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Quickborn will sein Zentrum schöner machen

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Burkhard Fuchs
Breite Fahrbahn, ein bisschen trist: die B 4 in Quickborn.

Breite Fahrbahn, ein bisschen trist: die B 4 in Quickborn.

Foto: Amelie Hamester

Agenda 2021, Teil 3: Stadt beginnt damit, die Kieler Straße aufzuhübschen. Und Nachbar Hasloh will weiter wachsen

Quickborn.  Im Quickborner Rathaus sind alle Augen auf Ascheberg gerichtet, jenen Ort am Plöner See, der nun vom Kreis Pinneberg aus verwaltet wird. Es ist die vierte Verwaltungskooperation der Eulenstadt – und wegen der Entfernung von 70 Kilometern über zwei Kreisgrenzen hinweg eine besonders spannende. Doch auch in Quickborn tut sich was. Mit der Schönheitskur für die Kieler Straße soll begonnen werden.

Ortszentrum: Die im Oktober der Politik und Öffentlichkeit vorgestellte städtebaulich-verkehrsplanerische Studie zur Umgestaltung der Kieler Straße soll mit ersten Maßnahmen umgesetzt werden. Rund 80.000 Euro hat die Stadt in diese Studie investiert, die zahlreiche Vorschläge macht, wie die einstige fast zwölf Meter breite Prachtstraße Quickborns übersichtlicher, verkehrsberuhigter und attraktiver gestaltet werden kann. Erste „Meilensteine“ dabei könnten eine zusätzliche Querungshilfe an der Gerberstraße, die Markierung von Parkplätzen und die Umgestaltung der Parkbucht an der Marienkirche zu einem öffentlichen Park sein, so Stadtplaner Felix Thermann. Auch die Schaffung eines zweiten Radweges gehört dazu.

A7-Brücke: Der Radverkehr in Quickborn soll ausgebaut und sicherer gemacht werden. Auch dafür hat sich die Stadt für rund 40.000 Euro von externen Fachleuten beraten lassen. Dringend verbessert werden soll insbesondere die Überfahrt über die A 7 auf der schmalen Brücke in der Ulzburger Landstraße. Mit dem Fahrrad ist dort wegen der Enge ein sicheres Fahren zurzeit kaum möglich. Deshalb soll ein Pkw-Fahrstreifen auf der Brücke zum Radweg werden, sodass sie für Pkw nur noch von einer Seite gleichzeitig zu befahren sein wird. Eine Ampelschaltung könnte das regeln. Lkw-Verkehr soll hier durch eine Höhenbegrenzung komplett verboten werden.

Gewerbegebiet Nord: Die Erschließung der Erweiterung des Gewerbegebiets Nord an der Pascalstraße beginnt. Ein 20 Hektar großes Gelände soll dort, wo in den letzten Jahrzehnten bereits mit der Comdirectbank und dem Hansewerk große Unternehmen mit einigen Tausend Mitarbeitern angesiedelt werden konnten, zusammen mit der WEP-Holding des Kreises vermarktet werden. Für Bürgermeister Thomas Köppl handele es sich hier um einen Gewerbestandort „in 1-A-Lage direkt an der Autobahn nicht weit zur Stadt Hamburg und ihrem Flughafen, dem es hoffentlich bald auch wieder besser gehen wird.“ Ein zentrales Blockheizkraftwerk soll hier die Unternehmen aller möglichen Branchen mit grüner Energie versorgen. Dazu gehört auch ein neuer Radweg von der Pascalstraße bis zum Ohlmöhlenweg.

Klimaschutzprojekte: Das von der Quickborner Ratsversammlung einmütig beschlossene Klimaschutzkonzept soll ebenfalls mit ersten Schritten umgesetzt werden. So könnte ein Klimaschutzmanager eingestellt werden, der konkrete Vorschläge erarbeitet und mögliches Fördergeld dafür auftut. Ein ganzes Bündel an Maßnahmen sei denkbar: von der Bezuschussung der energetischen Sanierung von Häusern, Carsharing-Angeboten, dem Bau weiterer E-Ladestationen im Stadtgebiet, dem Ausbau des Radwegenetzes sowie dem Aufzeigen von Energiesparpotenzialen für Gewerbebetriebe.

Schulzentrum-Süd: Die Sanierung und Erneuerung des Schulzentrums-Süd wird in diesem Jahr fertig. Rund 20 Millionen Euro hat die Stadt in Anbauten und Sanierung der Altbauten und der Sporthalle in den letzten Jahren investiert. Mit der Fertigstellung des neuen Oberstufen-Traktes für das Elsensee-Gymnasium ist dieses Projekt abgeschlossen. 2022 sollen dann die Grundschüler der Goetheschule in das komplett erneuerte Schulzentrum umziehen.

Grundschule Waldschule: Die mit 70 Jahren älteste Schule Quickborns, die Waldschule an der Kampmoorstraße, wird als letztes Schulgebäude komplett erneuert. Im neuen Anbau wird eine Mensa eingerichtet, die die 250 Grundschüler in zwölf Klassen bisher nicht hatten. Zudem werden vier Klassenräume und ein Musikraum in dem zweigeschossigen Gebäude zusätzlich untergebracht.

