Kreis Pinneberg

Raser in Wohnstraße – nun soll ein Verkehrsgutachten helfen

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Der Baumschulenweg in Rellingen, eine Anwohnerstraße und Tempo 30 Zone, ächzt unter Lkw und Autoverkehr.

Der Baumschulenweg in Rellingen, eine Anwohnerstraße und Tempo 30 Zone, ächzt unter Lkw und Autoverkehr.

Foto: Nico Binde / HA

Die Verkehrsbelastung am Baumschulenweg in Rellingen wird jetzt untersucht. Nach langem Hin und Her.

Rellingen. Die Mitglieder des Rellinger Verkehrsausschusses haben für den überlasteten Baumschulenweg einstimmig ein unabhängiges Verkehrsgutachten beschlossen. Schon lange befassen sich Politiker, Anwohner und ansässige Betriebe mit der Wohnstraße, die regelmäßig von Schwerlasttransporten befahren wird.

Die Straße ist nur fünf Meter schmal, parkende Autos stehen am Rand. Das Tempolimit liegt bei 30, wird aber oft missachtet. Eine Verkehrsüberwachung von 2019 zeigte: gut 70 Prozent der Autos fuhren zu schnell (das Abendblatt berichtete).

Im Januar sah die Politik noch anders. Die Grünen während einer Ausschusssitzung die Genehmigung eines Gutachtens vorgeschlagen – nach mehrfacher Forderung der Interessengemeinschaft (IG) Baumschulenweg. Das hatten SPD und CDU, die die Mehrheit stellen, seinerzeit abgelehnt. Nachdem die IG und die ansässigen Betriebe, moderiert von Bürgermeister Marc Trampe (parteilos), noch immer keine für alle zufriedenstellende Lösung gefunden haben, genehmigte der Ausschuss jetzt den Antrag für ein Gutachten.

„Wir wollen eigentlich alle für die Gemeinde das Richtige tun, wir haben nur unterschiedliche Ansichten über das Wie“, sagt der Vorsitzende des Verkehrsausschusses Peter Geercken (SPD). Demnächst wolle der Ausschuss die Gelder für das Gutachten anwerben. Geercken schätzt die Kosten auf etwa 5000 Euro.

Sören Wilkens (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsausschusses, begrüßt die Entwicklung: „Wir sind alle Laien, was das Thema angeht“, sagt er. Darum sei es sinnvoll, „externe mal draufschauen“ zu lassen.

Und warum zögerte die Fraktion im Januar? Wilkens: „Die CDU hat den Runden Tisch erst mal voranstellen wollen, weil ein Gutachten den Haushalt belastet.“ Als die Besprechung jedoch zu keiner Konsequenz führte, hätten sie zu diesem Mittel gegriffen. Der Antrag ist bei der Verwaltung eingegangen, wann das Gutachten erstellt wird, ist offen. Um die gefährliche Situation im Baumschulenweg zu verbessern haben zwei ortsansässige Unternehmen je ein Display zur Geschwindigkeitsmessung gespendet, sie wurden bereits aufgestellt.

Außerdem entschied der Ausschuss, den Gehweg von der Autobahn bis zum Baumschulenweg noch 2021 zu verlängern, sowie eine neue Rechts-vor-Links-Regelung, um den Verkehr auszubremsen.

( hspsw )

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