Kreis Pinneberg

Neu in Elmshorn: In 15 Minuten zum Corona-Testergebnis

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Kitty Haug
Container mit Corona-Testzentrum, Elmshorn, Hamburger Straße, Lukas Morciniec, Geschäftsführer des Pflegedienstes Pflegepartner Nord, in Schutzausrüstung, testet Sven Stüve mit Wattestäbchen in der Nase, Antigen-Schnelltest

Container mit Corona-Testzentrum, Elmshorn, Hamburger Straße, Lukas Morciniec, Geschäftsführer des Pflegedienstes Pflegepartner Nord, in Schutzausrüstung, testet Sven Stüve mit Wattestäbchen in der Nase, Antigen-Schnelltest

Foto: KITTY HAUG / Kitty Haug

In Elmshorn können Selbstzahler nun überprüfen lassen, ob sie SARS-CoV-2 in sich tragen. Wie sicher ist das Ergebnis?

Elmshorn.  Auf dem Parkplatz des Sonderpostenmarktes Krümet in Elmshorn steht seit Kurzem ein unscheinbarer weißer Bürocontainer. „CoronaSchnelltest.Ergebnis in 15 Minuten“, ist in großen Buchstaben auf dem grünen Banner an der Eingangstür zu lesen. Drinnen steht ein Mann in einem weißen Ganzkörper-Schutzanzug mit Plastikhandschuhen, Maske und Plexiglas-Visier. Es ist Lukas Morciniec, Geschäftsführer und Inhaber des Pflegedienst Pflegepartner Nord Ambulant aus Pinneberg.

In seinem Container, dem ersten privaten Testzentrum der Region, kann sich jeder schnell und unkompliziert testen lassen – muss allerdings die Kosten für den Test in Höhe von 34,90 Euro vor Ort auch selber bezahlen. „Zwischen 30 und 70 Personen kommen täglich vorbei“, berichtet Morciniec. Freitags sei der Bedarf nach Corona-Tests besonders groß, hat er beobachtet.

Eingesetzt werden Antigen-Schnelltests

Wer sind seine Kunden? Es sind Menschen, die zum Beispiel Freunde besuchen wollen, die zur Corona-Risikogruppe gehören, oder ältere Verwandte. Menschen wie Sven Stüve. Der Lehrer möchte bei seinen Eltern den 70. Geburtstag der Mutter feiern. Und da geht er lieber auf Nummer sicher – auch wenn’s wehtut. „Angenehm ist der Nasenabstrich nicht“, stellt er hinterher fest. „Aber so kann ich mich absichern, dass ich das Virus nicht in mir trage, und ich habe ein viel besseres Gefühl, meine Eltern zu treffen.“ Er hat im Internet von diesem neuen Angebot erfahren und ist froh, dass es diese Möglichkeit jetzt im Kreis Pinneberg gibt, in der Nähe seines Wohnortes. Vor Weihnachten ist der 49-Jährige bis nach Hamburg gefahren, zum Coronavirus-Testzentrum auf der Reeperbahn.

In der Hamburger Straße 182 in Elmshorn werden Antigen-Schnelltests eingesetzt. Diese Tests nutzen die gleiche Methode wie die klassischen sogenannten PCR-Tests, die in Laboren ausgewertet werden. Der PCR-Labortest gilt als das sicherste Verfahren, um eine Infektion festzustellen. Allerdings braucht das Zeit, und die Ergebnisse liegen meist frühestens 24 Stunden nach Abstrichentnahme vor, manchmal dauert es sogar mehrere Tage. Beim Antigen-Schnelltest hat man das Ergebnis nach nur 15 Minuten. Dabei wird nicht das Erbmaterial des Virus’ nachgewiesen, sondern die Eiweißfragmente aus der Hülle des Virus. Der Test funktioniert ähnlich simpel wie ein Schwangerschaftstest: Die Patientenprobe wird aufgebracht, und er reagiert. Entsprechend unkompliziert lässt er sich in großer Stückzahl produzieren.

„Ergebnis immer nur eine Momentaufnahme“

Allerdings sind die Schnelltests vereinfacht und etwas ungenauer als die PCR-Tests. Es kann sowohl zu falsch-positiven als auch zu falsch-negativen Ergebnissen kommen. Und es finden sich je nach Hersteller noch große Unterschiede bezüglich der Spezifität und Sensitivität der Geräte. Laut Morciniec gibt der Hersteller des von seinem Pflegedienst eingesetzten Tests die Trefferquote mit 99 Prozent an. „Man sollte sich aber stets bewusst machen, dass alle Tests immer nur eine Momentaufnahme widerspiegeln“, betont der ausgebildete Krankenpfleger.

Getestete werden per SMS über ein negatives Corona-Testergebnis informiert und darauf hingewiesen, dass auch bei einem negativen Schnelltestergebnis keinesfalls auf die Hygiene- und Abstandsregeln verzichtet werden darf. Positive Ergebnisse werden persönlich telefonisch übermittelt. Der Pflegedienst weist den Betroffenen dann an, sich sofort in Quarantäne zu begeben und einen Arzt für einen zusätzlichen PCR-Test aufzusuchen. Positive Testergebnisse sind meldepflichtig. „Das erfüllen wir“, sagt Morciniec.

Wer Symptome hat, darf nicht kommen

Acht Kollegen, Lukas Morciniec und Mit-Geschäftsführer Marco Grbani managen das Testzentrum montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr. „Alle Tester sind in der Praxis am Rosarium in Pinneberg geschult worden“, sagt Morciniec. Termine sind online unter www.corona-schnelltest-sh.de buchbar. Testwillige können aber auch ohne Anmeldung kommen und ihre Daten direkt vor Ort eingeben. Zusätzlich bietet Pflegepartner Nord Ambulant an, mobile Teams zu Firmen zu schicken.

In der vergangenen Wochen sind fünf seiner Kunden positiv auf Covid-19 getestet worden. „Wir sind froh um jeden Negativen, da er niemanden anstecken kann“, sagt der Gesundheits- und Krankenpfleger.

Wer bereits Krankheitssymptome wie Fieber, Husten, Geruchs- und Geschmacksverlust zeigt, sollte sich nicht in das Testzentrum begeben, sondern seinen Hausarzt telefonisch kontaktieren oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, der dann die Indikation zu einem SARS-CoV-2-Abstrich stellt.

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