Munition in der Nordsee

Helgoland: Forscher untersuchen Wrack von Kriegsschiff

 Die Hochseeinsel Helgoland ist aus einem Flugzeug heraus zu sehen (Symbolbild).

Die Hochseeinsel Helgoland ist aus einem Flugzeug heraus zu sehen (Symbolbild).

Foto: Marcus Brandt / dpa

Wissenschaftler suchen im Wrack der „SMS Mainz“ nach Alt-Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Wie gefährlich sind die Altlasten?

Helgoland.  Auf der Suche nach gefährlicher Alt-Munition sind Wissenschaftler am Mittwochnachmittag von Bremerhaven aus mit dem Forschungsschiff „Heincke“ in Richtung Helgoland aufgebrochen. Ihr Ziel ist das Wrack des Kriegsschiffs „SMS Mainz“.

Der kleine Kreuzer der Kaiserlichen Marine wurde 1914 im ersten Seegefecht von britischen Kriegsschiffen westlich der Hochseeinsel schwer getroffen. Kapitän Wilhelm Paschen, der Bordarzt und 89 Seeleute starben. Das Schiff selbst sank mit reichlich Munition auf Position 53° 58 N, 6°42 O, nachdem die restliche Besatzung die Flutventile geöffnet hatte, um ihr Schiff nicht in die Hände der Briten fallen zu lassen. Nun sollen dort Proben genommen werden, um mögliche Gefahren zu analysieren, die von im Wrack liegenden Kampfmitteln ausgehen, teilte das Deutsche Schifffahrtsmuseum mit.

Nach Schätzungen liegen in der deutschen Nordsee rund 1,3 Millionen Tonnen Munition aus Weltkriegszeiten. Über die Auswirkungen, die die Altlasten auf Fische, Pflanzen und Menschen haben, ist bisher wenig bekannt. Ein Forschungsteam sucht beim „North Sea Wrecks“-Projekts nach Antworten.

( nib )

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