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In der Pinneberger Innenstadt gibt es jetzt freies W-Lan

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Katja Engler und Alexandra Schrader
Hotspot am Ende der Dingstätte zwischen zwei Straßenlaternen: Oliver Sinterhauf, Geschäftsführer der Pinneberger Stadtwerke (li.) präsentiert das neue System Mobyklick.

Hotspot am Ende der Dingstätte zwischen zwei Straßenlaternen: Oliver Sinterhauf, Geschäftsführer der Pinneberger Stadtwerke (li.) präsentiert das neue System Mobyklick.

Foto: Katja Engler

Dank der Stadtwerke kann sich nun jeder einloggen und kostenlos das Internet nutzen. Der ganze Prozess hat neun Jahre gedauert.

Pinneberg.  Kein Code, kein Passwort und keine Zahlenkombination zum Merken: Kinderleicht kann sich ab sofort jeder, der durch die Pinneberger Innenstadt flaniert, kostenlos übers Smartphone ins neue städtische WLAN einloggen und muss nicht mehr sein persönliches Datenvolumen verbrauchen, wenn er Nachrichten abrufen, im Internet surfen oder übers Internet telefonieren will. Das neue Angebot hat der Geschäftsführer der Stadtwerke , Oliver Sinterhauf, am Montag vorgestellt. Neun Jahre habe der ganze Prozess gedauert, „drei Geschäftsführer später“ sei es nun endlich so weit.

Das freie Pinneberger WLAN erstreckt sich vom Parkplatz unter der Hochbrücke über Dingstätte und Fahltskamp bis zur Christuskirche am Fahlt. Insgesamt wurden vier Antennen in luftiger Höhe eingerichtet. „Damit haben wir einen ersten großen Abschnitt erreicht“, sagt Sinterhauf. „Wir planen, das Angebot bis zum Bahnhof auszubauen, sodass Menschen in die S-Bahn einsteigen können und dabei mit dem Internet verbunden bleiben.“

In den vergangenen Monaten habe er das Vorhaben forciert, denn „es ist mir ein Herzensanliegen, und es macht die Innenstadt attraktiver“, sagt Sinterhauf.

Dass es so enorm lange gedauert hat, habe an der bisherigen Prioritätensetzung gelegen: „Es war meinen Vorgängern wohl nicht so wichtig. Ich bin dagegen ein Technik-affiner Typ.“ Der lange Atem der Pinneberger Stadtwerke hat sogar einen positiven Nebeneffekt: „Die Kosten sind eher gefallen, weil die Technik dafür heute günstiger geworden ist“, sagt der Geschäftsführer. Die Installation der vier Hotspots habe einen „sehr niedrigen fünfstelligen Betrag“ gekostet, die laufenden Kosten seien zu vernachlässigen.

Andere Kommunen im Kreis sind schon einen Schritt weiter

Weitere positive Effekte des freien WLANs, die auch den lokalen Einzelhandel und die Gastronomie beleben könnten, stecken noch in den Kinderschuhen. „Wir sind da noch ganz am Anfang“, sagt Oliver Sinterhauf. Allerdings sei durchaus geplant, mit den Pinneberger Gewerbetreibenden in Gespräche einzusteigen, wie eine künftige Zusammenarbeit aussehen könne, sagt er. Stichwort lokaler Internetshop. So was könnte auch für den Einzelhandel vor Ort nützlich sein, denn oft seien die Preise im örtlichen Geschäft nicht höher als bei den großen Internethändlern. Und wer regional einkauft, erspart sich lästige Rücksendungen, weil das Prüfen oder Anprobieren eben eine sinnvolle Sache sind.

Das Netz, das das freie WLAN zur Verfügung stellt, heißt Mobyklick und erscheint automatisch auf dem Smartphone, nachdem über „Einstellungen“ das WLAN-Symbol angetippt worden ist. Ohne einen Code einzugeben, klickt der Nutzer dann auf das Wort „Verbinden“ – und ist für bis zu vier Stunden im Internet. Manche Smartphones verbinden sich sogar automatisch mit Mobyklick, erklärt Stadtwerke-Techniker Nicolas Dankert. Das System sei erprobt und werde sogar auf großen Musikfestivals wie in Wacken verbaut.

Beim freien WLAN sei Pinneberg ein „Nachzügler“, liege aber insgesamt etwa im Mittelfeld, sagt der Stadtwerke-Geschäftsführer. In Halstenbek zum Beispiel ist das Mobyklick-Netz seit 2016 an vielen öffentlichen Plätzen verfügbar. Am Rathausvorplatz, am Schützenplatz, in der Wohnmeile und an weiteren Standorten kann man sich hier ohne Passwort mit dem WLAN verbinden.

Quickborn hat schon seit 2015 kostenloses WLAN

„Es ist vor allem für Privatpersonen gedacht und ein schöner Nebeneffekt beim Einkaufen“, sagt GWHtel-Vertriebs- und Serviceleiter Henning Behrend. Das Tochterunternehmen der Gemeindewerke Halstenbek ist für die Installation des WLANs im Ort zuständig. Mit Ausfällen habe es bisher keine Probleme gegeben, so Behrend. „Durch die ständige Netzüberwachung können Störungen sofort behoben werden.“ Auch der Anschluss ans Glasfaser-Netz mache Mobyklick hier sehr stabil. Erweiterungen des Netzes seien von der Gemeinde bisher nicht angedacht. „Wir haben das Gefühl, aktuell alle wichtigen Orte in Halstenbek mit dem WLAN ausgestattet zu haben“, so Behrend.

In Quickborn gibt es den kostenfreien Internetzugang schon seit 2015 – und das sogar an 26 Standorten. „Wir waren eine der ersten Kommunen im Kreis Pinneberg“, sagt Unternehmenssprecherin Janine Müller von den Stadtwerken Quickborn. „Wir wollen das WLAN da etablieren, wo die Bewohner davon profitieren.“ Auf Spielplätzen, im Freibad und an AKN-Bahnhöfen sei es verfügbar.

Elmshorn bietet zwar auch frei zugängliches Internet, setzt dabei jedoch nicht auf das Mobyklick-Antennennetz. Die dortigen Stadtwerke haben ihr eigenes WLAN-Netzwerk etabliert. Stadtwerke-Chef Sören Schuhknecht sagt: „Unser Ziel ist es, dass sich die Einwohnerinnen und Einwohner,, sobald, sie aus ihren eigenen vier Wänden treten, überall in der Stadt mit unserem WLAN verbinden können.“

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