Kreis Pinneberg

Ellerbek kann den Radweg zur Schule jetzt bauen

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Die Mütter Bianka Stiller-Hoppe (l.) und Patricia Bach setzen sich schon seit Langem für den Bau des Radwegs zu Hermann-Löns-Grundschule ein.

Die Mütter Bianka Stiller-Hoppe (l.) und Patricia Bach setzen sich schon seit Langem für den Bau des Radwegs zu Hermann-Löns-Grundschule ein.

Foto: Burkhard Fuchs

Gemeindevertretung beschließt 1,5-Millionen-Euro-Projekt einstimmig. Bürgermeister hofft auf Start im Frühjahr.

Ellerbek.  Große Erleichterung bei den Eltern kleiner Kinder in Ellerbek: Der seit Jahren von ihnen geforderte Geh- und Radweg zur Hermann-Löns-Grundschule wird jetzt endlich gebaut. Der Gemeinderat von Ellerbek hat den Bau des Radweges für 2021 nun einstimmig beschlossen. Für das Projekt sind gut 1,15 Millionen Euro veranschlagt. Die Summe ist in den Haushalt eingestellt. Damit sollen der Ihlweg und der Rugenbergener Mühlenweg auf einer Länge von rund einem Kilometer mit einem sicheren Geh- und Radweg versehen werden.

Die Gemeinde werde jetzt noch ein paar Punkte ihres Bauantrages im Sinne des Natur- und Knickschutzes ergänzen müssen, sagt Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP). Damit dürfte dann einer Baugenehmigung vonseiten des Kreises nichts mehr im Wege stehen, sodass dann die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben werden könnten. Er rechne mit einem Baubeginn im Laufe des kommenden Jahres, möglichst noch im Frühjahr, sagt Hildebrand. „Die Finanzierung ist gesichert. Wir sind uns in der Gemeinde einig, alles zu tun, um schnellstmöglich eine Baugenehmigung zu erhalten.“

Naturschutzbehörde verhinderte Bau schon 2019

Eigentlich sollte der Radweg, den besorgte Eltern schon seit Jahren für die Sicherung des Schulweges fordern, bereits im Jahr 2019 gebaut werden. Doch das sei an Einsprüchen und Bedenken der Unteren Naturschutzbehörde gescheitert, erklärt Hildebrand. Im Oktober konnte bei einem Ortstermin mit den zuständigen Mitarbeitern der Kreisverwaltung die Kuh vom Eis geholt werden. Insbesondere für den Knickschutz werde an dieser recht schmalen Straße noch ein weiteres Grundstück zu erwerben sein, damit der nötige Abstand zu den Bäumen eingehalten werden könne, laute der gefundene Kompromiss. „Wir haben mit dem Kreis gut und konstruktiv zusammengearbeitet“, sagt Hildebrand. Schließlich müsse die Untere Naturschutzbehörde auch ihre gesetzlichen Vorgaben einhalten, zeigt er Verständnis für deren Bedenken.

Die Gemeinde müsse zudem nicht den vollen Betrag allein aufbringen, erklärt der Bürgermeister, der ohnehin hofft, dass sich die Gesamtkosten nach der Ausschreibung unterhalb des Budgets bewegen werden. Der Kreis Pinneberg beteilige sich durch sein neues Radwegeprogramm mit 460.000 Euro, weitere 100.000 Euro kämen vom Land. Die Gemeinde werde aller Voraussicht nach 350.000 Euro für den Bau beizusteuern haben. Diese Summe soll der Verkauf eines 2000 Quadratmeter großen Areals an der Posener Straße einbringen, auf dem früher der Bauhof stand, erläutert Hildebrand. Erste Interessenten gebe es bereits. Er gehe davon aus, dass sich dort an der Mühlenau ein bis zwei Wohnhäuser errichten ließen. „Da werden wir nicht lange auf einen Käufer warten müssen. Ellerbek ist ja zum Glück ein beliebter Wohnort.“

Der Rest der Bausumme würde durch private Spenden aufgebracht, die nach wie vor in sechsstelliger Höhe zugesagt seien, so der Bürgermeister.

Eltern machten mit Aktion auf Missstand aufmerksam

Die besorgten Eltern, die sich seit Jahren für den Radweg einsetzen, trauen dem Frieden noch nicht so recht. „Wir freuen uns erst, wenn der Bagger da steht“, sagt Bianka Stiller-Hoppe. Ihr sieben Jahre alter Sohn müsse „diesen Weg jeden Tag im Dunkeln zur Schule fahren“. Ähnlich äußert sich Patricia Bach, die täglich ihre zwei Söhne im Alter von sieben und acht Jahren aus Sicherheitsgründen mit dem Fahrrad zur Schule begleitet. „Ich glaube das erst, wenn die anfangen zu buddeln.“

Nach den Sommerferien hatten die Eltern zusätzlichen Druck auf die Gemeinde und die Behörden erzeugt, indem sie den schmalen Schulweg noch weiter verengt haben, wie Mutter Bianka Stille-Hoppe berichtet. So hätten sich die Eltern an ihre Fahrräder Schwimmnudeln an die Gepäckträger geklemmt, damit die Autofahrer beim Überholen auch wirklich den notwendigen Sicherheitsabstand einhalten mussten. Wer das nicht getan habe, wurde bei der Polizei angezeigt. Das habe mit Sicherheit die Aufmerksamkeit der Autofahrer erhöht und vielleicht auch die Einsicht bei den Behörden vergrößert, wie wichtig dieser Radweg für die Kinder in Ellerbek sei, so Bianka Stiller-Hoppe.

( bf )

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