Kreis Pinneberg

Quickborner FDP-Landtagsabgeordnete will Waldgesetz ändern

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Die illegal abgeholzte Waldfläche am Birkenweg in Quickborn Anfang Januar.

Die illegal abgeholzte Waldfläche am Birkenweg in Quickborn Anfang Januar.

Foto: Burkhard Fuchs

Nach Kahlschlag in einem Quickborner Wald: Annabell Krämer bringt Gesetzentwurf in den Landtag ein. Worum es geht.

Quickborn.  Der illegale Kahlschlag eines Waldes in Quickborn hat jetzt eine Gesetzesinitiative im Landtag initiiert. Die Abgeordnete Annabell Krämer, die zugleich Fraktionsvorsitzende der FDP in der Quickborner Ratsversammlung ist, hat im Namen ihrer Fraktion einen entsprechenden Antrag gestellt, wie sie mitteilt. Demnach müsste künftig die Untere Forstbehörde des Landes ausdrücklich zustimmen, wenn ein Eigentümer bei schweren Baumschäden oder Schädlingsbefall gravierende „Hiebmaßnahmen“ in seinem Waldstück vornehmen möchte. Bisher sind solche Baumfällungen bei der Forstbehörde nur anzeige- und nicht genehmigungspflichtig.

Sie habe auf der jüngsten Sitzung des Quickborner Umweltausschusses „versprochen, dass ich mich in Kiel persönlich für eine Verschärfung des Landeswaldgesetzes einsetzen werde“, begründete die Abgeordnete Krämer diesen Änderungsantrag auf Landesebene. Der Quickborner Umweltausschuss hatte in einer Petition an den Landtag Ähnliches gefordert. Da ihrer Auffassung nach aber nur natürliche Personen Petitionen ans Land stellen dürften, habe sie vorsorglich diese Gesetzesinitiative auf den Weg gebracht, so Krämer. „Der von mir entworfener Gesetzentwurf ist von der FDP-Fraktion beschlossen worden und nun an die Koalitionskollegen von CDU und Grünen zur Beratung gegeben worden.“

Genehmigungspflicht für jegliche Fällungen?

In der Begründung heißt es darin: „Illegaler Kahlschlag stellt einen irreparablen Schaden dar. Die verloren gegangene Speicherkapazität an CO2 kann – wenn überhaupt – erst in vielen Jahrzehnten kompensiert werden. Der Schaden, der durch illegale Rodungen hervorgerufen wird, konterkariert die Anstrengungen des Landes, den geringen Waldbestand von nur elf Prozent Landesfläche, der bundesweit den geringsten prozentualen Anteil darstellt, zu erhöhen.“ Mit der Einführung einer Genehmigungspflicht könnte „der Gefahr eines weiteren illegalen Abbaus des wertvollen Waldbestandes wirksam und effizient begegnet werden.“

In Quickborn war, wie berichtet, Ende Dezember ein zwei Hektar großes Waldstück komplett gerodet worden. Die Anzeige des Eigentümers dazu ist bei der Forstbehörde zu spät eingegangen. Sie wäre aber ohnehin nie genehmigungsfähig gewesen, da es sich um einen Mischwald handelte, heißt es dazu vom Landesamt für Umwelt und ländliche Räume. Der private Eigentümer ist verpflichtet, das Gelände auf seine Kosten wieder aufzuforsten. Zudem droht ihm ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

( bf )

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