Verkehr

Fährt bald eine Bahn von Uetersen nach Barmbek?

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Lokführer Arne Hensen beim Test der NEG Eisenbahngesellschaft in der„rasenden Emma“ – dem eingesetzten Triebwagen – im Jahr 2020.

Lokführer Arne Hensen beim Test der NEG Eisenbahngesellschaft in der„rasenden Emma“ – dem eingesetzten Triebwagen – im Jahr 2020.

Foto: Chantale Rau

Gutachter empfehlen dem Kreis Pinneberg eine Bahnverbindung in den Hamburger Norden. Das sind die Pläne.

Kreis Pinneberg.  Ein für das schleswig-holsteinische Wirtschaftsministerium erstelltes Gutachten zur Optimierung des Schienenverkehrs im Land empfiehlt eine Reaktivierung der Bahnstrecke von Uetersen nach Tornesch und – dieser Aspekt ist neu – deren Verlängerung weit in den Hamburger Norden hinein. Zeithorizont: 2035.

Das 154-seitige Papier der Ingenieurgesellschaft für Verkehrs- und Eisenbahnwesen in Hannover, für das der Landtag 250.000 Euro zur Verfügung gestellt hatte, ist nun dem Wirtschaftsausschuss des Landesparlaments vorgestellt worden.

Die Gutachter sind sich sicher: „Die Verbindung Uetersen–Tornesch wird im Zusammenhang mit einer Weiterführung über die Güterumgehungsbahn von Hamburg-Eidelstedt über die City Nord nach Hamburg-Barmbek ein entsprechendes Potenzial generieren.“ Entsprechende Haltepunkte seien zu planen und umzusetzen.

Bahn von Uetersen nach Barmbek in Planung

„Hiermit würde ein erster Teil eines Nordrings in Hamburg geschaffen. Durch die Verlagerung des Schienengüterverkehrs nach Skandinavien auf die Fehmarnbeltquerung wird die Güterumgehungsbahn viel Verkehr verlieren, sodass Trassen für den Personennahverkehr zur Verfügung stehen.“ Auch müsse geprüft werden, ob die restlichen Güterverkehrszüge nicht besser über die ausgebaute Verbindung von Neumünster nach Bad Oldesloe verkehren sollten.

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Einen großen Nutzen einer solchen Verbindung sehen die Gutachter vor allem in den nördlichen Stadtteilen der Hansestadt, denn: „Ein Angebot auf einem nördlichen Ring schafft direkte Möglichkeiten, aufkommenstarke Gebiete im Norden Hamburgs zu erschließen, ohne über das Zentrum zu fahren.“

Von Endhaltestelle zu Endhaltestelle in 45 Minuten

Sie schlagen einen 30-Minuten-Takt für die Fahrt von Uetersen und Tornesch vor. Jeder zweite Zug führe ihren Vorstellungen nach über die Güterumgehungsbahn bis nach Barmbek weiter. Die Fahrzeit auf der gesamten Strecke würde ersten Berechnungen zufolge 45 Minuten dauern.

Weitere Punkte in dem Gutachten betreffen die Weiterführung der S-Bahn über Pinneberg hinaus bis nach Elmshorn und eine grundsätzliche Anbindung Wedels an Hamburg im Zehn-Minuten-Takt.

Der Haseldorfer SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Hölck zeigt sich davon überzeugt, „dass die Menge der Vorschläge und deren konsequente Umsetzung deutlich mehr Menschen dazu bewegen wird, mit Regional- und S-Bahnen zu fahren und so eine erhebliche Menge CO2 einzusparen“. Insbesondere die Idee einer direkten Verbindung zwischen Uetersen und Hamburg-Barmbek hat es ihm angetan.

Uetersen und Umgebung als Wirtschaftsstandort gestärkt

Hölck: „Mit einer direkten Schienenanbindung der Region an das Hamburger Stadtnetz kann ein Umstieg vom Auto auf die Bahn und damit ein weiterer Beitrag zum Klimaschutz erreicht werden. Gleichzeitig werden Uetersen und Umgebung als Wirtschaftsstandort gestärkt und zum Wohnen und Leben noch attraktiver.“

Der Abgeordnete appelliert an die Verantwortlichen sowohl in Uetersen als auch in Tornesch, „die vorhandenen Gleise auf alle Fälle aufrechtzuerhalten, um die weiteren Überlegungen ergebnisoffen diskutieren zu können“.

( sul )

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