Kreis Pinneberg

Schenefeld stellt Weichen für LSE-Umbau

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Perspektive Schenefeld Einfahrt Ost (Arbeitstitel „Steintor“). 

Perspektive Schenefeld Einfahrt Ost (Arbeitstitel „Steintor“). 

Foto: Dipl.-Architekt Bernd Müller

Ratsversammlung ändert Bebauungspläne und segnet Fama-Projekt am Kiebitzweg ab. Lange Debatte über Fütterungsverbot für Tauben.

Schenefeld.  Stück für Stück stellt Schenefeld die Weichen für den neuen Stadtkern. Die Ratsversammlung hat am Donnerstagabend einstimmig verfügt, sechs bestehende Bebauungspläne in diesem Bereich anzufassen. Vier sollen geändert, einer aufgehoben und ein weiterer komplett neu gefasst werden.

Dies ist notwendig, damit der Umbau der LSE im Bereich der Innenstadt realisiert werden kann. Diese Baumaßnahme ist für 2023 geplant und soll dazu beitragen, die trennende Wirkung der vierspurigen Straße im Zentrum der Stadt etwas abzumildern. Die LSE würde als vierspurige Straße erhalten bleiben, jedoch würden die Fahrtrichtungen durch eine Baumreihe optisch voneinander getrennt werden. Angedacht ist ein zweieinhalb Meter breiter Pflanzstreifen, der zum Anpflanzen großkroniger Bäume geeignet ist, als grünes Band in der Fahrbahnmitte. Die beiden Fahrspuren in jeder Richtung würden beibehalten, aber auf eine Breite von 6,50 Meter verschlankt.

Luninez-Brücke soll abgerissen werden

Des Weiteren sind beidseitig drei Meter breite, kombinierte Fuß- und Radwege geplant. Zwei gepflasterte und farblich abgesetzte Übergänge für Fußgänger und Radfahrer sind ebenfalls geplant, der Abriss der Luninez-Brücke ist ebenfalls Bestandteil der Planungen. Diese Maßnahme würden letztlich zu einer Verbreiterung der Straße führen. All das muss in die Bebauungspläne, die für diesen Bereich gelten, eingearbeitet werden.

Geändert wird auch der B-Plan 61 Ebenholzweg/Buchsbaumweg, der aus den 60er-Jahren stammt. Damals waren auf dem 4000 Quadratmeter großen Areal im Eckbereich Kiebitzweg/Buchsbaumweg/Ebenholzweg Reihenhäuser geplant, die jedoch nie realisiert worden sind. Jetzt will der Eigentümer, die von Mallesch-Gruppe, dort den Fama-Wohnpark Schenefeld errichten. „Vor Kurzem wurden dort Bäume gefällt, was zu einer erheblichen Unruhe geführt hat“, so Mathias Schmitz (Grüne). Er betonte, dass seine Partei das Projekt befürworte. Das taten auch vier der fünf anderen Fraktionen. Nur die CDU scherte aus. „Das Projekt finden wir gut, den Standort aber schlecht“, so Fraktionschef Hans-Jürgen Rüpcke. Ein fünfgeschossiges Gebäude direkt neben Reihenhäusern sei nicht zu verantworten, es wäre im Stadtkern besser aufgehoben.

Fütterungsverbot? Für wen?

Die längste Diskussion brachte das auf den ersten Blick unwichtigste Thema – eine Satzung über das Fütterungsverbot von Tauben. Grünen-Frontmann Schmitz bezweifelte, dass tatsächlich Massen von Tauben die Stadt heimsuchen und schlug zusätzlich ein Verbot für Hundekot auf den Straßen vor. „Bei mir im Garten halten sich manchmal zwei Tauben auf. Bin ich dran, wenn die Futter fressen, das ich da für Vögel ausgelegt habe?“, fragte er.

Das verneinte Bürgermeisterin Christiane Küchenhof., die jedoch bekräftigte, dass das Taubenfüttern ein großes Problem darstelle. Kurze Zeit später regte Gerd Schwarz (Grüne) an, auch Möwen einzubeziehen und das Wort verwildert aus der Verordnung zu streichen. „Das geht auf keinen Fall“, befand der Büroleitende Beamte Melf Kayser. Schließlich gelte die Verordnung für ganz Schenefeld. „Wenn sie das streichen, dann kann der Taubenzüchter seine Tiere nicht mehr füttern.“

Letztlich wurde die Satzung wie schon im Hauptausschuss beschlossen. Küchenhof: „Ich habe mich schon im Hauptausschuss gewundert, wie man so lange über ein Taubenfütterungsverbot diskutieren kann.“

( kol )

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