Kreis Pinneberg

Bäckerei Schlüter will in Halstenbek expandieren

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Tim Büsch und Nicole Arts haben Bäcker Schlüter übernommen. Nun wollen sie expandieren.

Tim Büsch und Nicole Arts haben Bäcker Schlüter übernommen. Nun wollen sie expandieren.

Foto: Arne Kolarczyk / arne Kolarczyk

Zumindest Teilen der Politik gehen die Pläne zu weit. Entscheidung fällt Ende April

Halstenbek.  Es geht um ein alteingesessenes Unternehmen, um einen guten Gewerbesteuerzahler. Aber es geht auch um eine großflächige Erweiterung an einem Standort, der für einige Kommunalpolitiker der falsche ist. Halstenbeks Politiker tun sich schwer mit der vom Unternehmen gewünschten Ausdehnung der Bäckerei Schlüter an der Dockenhudener Chaussee. Während der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde eine Entscheidung über das Projekt erneut vertragt – mittlerweile bereits zum dritten Mal.

Die Bäckerei an der Gustavstraße, die seit 2019 nicht mehr von Familie Schlüter geführt wird, war 2005 durch ein Feuer weitgehend zerstört worden. In der Folge wurde die Backstube im März 2006 in den ehemaligen Aldi-Markt an der Dockenhudener Chaussee verlagert. „Die vorhandene Backstube, das Büro und vor allem die Sozialräume entsprechen nicht mehr den Anforderungen an moderne Arbeitsplätze“, sagen nun die Betreiber der Bäckerei in ihrem Antrag an die Gemeinde.

Die Familie Schlüter, der weiterhin Gebäude und Grundstücke gehören, will daher aus-, an- und umbauen, hat dafür ein benachbartes Grundstück erworben. Das künftige Areal soll 10.715 Quadratmeter groß sein. In westlicher Richtung ist eine Erweiterung der Bäckerei um mehr Produktionsfläche, Lagerkapazitäten sowie Büro- und Sozialräume geplant. Dazu sollen unter anderem eine zweigeschossige Halle mit den Ausmaßen 30 mal 60 Metern sowie Büro- und Sozialräume in einem Anbau mit den Ausmaßen 15 mal 30 Meter entstehen. Auch weitere Stellplätze für die Mitarbeiter hinter dem Komplex sind geplant.

Für dieses Projekt müsste nicht nur der Flächennutzungsplan geändert werden, es soll auch der Bebauungsplan mit der Nummer 86 mit der Bezeichnung Sondergebiet Großbäckerei/Konditorei aufgestellt werden. Für Halstenbeks Grüne ist dies zu viel des Guten, sie beklagen eine Verdreifachung der bisherigen Unternehmensfläche. „Wir haben damit Bauchschmerzen“, so Karen Schröder (Grüne). Die Partei hatte zu Beginn der Sitzung gemeinsam mit der SPD einen Änderungsantrag eingebracht, der die Baufläche etwas einschränkt und die Abstandsfläche zur Wohnbebauung weiter fasst. „Wir stehen einer maßvollen Erweiterung nicht im Wege“, so Schröder weiter.

CDU und FDP beklagten, nicht vorher über den kurzfristigen Antrag informiert worden zu sein. „Wir können nicht darüber abstimmen, weil wir nicht wissen, wie sich der Investor dazu verhält“, so Andreas Pauli (CDU). Und Ingrid Vater (FDP) malte das Gespenst einer möglichen Abwanderung des Unternehmens an die Wand. „Es gibt keine Signale, dass Schlüter Halstenbek den Rücken kehrt“, beruhigte Bürgermeister Claudius von Rüden. Eine zwischenzeitliche Klärung ergab, dass der Betrieb noch Gesprächsbedarf über den Änderungsantrag hat und zunächst mit Berater und Rechtsbeistand Rücksprache halten will. Eine Entscheidung soll auf einer Sondersitzung des Gemeinderats am 26. April fallen.

( kol )

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