatz im Jahr.

Für den neuen Reitweg im Meeschenseer Wald hat Förster Bohne eigens eine freigelegte Schneise im Wald so ausgebaut und mit kleingehäckseltem Mulch versehen, dass die Pferde hier bequem durch das Unterholz traben können. Diese Ausholzungsarbeiten seien ohnehin jedes Jahr fällig, um die Fichten und Kiefern, die vom Borkenkäfer befallen seien oder aus anderen Gründen vor dem Absterben stünden, aus dem Wald zu entfernen.

Nach und nach solle auch der etwa 200 Hektar große Mischwald in Quickborn-Heide mit einheimischen Laubbäumen aufgeforstet werden, kündigte Bohne an. Der Förster ist zuständig für 1700 Hektar Wald, die sich von Kaltenkirchen über Quickborn bis Norderstedt erstrecken.

Abwägen zwischen Erholung und Naturschutz

„Der Wald hat für uns drei wichtige Funktionen zu erfüllen, die nicht immer leicht zu vereinbaren sind“, betont Revierförster Bohne. So sei er für die Wirtschaft ein wichtiger Holzlieferant. Zugleich werde der Wald als Naturschutzfläche für die Flora und Fauna benötigt. Und der Bevölkerung diene er als Erholungsraum für Spaziergänge oder den Wald-Kindergärten.

„Gerade zwischen dem Naturschutz und der sozialen Erholungsfunktion müssen wir als Förster oft die Interessen abwägen“, sagt Bohne. „Da beschweren sich die Jogger im Wald über die Pferdeäpfel, während die Reiter über freilaufende Hunde klagen, die ihre Pferde erschreckten. Das birgt einiges an Konfliktpotenzial.“ Durch den hohen Besucherdruck, den die Corona-Krise zusätzlich befeuert hat, habe sich dieser Konflikt noch weiter verschärft.

Die Freizeitreiter zeigten sich begeistert von dem neuen Reitweg in Quickborn. „Wir freuen uns sehr darüber, weil wir sehr gerne in Quickborn reiten“, sagte Steffi Iden, die hier einen Reitstall mit 15 Pferden betreibt. „Super. Das ist eine Bereicherung für die ganze Reitregion. Jetzt müssen wir hier nicht mehr zickzack Reiten“, sagte Birte Richter, die mit den Mitstreitern vom Reit- und Fahrverein aus Hasloh nach Quickborn geritten kam.

( bf )

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