Pandemie

Corona-Ausbruch in Gefängnis Itzehoe – mutiertes Virus?

Wachtürme und Sicherheitskameras sind auf der Mauer einer Justizvollzugsanstalt zu sehen (Symbolbild).

Wachtürme und Sicherheitskameras sind auf der Mauer einer Justizvollzugsanstalt zu sehen (Symbolbild).

Foto: dpa

Mehr als 20 Menschen sind innerhalb der Mauern infiziert worden. Land räumt Jugendarrest als Krankenstation frei.

Itzehoe.  In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Itzehoe sind sieben Bedienstete und 16 Gefangene positiv auf das Coronavirus getestet worden. Mit dem örtlichen Gesundheitsamt wurde das gesamte Gefängnis unter Quarantäne gestellt. Zurzeit werden die erforderlichen Hygienestandards hergestellt, teilte das schleswig-holsteinische Justizministerium mit.

Alle Gefangenen seien in Einzelhafträumen untergebracht. Bei notwendigen Bewegungen müssten fortan FFP2-Masken getragen werden. Die betroffenen Bediensteten seien in häuslicher Quarantäne und stünden im Kontakt mit dem Gesundheitsamt.

Der Betrieb der JVA werde "vorerst" im Zweischicht-Betrieb aufrechterhalten, heißt es aus dem Ministerium. Nach Angaben des Gesundheitsamtes bestehe der Verdacht, dass es sich wegen des hohen Infektionsgeschehens um ein mutiertes Virus handeln könnte.

Virus bereits außerhalb des Gefängnisses verbreitet

Zudem habe das Virus wohl auch die Gefängnismauern verlassen. Denn ein Gefangener, der Ende vergangener Woche aus Itzehoe in die JVA Kiel transportiert wurde, ist inzwischen ebenfalls positiv getestet worden. Er sei umgehend in die Krankenstation der JVA Neumünster verlegt worden. Bei sämtlichen anderen Gefangenen seiner Abteilung fielen die Schnelltests bisher negativ aus.

Die insgesamt 31 Gefangenen wurden dennoch vorsorglich auf die Quarantänestationen der Gefängnisse Lübeck und Neumünster sowie der Jugendanstalt Schleswig verteilt. Der Vollzug des Jugendarrestes in Moltsfelde wurde ausgesetzt, um die leergezogene Anstalt notfalls als Krankenstation nutzen zu können.

Justizminister Claus Christian Claussen erklärte: „Unser Justizvollzug war bislang gut durch die Corona-Pandemie gekommen, nun aber sind auch wir betroffen. Es wurden alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um das Geschehen im Griff zu behalten und eine weitere Ausbreitung von Infektionen so gut wie möglich zu verhindern.“

( nib )

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