Dietrich-Bonhoeffer Gymnasium: Das vor allem bei den Schülern so beliebte Teehaus auf dem Schulhof des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums wird wieder errichtet. Es war vor vier Jahren plötzlich abgebrannt und ist nun für rund 120.000 Euro in Holzbauweise wieder errichtet worden. Es dient den Schülern als Treffpunkt und soll künftig auch Getränke und kleine Snacks anbieten. Zudem müssen die Mängel an der Fassade und dem Dach des DBG beseitigt werden, was zwei Millionen Euro kosten kann. Ob die Baufirma, die vor zehn Jahren die Schule für zehn Millionen Euro erneuert hat, dabei in Regress genommen werden kann, müssen Gutachter und vielleicht auch Gerichte entscheiden.

Feuerwehr Quickborn-Heide: Auf dem Gelände der Straßenmeisterei an der Autobahnauffahrt an der Friedrichsgaber Straße soll eine zweite Feuerwache für die Freiwillige Feuerwehr in Quickborn-Heide errichtet werden. Ein 2400 Quadratmeter großes Areal soll Platz bieten für Umkleideräume, Toiletten und Duschen sowie Stellplätze für ein Lösch- und ein Mannschaftstransportfahrzeug. Auch drei Container und Lagerräume für Material gehören dazu. Die Politik hat dafür bereits zwei Millionen Euro bewilligt. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr tritt der Stadt dafür ein Teil seines Grundstückes ab. Der Kaufvertrag liegt vor.

Parkhaus Süd: Am AKN-Bahnhof Quickborn-Süd wird ein Parkhaus errichtet. Es soll 155 Stellplätze für Fahrzeuge und 270 abschließbare Stellplätze für Fahrräder umfassen, damit Berufspendler sowie Schüler und Lehrer des Schulzentrums ihre Räder und Autos dort sicher abstellen können. Auch Ladestationen für Elektroautos und –bikes sind vorgesehen. Die Baukosten betragen voraussichtlich zwei Millionen Euro, wovon ein Großteil von der Metropolregion und dem Nahverkehrsfonds gefördert wird.

Gehweg Klaus-Groth-Straße: Mit dem Bau eines Gehwegs entlang der Klaus-Groth-Straße zwischen Kiefernhain und Elfenhagen wird im Frühjahr 2021 begonnen. Der etwa 1,20 Meter breite Streifen soll für mehr Sicherheit für die Schüler der Waldschule sowie Anwohner und der Pendler, die zum AKN-Bahnhof Meeschensee wollen, sorgen.

Verwaltungsgemeinschaft Ascheberg: Die vierte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Quickborn mit der Gemeinde Ascheberg am Plöner See hat begonnen. Mit fünf Arbeitsplätzen vor Ort im Rathaus sollen die 3000 Einwohner des etwa 70 Kilometer entfernten Ortes im Kreis Plön verwaltet werden. Dazu gehört auch der Gewässerunterhaltungsverband Schwentinegebiet, dessen Einzugsgebiet bis zur Kieler Förde reicht. Mit rund einer halben Million Euro im Jahr lässt sich Quickborn den Service bezahlen. Die 210-Mitarbeiter-Verwaltung Quickborns verwaltet auch Hasloh, Bönningstedt und Ellerau.

Hasloh, Neue Mitte: Die bereits auf rund 3800 Einwohner gewachsene Gemeinde Hasloh will weiter wachsen. Dafür werden jetzt weitere 16 Baugrundstücke im Neubaugebiet Neue Mitte im Ortskern an Häuslebauer veräußert. Ein fünf Hektar großes Areal steht dafür im zweiten Bauabschnitt zur Verfügung. Der Kaufpreis beträgt einschließlich der Erschließungskosten 440 Euro je Quadratmeter für ein Einfamilienhaus. Reihenhäuser sollen 480 Euro und Mehrfamilienhäuser 595 Euro je Quadratmeter kosten.

Hasloh, Ex-Raiffeisenbank: Das ehemalige Gebäude der Volks- und Raiffeisenbank am Garstedter Weg in Hasloh soll nun vollständig zum Gemeindebüro umgebaut werden. Auch Bücherei und Geschichtswerkstatt sollen darin Räume erhalten. Ende 2018 hatte die Gemeinde von der Volksbank Pinneberg-Elmshorn, der heutigen VR Bank in Holstein, das fast 60 Jahre alte Gebäude für 240.000 Euro erworben. Wenn der Umbau fertig ist, soll das bisherige Dörphus auf der anderen Straßenseite abgerissen werden.

Bönningstedt, Schule Rugenbergen: Die Gemeinschaftsschule Rugenbergen in der Ellerbeker Straße in Bönningstedt soll komplett erneuert und saniert werden. Den 500 Schülern fehlten jede Menge Klassenräume, so Bürgermeister Rolf Lammert. Auch die Sporthalle und die Schulaula müssten erneuert werden. Lammert rechnet mit zehn bis 13 Millionen Euro Baukosten.

Bönningstedt, Grundschule: Die Grundschule in Bönningstedt wird mit neuen interaktiven Schultafeln ausgerüstet. Dafür bekommt jeder Klassenraum WLAN. Zudem werden die 250 Schüler mit neuen iPads versorgt. Die Kosten von rund 100.000 Euro teilen sich Gemeinde und das Land über den Digitalpakt im Verhältnis eins zu zwei.

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