Kreis Pinneberg

Wasserschaden soll behoben werden

| Lesedauer: 3 Minuten
So schick sieht der JCS-Anbau auf der Animation aus, inzwischen ist er fertig.

So schick sieht der JCS-Anbau auf der Animation aus, inzwischen ist er fertig.

Foto: rimpf Architektur & Generalplanung

Der Grund für Schimmel im Neubau der Johann-Comenius-Schule ist ermittelt. Die Details:

Pinneberg. Seit im Februar an der Johann-Comenius-Schule in Thesdorf kurz vor der Einweihung des Zehn-Millionen-Euro-Neubaus ein Wasserschaden mit Schimmelbefall am neuen Gebäude aufgefallen war (wir berichteten), sind einige Wochen verstrichen.

Weil eine Schulausschusssitzung ausfiel und eine weitere nicht kurzfristig anberaumt wurde, haben SPD und CDU nun mit zwei Tagen Abstand jeweils ähnlich lautende Anträge gestellt, über die in der Ratsversammlung am morgigen Donnerstag abgestimmt werden soll. In beiden Anträgen soll schnell Abhilfe geschaffen und dafür garantiert werden, dass alle Schülerinnen und Schüler an der JCS weiter unterrichtet werden.

Die Ursachen des Schadens sind inzwischen weitgehend geklärt: Abflussleitungen, Abläufe und Siphons wurden nicht fachgerecht verlegt. Bereits Mitte Februar hatten sich die Elternbeiräte bei den Mitgliedern des Schulausschusses beschwert, dass die Sitzung ausgefallen sei und angeprangert, dass die sowieso schon wegen Corona maximal belastete Schulleitung mit der planerischen Bewältigung des akut hinzugekommenen Raummangels völlig allein gelassen worden sei. Deshalb hat sich die Politik eingeschaltet: Ratsherr Kai Vogel, schulpolitischer Sprecher der SPD, schreibt in seinem Beschlussantrag vom 16. März: „Der Schulträger organisiert Ausweichräume (in anderen Schulen, in anderen öffentlichen Gebäuden, in Räumen privater Träger, Container), die der Schule ersatzweise bis zum Schuljahresende 2020/21 und zum Beginn des nächsten Schuljahres zur Verfügung gestellt werden können.“

Ähnlich lautet der CDU-Beschlussvorschlag: „Die Verwaltung wird aufgefordert, die Aufstellung von Containern sowie die Reaktivierung des Pavillons 6 in die Wege zu leiten“ und die Anmietung oder den Ankauf von Containern zu prüfen und deren Aufstellung wegen der Notsituation zu beschleunigen. „Es ist aus Sicht der CDU-Fraktion unverständlich, warum die Verwaltung in diesem konkreten Fall im Zuge einer Notsituation die Aufstellung zusätzlicher Container nicht zügig in die Wege leitet“, schreiben Ratsherr Florian Kirsch und Ratsfrau Laura Blees in ihrem Antrag, den sie am 18. März gestellt haben.

Ebenso wie die CDU fordert auch Ratsherr Kai Vogel, einen Gutachter zu beauftragen, der die Haftungsfrage kläre. Fest steht, dass die Verwaltung inzwischen genau das getan hat, dies aber offenbar bei der Politik nicht angekommen ist. Stadtsprecherin Maren Uschkurat: „Ich glaube, dass die Schule dem KSP gegenüber erklärt hat, dass sie die Klassenräume bis zu den Sommerferien nicht braucht, weil die Abiturjahrgänge kaum noch anwesend sind.“ Vor diesem Hintergrund bringe die Aufstellung von Containern nichts, denn „damit wären wir nicht schneller als mit der Beseitigung des Schadens.“

Nach Auffassung der Stadtverwaltung ist der Schaden überschaubar und hält sich in Grenzen. Für den Wassereintritt wurden mehrere Ursachen ermittelt: Die Abflussleitung der WCs war undicht, im Hausanschluss ist der Bodenablauf nicht fachgerecht eingedichtet worden, so dass das Kondenswasser der Heizungsanlage in den Estrichbau eindringen kann. Der Abfluss im Wandfutter eines Waschtisches sei ebenfalls nicht dicht eingesetzt worden. Auch seien Siphongummis nicht fachgerecht installiert worden, sagt Maren Uschkurat.

Alles in allem halte sich der Schaden in Grenzen, die Kosten sollen über die Versicherung geltend gemacht werden und nicht den Haushalt schröpfen. Morgen will die Verwaltung einen Zeitplan vorlegen. Die Schulleitung war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

( eng )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Pinneberg