Pinneberg

Grüne & Unabhängige suchen Plätze für neue Stadtbäume

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Fünf Mitglieder der Gruppe „Pinneberger*innen für Baumschutz“ an den Stümpfen der gefällten Robinien hinter dem Bahnhof.

Fünf Mitglieder der Gruppe „Pinneberger*innen für Baumschutz“ an den Stümpfen der gefällten Robinien hinter dem Bahnhof.

Foto: Katja Engler

Bürger sind eingeladen, Vorschläge zu machen. Neue Pinneberger Gruppe plant am 24. April eine eigenständige Protestaktion.

Pinneberg. Dass in den vergangenen Wochen in Pinneberg unter Protest vieler Bürgerinnen und Bürger zahlreiche Bäume gefällt worden sind, hat die Grünen & Unabhängigen erneut auf den Plan gerufen. In einer Erklärung fordern sie zum einen mehr Neupflanzungen von Bäumen und einen besseren Schutz.

„Ein solch verschwenderischer, unsensibler und nicht nachvollziehbarer Umgang mit unseren Stadtbäumen muss ein Ende haben!“, heißt es in dem Schreiben. Zum anderen wollen sie die Einwohner stärker einbeziehen. Darüber hinaus haben Bürger selbst die Gruppe „Pinneberger*innen für Baumschutz“ gegründet, die sich am kommenden Sonnabend, 24. April, um 11.30 Uhr zum öffentlichen Protestgang gegen solche Baumfällungen aufmachen will.

Dazu wollen sich die Mitglieder an den Robinienstümpfen an der Straße An der Mühlenau treffen und durch den Fahlt zum Rathaus marschieren. Dort soll um 12.15 Uhr eine öffentliche Abschlussveranstaltung stattfinden. „Dies ist ein erster Schritt zu einem grundsätzlichen Umdenken im Umgang mit unserer Natur“, sagt Claus Reichelt von der Gruppe. „Bäume sind ein kostbares Gemeingut, sie müssen in einem Baumkataster erfasst und kartiert werden und brauchen konsequenten Schutz“, fordert Gerd-Rainer Denk. Dass die Ratsversammlung 2019 den Klimanotstand für Pinneberg ausgerufen habe, müsse mehr Konsequenzen haben, sagt Almuth Bretschneider.

Ihre Demonstration soll unter Einhaltung der Corona-Regeln stattfinden. Sie wollen den zerstörerischen Umgang mit der Stadtnatur stoppen, den sie bei den Baumrodungen in Thesdorf, auf dem ILO-Gelände, dem Kasernenareal Eggerstedt, in Gehrstücken und am Ossenpadd anprangern. In anderen Städten gebe es beispielsweise Klimaräte, in denen sich Beiräte, Privatleute, Verbände und Kirchen für eine klimafreundliche Stadtentwicklung einsetzen. „So ein Gremium brauchen wir dringend auch für Pinneberg“, so die Protestierenden.

Die Grünen & Unabhängigen knüpfen also exakt dort an, worauf der Protest der freien Gruppe abzielt. Sie wollen künftigen Baumfällungen mehrfach entgegenwirken und sich in den entsprechenden Gremien stärker für den Naturschutz einsetzen. Neben der SPD hatte auch ihre Fraktion eine Baumschutzsatzung gefordert (wir berichteten). In ihrer Mitteilung schreiben Birgit Wunder, Manfred Stache und Joachim Dreher außerdem, dass sie sich für mehr Transparenz in der Stadtverwaltung einsetzen wollen.

Konkret laden sie alle Pinnebergerinnen und Pinneberger ein, sie bei der Stärkung der Stadtnatur zu unterstützen: „Wir suchen Orte in Pinneberg, an denen neue Bäume gepflanzt werden können.“ Ausgleichspflanzungen fänden nämlich überwiegend außerhalb des Stadtzentrums statt. „Die Fraktion bittet darum, Ausschau nach Plätzen zu halten, an denen neue Bäume gepflanzt werden können – am Straßenrand beispielsweise oder auf Verkehrsinseln, auf Schulhöfen, Spielplätzen und an Spazierwegen“, heißt es in der Mitteilung.

Vorschläge sollen gesammelt werden, um sie dann der Bürgermeisterin Urte Steinberg zu übergeben. Per E-Mail können sie gesandt werden an die Adresse baumraummelder@unser-pi.de und direkt eingetragen werden im Netz unter https://zumpad.zum.de/p/baumraummelder.

( eng )

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