Kreis Pinneberg

Windrad-Streit: Moorreger fordern Dialog auf Augenhöhe

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Wehrt sich gegen Anfeindungen aus Uetersen: Moorreges Bürgermeister Wolfgang Balasus.

Wehrt sich gegen Anfeindungen aus Uetersen: Moorreges Bürgermeister Wolfgang Balasus.

Foto: Thomas Pöhlsen

Bürgermeister Wolfgang Balasus weist Kritik der Grünen in Uetersen am Moorreger Nein zum Repowering zurück.

Uetersen.  Moorreges Bürgermeister Wolfgang Balasus wehrt sich gegen Vorwürfe der Grünen in Uetersen. Sie hatten die Entscheidung gegen den Windkraftbeschluss der Moorreger Gemeindevertretung in einem offenen Brief zuvor harsch kritisiert. Sie hatten unter anderem behauptet, die Moorreger Mandatsträger hätten mehrheitlich nicht verstanden, dass es um die Zukunft der Erde und um das Leben der nächsten Generation gehe.

„Geht’s auch eine Nummer kleiner? Es ist schon ein bisschen wagemutig zu behaupten, das Schicksal der Erde hänge vom Uetersener Windkraft-Repowering ab“, sagt nun Bürgermeister Balasus. Die Moorreger Gemeindevertretung habe sich sorgfältig und kompetent mit der Materie auseinandergesetzt. Der Windpark liege in der Elbmarsch, die zu einem Hauptvogelzuggebiet gehöre. Es sei nicht auszuschließen, dass die deutlich höheren Windenergieanlagen die Vogelschwärme beeinträchtigten. Balasus beruft sich auf den Elmshorner Nabu-Chef Hans Helmut Dürnberg, der den Standort des Uetersener Windparks wegen der stark frequentierten Vogelflugschneise für verheerend hält. Auch der Landesentwicklungsplan enthalte Hinweise, derartige Bereiche von Windkraftanlagen frei zuhalten.

„Das, was die Mehrheit der Moorreger Gemeindevertretung bewogen hat, der Änderung des gemeinsamen Flächennutzungsplanes nicht zuzustimmen, war vor allem die gigantische Aufrüstung der bestehenden Windkraftanlage. Die vorhandenen sechs Türme mit einer Gesamthöhe von 93 Metern sollen durch vier neue Anlagen mit einer Höhe von 180 Metern ersetzt werden. Die Rotorfläche pro Anlage vergrößert sich von 3019 auf 17.671 Quadratmeter, soll also fast sechsmal größer werden“, sagt Balasus. „Unsere Gemeindepolitiker sind mehrheitlich der Überzeugung, dass diese Riesenwindanlagen nicht in den am dichtesten besiedelten Kreis Schleswig-Holsteins gehören.“ Sie würden das Landschaftsbild zerstören und die Funktion des Marschgebietes als Naherholungsgebiet erheblich beeinträchtigen.

„Es stellt sich die Frage, warum die Mammutturbinen überhaupt vor unserer Tür errichtet werden sollen. Viel sinnvoller wäre es, sie an der dünn besiedelten Küste oder im Meer zu errichten“, so der Bürgermeister. „Der Grund liegt auf der Hand: Es ist das Planungsrecht. Da die bestehende Anlage vor Jahren genehmigt wurde, kann ein Repowering rechtlich ohne viel Aufwand realisiert werden. Neuanlagen an anderer Stelle würden einen viel höheren Planungsaufwand verursachen. Ich meine aber, wer Windkraft nutzen will, soll auch die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie dort gebaut werden können, wo sie den größten Energienutzen und den geringsten Umweltschaden verursachen.“

Der weitere Ausbau sollte mit Augenmaß betrieben werden und im Einklang mit dem Naturschutz sowie den Bedürfnissen der Menschen stehen. „Genau darin sehen wir in Moorrege einige Probleme“, sagt Balasus. Grundsätzlich sei man aber dialogbereit und diskussionswillig – auf Augenhöhe.

( ade )

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