Kreis Pinneberg

Happy birthday, Krötenzaun!

Ein Blick ins „Kröten-Taxi“. Auf dem Boden eines Eimers sind Amphibien versammelt, die während der vorangegangenen Nacht vom Krötenzaun an der Straße Hogenkamp in Pinneberg aufgehalten worden sind.

Ein Blick ins „Kröten-Taxi“. Auf dem Boden eines Eimers sind Amphibien versammelt, die während der vorangegangenen Nacht vom Krötenzaun an der Straße Hogenkamp in Pinneberg aufgehalten worden sind.

Foto: Umwelthaus Pinneberg / Umwelthaus pinneberg

Gefahr durch Autos: Seit 25 Jahren helfen Naturschützer in Pinneberg Amphibien, die Straße sicher zu überqueren.

Rellingen/Pinneberg.  Auch in diesem Frühjahr werden sich wieder Hunderte von Erdkröten und andere Amphibienarten wie Teichmolch, Grasfrosch, und Wasserfrosch auf den gefährlichen Weg zu ihrem Laichgewässer machen. „Das bedeutet: Sie kehren genau dorthin, wo sie drei Jahre zuvor geboren worden sind“, sagt Rainer Reischuck vom Umwelthaus Pinneberg in Rellingen.

Warum ist der Weg so gefährlich? Beispiel Pinneberg: Die Tiere müssen zum Beispiel die Straße Hogenkamp überqueren. „Tödlich sind dabei nicht einmal unbedingt die Reifen der Autos“, so Reischuck, „bei hohen Geschwindigkeiten bildet sich auf der Fahrzeugunterseite ein Sog, der die Tiere von der Fahrbahn reißt und gegen den Fahrzeugboden schleudert. Je geringer die Geschwindigkeit, desto geringer die Sogwirkung.“

Bis April sollten Autofahrer besonders langsam fahren

Autofahrer bittet er deshalb, von Mitte Februar bis zum April insbesondere in den Dämmerungs- und Nachstunden langsam zu fahren. Reischuck: „Genießen sie diesen wunderschönen Hohlweg zwischen Friedhofs-Böschung und Knick, mit Blick auf die noch vorhandenen Wiesen am Rodelberg!“

Nun haben er und einige engagierte Mitstreiter wieder einen Krötenzaun am Hogenkamp gezogen – damit die Amphibien gar nicht erst auf die Straße gelangen. Es ist das 25. Jahr, in dem der Verein das so macht. „Nun kann es losgehen“, sagt Reischuck – und meint die „Taxidienste“. Denn die Kröten hinter dem Zaun müssen jeden Morgen über die Straße getragen werden, um zu ihren Laichgewässern weiterziehen zu können.

„Nun warten wir jeden Morgen mit Spannung auf die Vielfalt und Anzahl der Tiere, denen wir den Sprung in eine neue Lebensrunde ermöglichen.“

( HA )

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