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Ruhiger Jahreswechsel für Einsatzkräfte im Kreis Pinneberg

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Arne Kolarczyk
Die Polizei rückte zum Jahreswechsel im Kreis Pinneberg etwa 100 Mal aus. Zumeist beschäftigten die Beamten alkoholbedingte Streitigkeiten, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen.

Die Polizei rückte zum Jahreswechsel im Kreis Pinneberg etwa 100 Mal aus. Zumeist beschäftigten die Beamten alkoholbedingte Streitigkeiten, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen.

Foto: Friso Gentsch/dpa

Die Polizei rückte 100 Mal aus, die Feuerwehren verzeichneten in der Silvesternacht sieben Einsätze. Keine Verletzten durch Feuerwerk

Kreis Pinneberg. Der Jahreswechsel im Kreis Pinneberg ist ruhig verlaufen. Die Einsatzzahlen für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst sind rückläufig. Größere Verletzungen durch Feuerwerkskörper blieben aus. Dennoch wurde einiges an Feuerwerk "verschossen".

In einigen wenigen Fällen lösten Knallkörper Einsätze der Feuerwehren aus. Sieben Mal rückten die freiwilligen Helfer zwischen 18 Uhr am Silvestertag und 7 Uhr morgens an Neujahr aus. In Prisdorf rief gegen 20.30 Uhr ein brennender Baumstumpf die Helfer auf den Plan. In Pinneberg alarmierten Zeugen um kurz nach 21.30 Uhr Feuerwehr und Polizei, weil es an der Diesterwegstraße zu einer Rauchentwicklung auf einem Balkon kam. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte fest, dass ein Grill Ursache des Qualms war. Der "Grillmeister" wurde verwarnt, die Einsatzkräfte rückten wieder ab. In Bönningstedt wurde um kurz nach 22 Uhr ein brennender Müllcontainer an der Kieler Straße gemeldet, der schnell gelöscht werden konnte.

In Wedel landete gegen 0.10 Uhr eine von Unbekannten gezündete Seenotrettungsfackel in der Dachrinne eines Einfamilienhauses. Ein aufmerksamer Anwohner leitete sofort Löscharbeiten ein, sodass kein weiterer Schaden entstand. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung. In Halstenbek meldete ein Zeuge gegen 0.40 Uhr an der Bahnhofstraße einen brennenden Müllcontainer, der direkt an einem Wohnhaus stehen sollte. Die Einsatzkräfte konnten den Brand in dem 1100 Liter fassenden Container schnell löschen. Er stand jedoch an einem Wohnhaus, sondern in einem Unterstand. Ein brennender Müllcontainer beschäftigte um 3.20 Uhr am Rethfelder Ring auch die Feuerwehr Elmshorn.

Der größte Einsatz ereignete sich gegen 6 Uhr am Neujahrsmorgen, als es im Keller eines Hochhauses an der Spitzerdorfstraße in Wedel brannte. Die Feuerwehr stellte im Müllraum des Gebäudes ein Feuer in einem 1100 Liter fassenden Müllcontainer fest und brachte diesen für die Löscharbeiten ins Freie. Vermutlich waren dort noch glimmende Reste von Feuerwerkskörpern eingeworfen worden und hatten den Müll entzündet. Auch in diesem Fall sucht die Polizei nach dem Verursacher.

Bereits gegen 14.30 Uhr am Silvestertag kam es in Tangstedt zu einem größeren Feuerwehreinsatz, der nichts mit Feuerwerkskörpern zu tun hatte. In einem Einfamilienhaus am Jacob-Behrmann-Weg mussten 25 Einsatzkräfte einen ausgedehnten Kaminbrand bekämpfen. Beim Eintreffen waren weite Teile des Gebäudes stark verqualmt, sodass unter Atemschutz gearbeitet werden musste. Sicherheitshalber wurde die Feuerwehr Rellingen zur Unterstützung alarmiert. Letztlich bekamen die Helfer aus Tangstedt mit Unterstützung eines Schornsteinfegers die Lage unter Kontrolle.

Die Polizei rückte in den Kreisen Pinneberg und Segeberg, die in einer Polizeidirektion zusammengefasst sind, zwischen 18 Uhr an Silvester und 6 Uhr an Neujahr 180 Mal aus. Im Vorjahr waren es 45 Einsätze mehr. Auf den Kreis Pinneberg entfielen etwa 100 Einsätze, im Vorjahr waren es 125. Meistens beschäftigten die Beamten alkoholbedingte Streitigkeiten, geringfügige Körperverletzungen sowie Sachbeschädigungen durch Feuerwerk. Viele Bürger gingen davon aus, dass auch in Schleswig-Holstein Feuerwerk generell verboten ist. Die Disponenten in der Elmshorner Einsatzleitstelle mussten 80 Anrufern erklären, dass es ein solches Verbot nur in Hamburg gibt.

In Wedel griff eine zehnköpfige Personengruppe gegen 22.15 Uhr vier junge Männer, alle 22 Jahre alt, an. Anlass war, dass sich einer der vier Wedeler bei den Kontrahenten darüber beschwert hatte, dass diese Knallkörper auf ihn geworfen hätten. Daraufhin kassierte das Quartett Prügel. Weil einige der Opfer auch abgetastet wurden, geht die Polizei von einem versuchten Raub aus. Die Täter sind flüchtig. Hinweise an die Kripo Pinneberg unter Telefon 04101/20 20.

Gegen 0.30 Uhr kam es am Schenefelder Mühlendamm zu einem Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss. Ein 24 Jahre alter Hamburger hatte ganz offenbar zu ausgiebig auf das neue Jahr angestoßen und sich dann mit seinem Mitsubishi auf den Heimweg gemacht. Die Fahrt endete, als der Wagen zwei parkende Lkw rammte. Zu einem Atemalkoholtest war der 24-Jährige nicht mehr in der Lage. Ein Arzt nahm ihm auf der Polizeiwache Blut ab, sein Führerschein wurde beschlagnahmt.

An der Seestraße in Halstenbek lief gegen 6 Uhr ein betrunkener Mann laut schreiend über die Straße. Als die von Anwohnern alarmierten Polizisten eintrafen, setzte sich der 33-Jährige unaufgefordert auf die Rückbank des Streifenwagens und forderte die Beamten auf, doch loszufahren. Das taten die auch und brachten den unter Alkohol- und Drogeneinfluss stehenden Mann zum Ausnüchtern ins Gewahrsam. Dort verweigerte der 33-Jährige den Gang in die Zelle und verletzte einen Beamten leicht.

Eine ruhige Nacht verlebten auch die Disponenten in der Rettungsleitstelle Elmshorn. Im Vergleich zum Vorjahr gab es deutlich weniger Einsätze, genaue Zahlen wurden nicht veröffentlicht. Erfreulich: Es gab im Kreisgebiet keine Verletzten durch Feuerwerkskörper.

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