Kreis Pinneberg

Nach Eifersuchtsdrama von Elmshorn – Mordanklage erhoben

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Arne Kolarczyk
Polizisten sichern den Tatort am Hainholzer Damm.

Polizisten sichern den Tatort am Hainholzer Damm.

Foto: Florian Sprenger / Westküsten-News

33-Jähriger muss sich demnächst vor Gericht verantworten. Er soll den neuen Freund seiner Ex-Frau heimtückisch getötet haben.

Elmshorn. Knapp vier Monate nach dem tödlichen Eifersuchtsdrama von Elmshorn hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe Anklage gegen den mutmaßlichen Täter (33) erhoben. "Wir werfen ihm einen Mord aus Heimtücke vor", sagt Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow. Laut Anklage soll der Elmshorner seinem Kontrahenten nachts in einem kleinen Park aufgelauert und ihn regelrecht zu Tode geprügelt haben.

Der Gewaltexzess, der sich am 23. September um kurz nach 4 Uhr in einer Grünanlage am Hainholzer Damm gegenüber der Kästner-Gemeinschaftsschule Elmshorn (KGSE) ereignete, erschütterte die Stadt. Um 4.11 Uhr waren Anwohner durch einen lautstarken Streit zweier Männer und anschließende Hilferufe aufgeschreckt worden. Als die ersten Einsatzkräfte am Tatort eintrafen, fanden sie einen 32-Jährigen reglos auf der Rasenfläche liegend vor.

Opfer kam nicht mehr zu Bewusstsein

Das Opfer war nicht mehr bei Bewusstsein und hatte schwere Kopfverletzungen, die durch stumpfe Gewalteinwirkung entstanden sein sollen. Der Täter war geflüchtet. Er wurde zehn Stunden später von Beamten der Mordkommission Itzehoe festgenommen. Die hatten zuvor stundenlang in weißen Schutzanzügen jeden Zentimeter der Rasenfläche abgesucht, die von persönlichen Gegenständen des Opfers übersät war. Jeder Fund wurde penibel dokumentiert.

"Das Opfer war arg- und wehrlos", sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dem Angeklagten werde vorgeworfen, mehrfach mit einem Gegenstand auf den Kopf seines Kontrahenten eingeschlagen zu haben. Müller-Rakow: "Das Opfer erlitt eine Schädelfraktur."

Mehrere Tage hirntot am Leben gehalten

Ein Rettungshubschrauber brachte den Elmshorner nach der Erstversorgung vor Ort in eine Hamburger Spezialklinik. Das Bewusstsein erlangte er nicht wieder. Im Krankenhaus stellten die Ärzte den Hirntod des Mannes fest. Offenbar war es zuvor aufgrund der schweren Verletzungen zu einer Hirnblutung gekommen. Nur Maschinen hielten den 32-Jährigen noch mehrere Tage am Leben.

Sie wurden am 28. September abgestellt, kurze Zeit später hörte auch das Herz des Mannes auf zu schlagen. Schon zuvor waren Spendenaufrufe für die Hinterbliebenen in den sozialen Medien erschienen. Auf Facebook wurden mehrere Tausend Euro gesammelt.

Täter muss Lebensumstände des Opfers gekannt haben

Die Ermittler gehen davon aus, dass dem mutmaßlichen Täter die Lebensumstände des Opfers bekannt waren. So muss der 33-Jährige gewusst haben, dass der Kontrahent zu der nachtschlafenden Zeit die Parkanlage durchqueren würde - etwa auf dem Arbeitsweg.

Auch ein Motiv haben die Ermittler mitgeliefert: Eifersucht. "Das Opfer war der neue Freund der getrennt lebenden Ehefrau des Beschuldigten", so der Oberstaatsanwalt. Möglicherweise habe es der Angeklagte nicht verwinden können, dass sich seine Ehefrau von ihm getrennt habe und mit dem Opfer eine neue Beziehung eingegangen war.

Genaueres dazu kann nur der mutmaßliche Täter sagen. Ob und wie er sich zu einem späteren Zeitpunkt vor Gericht äußern wird, ist unklar. Der Beschuldigte hatte sich beim Haftrichter nicht zu den Vorwürfen eingelassen. In seiner polizeilichen Vernehmung bei den Beamten der Mordkommission hatte er zuvor dagegen ausgesagt - und die Tat in Abrede gestellt. Der Prozess wird vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Itzehoe stattfinden. Termine gibt es noch nicht. Vermutlich beginnt das Verfahren im März.

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