Kreis Pinneberg

Polizei warnt vor Störung von Wildtier-Nachwuchs

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Ein Kitz in der Wildtierauffangstation im Kreis Pinneberg.

Ein Kitz in der Wildtierauffangstation im Kreis Pinneberg.

Foto: Nico Binde / HA

Die größten Feinde von jungen Rehen, Vögeln oder Hasen sind unangeleinte Hunde und Mahd. Das Töten ist eine Straftat.

Kreis Pinneberg. Nicht angeleinte Hunde und gedankenlose Wiesenmahd sind im Frühjahr die größten Feinde des Wildtier-Nachwuchses. Darauf weisen jetzt die Polizei im Kreis Pinneberg sowie die Kreisjägerschaft hin. Demnach seien junge Feldhasen, Rehkitze und die Küken der heimischen Bodenbrüter im Frühling – ihren ersten Lebenswochen – besonders vielen Gefahren ausgesetzt. Denn sie verharren bei Bedrohungen reglos statt zu flüchten.

Wie die Polizei mitteilt, werden durch das frühe Mähen von Grünflächen Jahr für Jahr Jungtiere von landwirtschaftlichen Maschinen erfasst und getötet. Die Wiesen und Weiden bieten den Tieren einerseits Schutz vor ihren Feinden, andererseits beginnt dort auch die Mahd für die Futterbergung. „Jäger und Bauern setzen sich seit vielen Jahren dafür ein, dass Rehkitze, Junghasen oder auch Gelege von Bodenbrütern vor den Erntemaschinen geschützt werden können.“ sagt Wolfgang Heins, Präsident des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein aus Lutzhorn.

Deshalb werden sowohl das Absuchen der Felder vor der Mahd, die Vergrämung, als auch das Mähen von innen nach außen als bewährte Verfahren zum Schutz praktiziert. Zudem kommen seit einigen Jahren auch Drohnen mit Wärmebildkameras beim Absuchen der Felder vor den Erntemaschinen zum Einsatz. Bauern und Jäger seien auch in diesem Frühjahr aufgerufen, an diesen Maßnahmen festzuhalten.

Hintergrund der eindringlichen Warnung ist, dass es eine Straftat darstellt, wenn der Tod von Wildtieren in Kauf genommen wird. Das gilt in dieser Jahreszeit vor allem auch für Hundehalter. Freilaufende Hunde seien nämlich eine ebenso große Gefahr für junge Wildtiere. Beamte des Polizei-Autobahn- und Bezirksreviers Elmshorn haben 2020 vereinzelte Fälle von getöteten Rehkitzen bearbeitet und bitten um erhöhte Aufmerksamkeit. Im Übrigen gelte in den Wäldern des Landes eine ganzjährige Leinenpflicht.

Auch die Rettung von Jungtieren sollte nicht allein gemeistert werden. Immer sollte der örtlich zuständige Jäger informiert werden. Dieser unterstütze meist gerne. Wer Hilfe und Informationen benötigt, kann diese bei der Norddeutschen Wildtierrettung oder dem Landesjagdverband Schleswig-Holstein erhalten. Wichtig sei, dass Jungtiere keinesfalls angefasst werden sollen.

( nib )

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