Kreis Pinneberg

Weiteres Bündnis protestiert gegen A23-Ausbau

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Der geplante Ausbau der A23 im Kreis Pinneberg löst heftige Kritik aus.

Der geplante Ausbau der A23 im Kreis Pinneberg löst heftige Kritik aus.

Foto: Ulrich Stückler

Die Erweiterung der Autobahn im Kreis Pinneberg ruft erneut Kritik hervor. Jetzt machen Hamburger Verbände mobil.

Kreis Pinneberg. Der geplante, sechsspurige Ausbau der A23 von Hamburg bis nach Elmshorn wird mehr und mehr zum Streit- und Wahlkampfthema. Nachdem sich ein Bündnis aus Hamburger und Pinneberger Grünen, die Halstenbeker SPD sowie eine Bürgerinitiative vehement gegen das Projekt stemmt, ist auf Hamburger Seite die Zahl der Befürworter groß. Zudem hatte die CDU im Kreis zuletzt sogar eine Deckel-Idee für den Ausbau ins Spiel gebracht hat.

Nun meldet sich auch das Hamburger Bündnis Mobilität zu Wort. Der Zusammenschluss von Initiativen und Verbänden für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung in der Hansestadt protestiere gegen den geplanten Ausbau. Es handele sich um „eine falsche Prioritätensetzung bei den Investitionen in Verkehrsinfrastruktur“. Das Bündnis fordert die Landesregierungen in Kiel und Hamburg auf, den klimaschädlichen Ausbau zu stoppen und stattdessen mit dem Ausbau der Bahn- und der S-Bahn-Strecke (S4) nach Elmshorn zu beginnen. Ähnlich hatten sich auch die Grünen geäußert.

Laut Bündnis werde seit 40 Jahren über den Ausbau des Schienenwegs parallel zur A23 diskutiert – bisher ohne Umsetzung. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) halte einen Schienenausbau nicht vor 2033 für realistisch, der A23-Ausbau dagegen soll bis 2029 abgeschlossen sein.

Hamburg und Schleswig-Holstein hätten zwar unterschiedliche Konzepte für die S-Bahn-Linie S4 in Richtung Pinneberg und Elmshorn vorgestellt. „Doch von der Umsetzung ist man weit entfernt,“ kritisiert Karl-Peter Naumann, einer der Sprecher des Arbeitskreises Schiene im Hamburger Bündnis Mobilität. Obwohl seit Jahrzehnten bekannt sei, dass die Gleise von Elmshorn nach Hamburg ein Engpass sind, der mehr Züge ausschließen und eine S-Bahn fehlt.

Wenn jetzt in die Autobahn statt in die Schiene investiert werde, laufe das allen Klima- und Umweltzielen entgegen. Selbst wenn die Zahl der E-Autos zunehme, bleibe hoher Platzbedarf, Lärm und die Versiegelung der Landschaft.

„Die Klimaziele 2030 lassen sich nur erreichen, wenn auch der Verkehr einen deutlichen Beitrag leistet“, sagt Gerald List, der zweite Sprecher des Arbeitskreises Schiene im Bündnis. „In Sonntagsreden wird immer wieder gefordert, die Schiene für Pendler attraktiver zu machen, damit sie auf die umweltfreundliche und elektrisch betriebene Bahn umsteigen. Für das Hamburger Bündnis Mobilität darf das nicht nur sonntags gefordert werden, sondern muss im Alltag auch sichtbar werden.“

Der geplante Bau der Ostachse der S4 von Hamburg nach Bad Oldesloe zeige, wie es gehen kann. Dagegen führe der sechsspurige Ausbau der A23 in eine Umweltsackgasse, so das Bündnis.

( nib )

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