Kreis Pinneberg

Hausärzte im Kreis starten mit Corona-Impfungen

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Eine Bewohnerin in einem Pflegeheim wird gegen Corona geimpft (Symbolbild).

Eine Bewohnerin in einem Pflegeheim wird gegen Corona geimpft (Symbolbild).

Foto: Robert Michael / dpa

Über Reihenfolge und Termine für Patienten entscheiden die niedergelassenen Mediziner selbst. Anrufe zwecklos.

Kreis Pinneberg. Nachdem die Praxen von niedergelassenen Ärzten im Kreis Pinneberg am Dienstag offiziell in die Impfkampagne des Landes einbezogen worden sind, soll sich die Geschwindigkeit der Corona-Bekämpfung langsam erhöhen. Am Vormittag sollten laut Kassenärztlicher Vereinigung die ersten Impfstoff-Dosen an die beteiligten Praxen ausgeliefert werden, am Mittwoch werden wohl die ersten Patienten von niedergelassenen Ärzten geimpft.

Die Ärztekammer des Landes begrüßte den Start in den Hausarztpraxen, an dem sich im nördlichsten Bundesland etwa 1500 niedergelassene Mediziner beteiligen. Wie die Hausärzte die Impfungen abwickeln, entscheiden sie nach den Gegebenheiten in ihrer Praxis und den Erkenntnissen über ihre Patienten selbst. Nach derzeitigem Stand werde zunächst der Impfstoff von Biontech verfügbar sein. Doch auch der Impfstoff von Astrazeneca soll schon bald an die Ärzte ausgeliefert werden.

Zunächst stehen offiziell nur etwa 20 Impf-Einheiten pro Praxis und Woche zur Verfügung. Doch Experten gehen davon aus, dass entgegen den Angaben des Bundesgesundheitsministeriums durchaus 40 bis 50 Rationen pro Woche und Praxis in der Anfangsphase möglich sind. Laut Kassenärztlicher Vereinigung können auch spezielle Impfsprechstunden angeboten werden. Wie viele Ärzte dieses Angebot im Kreis Pinneberg unterbreiten, ist noch unklar.

Ärzte sollen Patienten ansprechen, nicht andersrum

Wichtig: Patienten können nicht selbst einen Termin bei ihren Hausärzten vereinbaren. Laut Kassenärztlicher Vereinigung werden die Ärzte ihre Patienten auf eine mögliche Impfung ansprechen – nicht umgekehrt. Den Vorgaben nach sollen die Ärzte zunächst besonders gefährdete Patienten auswählen und diese zuerst impfen. Mit dieser Regelung soll auch vermieden werden, dass die teilnehmenden Arztpraxen von einer Welle von Anrufen überrollt werden. Aus dem gleichen Grund ist auch keine Liste der Arztpraxen veröffentlicht worden, die sich zu Beginn an der Corona-Impfung beteiligen. Zumal in der ersten Phase verhältnismäßig wenig Impfstoff zur Verfügung steht.

Die Ärztekammer blickt dennoch zuversichtlich auf die Einbeziehung der Kollegen. Die niedergelassenen Ärzte hätten große Erfahrung mit Impfungen – etwa gegen Masern, Mumps, Röteln, Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten. „Sie verfügen über alle notwendigen Fähigkeiten, Kompetenzen sowie Infrastrukturen, um im großen Stil zu impfen“, so die Kammer in einer Stellungnahme. Auch die Ärztekammer hoffe, dass die Zahl der Impfdosen für die Praxen schnell erhöht wird. Denn momentan sind in den beiden Impfzentren des Kreises in Prisdorf und Elmshorn alle Termine ausgebucht.

Derzeit liegt die Impfquote im Land Schleswig-Holstein mit 14,7 Prozent knapp über dem Bundesdurchschnitt von 12,7 Prozent. Im Einzelnen haben im nördlichsten Bundesland bisher 428.030 Menschen eine Erstimpfung erhalten, 124.097 Schleswig-Holsteiner besitzen bereits den vollständigen Impfschutz mit einer zweiten Dosis.

( nib )

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