Kreis Pinneberg

Lockdown für kommerzielle Angelseen ist beendet

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Burkhard Fuchs
Darf seinen Forellensee wieder aufmachen: Yavuz Selcuk (Mitte) mit den beiden Landtagsabgeordneten Annabell Krämer und Dennys Bornhöft.

Darf seinen Forellensee wieder aufmachen: Yavuz Selcuk (Mitte) mit den beiden Landtagsabgeordneten Annabell Krämer und Dennys Bornhöft.

Foto: Burkhard Fuchs

Auch Forellensee in Quickborn darf wieder öffnen. Landtagsabgeordnete bringen Vogelscheuchen mit.

Quickborn.  Mitten im ersten Corona-Lockdown vor einem Jahr hatte Yavuc Selcuc den 2,2 Hektar großen Forellensee an der Ulzburger Landstraße in Quickborn als Pächter übernommen. Im Dezember musste er den Angelsee, direkt an der A7 gelegen, wieder dichtmachen.

Schleswig-Holstein hatte als einziges Bundesland gewerbliche Angelseen zu Freizeitparks erklärt, die bis März nicht geöffnet sein durften. Obwohl sich die Angler hier in der freien Natur mit 50 Meter Abstand voneinander niemals in die Quere kommen können. „Aber jetzt bin ich natürlich froh, dass ich meinen Forellensee wieder öffnen und Geld verdienen kann“, sagt der Quickborner Betreiber. Das gilt wohl auch für seine Angelfreunde, die bereits im Dutzend morgens vor dem Tor gestanden haben.

So wie Alex Schneider aus dem benachbarten Norderstedt. „Ich muss gleich zur Arbeit“, sagt der Angelfan und präsentiert stolz die geangelte Forelle. Vor der Mittagsschicht in seinem Industriebetrieb gehe er gerne noch angeln. „Das entspannt. Ich bin gerne hier.“

Die Quickborner FDP-Landtagsabgeordnete Annabell Krämer brachte dem Angelsee-Betreiber sogar ein kleines Geschenk mit, weil er so lange durchgehalten hat: Zwei präparierte Fischreiher, die er nun als Vogelscheuchen in seinem See platzieren könne. „Damit ihm seine Fische nicht gleich wieder vom Fischreiher weggefressen werden“, erklärte die Abgeordnete, die in der Nähe wohnt, selbst aber nicht angelt. „Mein Vater ist immer gern Angeln gewesen“, sagt die Quickbornerin. „Aber ich kann mich nicht erinnern, dass er jemals was gefangen hat.“

Das wäre bei Yavuz Selcuk nicht möglich gewesen, wie er berichtet. „Ich versuche meine Kunden positiv zu unterstützen“, erklärt er. Dass bei ihm jemand nichts fängt, komme nicht vor, versichert er. Er gebe Anfängern Hilfestellung und passe auf, dass auch Kinder und Jugendliche den Spaß nicht verlieren.

300 Kilogramm Forellen tummeln sich in seinem See, gerade neu ausgesetzt. Denn die Winterware habe er wegen des Lockdowns wieder rausholen müssen. 1500 Euro Verlust. „Dabei ist Eisangeln eine ganz besondere Spezialität und sehr beliebt.“ Viele Angelfans hätten nicht nachvollziehen können, warum die gewerblichen Angelseen wie der von Yavuz Selcuk oder die beiden anderen kommerziellen Angelseen in Schenefeld und Holm schließen mussten, während die sieben Vereinsgewässer im Kreis aufbleiben durften. Die FDP habe diese Regelung nicht unterstützt. „Wir waren nicht die Bremser“, sagt Annabell Krämer.

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