Kreis Pinneberg

Ein Päckchen Glück für Kinder in Südosteuropa

Was für ein Leuchten in den Augen: Bei einer der vorangegangenen Aktionen bekommen rumänische Kinder ihre Pakete.

Was für ein Leuchten in den Augen: Bei einer der vorangegangenen Aktionen bekommen rumänische Kinder ihre Pakete.

Foto: Kinder helfen Kindern

Weihnachtspäckchenkonvoi: Round Table Elmshorn sammelt auch in diesem Jahr wieder Geschenke für bedürftige Kinder.

Elmshorn.  Im Elmshorner Modehaus Ramelow stapeln sich dieser Tage wieder Pakete. Bunt verpackt sind die, Geschenke. Für Kinder in Rumänien , die in armen Verhältnissen aufwachsen. Die vielleicht noch niemals ein so großes Paket bekommen haben. Deren Augen strahlen vor lauter Glück, das sie kaum fassen können. „ Die Kinder freuen sich wahnsinnig “, sagt Marc Peters.

Der Optikermeister weiß, wovon er spricht. Dreimal hat er den sogenannten Weihnachtspäckchenkonvoi selbst begleitet. Nun sammelt er wieder.

Weihnachtspäckchenkonvoi von Elmshorn nach Rumänien

Was 2001 ganz klein anfing, hat sich inzwischen zu einer beachtlichen Aktion ausgewachsen. Vor 19 Jahren waren es 24 Helfer, die rund 100 Geschenkkartons im Gepäck hatten. Im vergangenen Jahr waren schon 285 Ehrenamtliche aktiv.

51 Fahrzeuge rollten gen Südosteuropa, beladen mit 173.161 Paketen. Inzwischen gehen die Pakete nicht mehr ausschließlich an sozial benachteiligte Kinder in Rumänien, sondern auch in Bulgarien, Moldawien und der Ukraine.

Marc Peters, Inhaber des Optikerfachgeschäfts Schönberg in Elmshorn, ist im Planungsstab der Aktion. Er engagiert sich ehrenamtlich für den Round Table Elmshorn, der jährlich an dem Weihnachtspäckchenkonvoi-Projekt teilnimmt.

„Es handelt sich um eine bundesweite Aktion, bei der sich die verschiedenen Tische des Dachverbandes Round Table Deutschland um die lokale Umsetzung kümmern“, sagt der Elmshorner Geschäftsmann. Sie rufen zum Beispiel in den Schulen und Kindergärten in der Umgebung zum Mitmachen auf und sammeln die Pakete.

Peters hofft, die Tausendermarke zu knacken

Da dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht alle Gruppen des Round Table den Weihnachtspäckchenkonvoi unterstützen, wird die Päckchenanzahl wohl etwas geringer ausfallen als im zurückliegenden Jahr.

Die meisten Tische seien dieses Jahr nicht in der Lage, den Konvoi zu unterstützen, da ihr Fokus auf anderen Aktionen liege, sagt Peters. „Außerdem denke ich, dass hier in Deutschland dieses Jahr weniger Leute packen, da sie genug eigene Probleme zu Hause haben“, sagt der Augenoptikermeister.

Nichtsdestotrotz: Peters hofft, die Tausendermarke zu knacken. 2019 waren aus dem Großraum Elmshorn rund 1600 Pakete zusammengesammelt. Er weiß, wie wichtig die Aktion für die Beschenkten ist. „Sie haben sich wahnsinnig gefreut, als wir ihnen die Geschenke brachten“, berichtet der 39-Jährige von seinen Besuchen. Da sei kaum ein Auge trocken geblieben.

Der Weihnachtspäckchenkonvoi fährt jedes Jahr eine andere Route. Die Verteilung beginne in den Hauptstädten. Sternförmig gehe es von dort in die ländlichen Regionen. „Der Konvoi teilt sich hierfür dann meistens auf“, sagt Stefan Zipperlen, Sprecher der Weihnachtspäckchenkonvoi GmbH.

Helfer stoppen auch bei ausgewählten Familien

Begonnen hat das mittlerweile riesige Projekt ganz klein mit dem Aufbau des Ausbildungszentrums Günter Rick im Kinderdorf der Rudolf-Walther-Stiftung. Es befindet sich in Timişoara in Rumänien und bietet bis heute 130 jungen Menschen aus sozial schwachen Familien eine handwerkliche Ausbildung, die sonst keine Chancen auf eine Berufsbildung hätten.

Bereits bei den ersten Besuchen dort fiel den Helfern auf, wie arm die meisten Menschen in vielen Regionen sind. Da sie viele herzliche Kontakte zu Familien dort knüpften, kam die Idee auf, beim nächsten Besuch Päckchen mitzubringen und so Weihnachtsfreude zu verbreiten. Seitdem fährt der Konvoi jedes Jahr vor Weihnachten los. Er stoppt an Schulen, Kindergärten, kirchlichen Einrichtungen und fährt auch direkt zu Familien.

Die Organisation arbeitet laut Marc Peters auch mit der Caritas zusammen, wodurch sie an Adressen sozial schwacher Familien gelange. „So ist es möglich, einige Kinder direkt bei sich zu Hause mit einem Päckchen zu überraschen“, sagt Marc Peters.

Päckchen müssen bis 21. November abgegeben werden

Und so eine Überraschung muss nicht teuer sein. „Gefragt sind Mützen, Handschuhe oder Stifte“, sagt Marc Peters, „für circa 15 Euro kann man das ideale Paket zusammenstellen.“ Sehr beliebt sind laut der Organisation auch Spielsachen wie Würfel- und Kartenspiele, Aufkleber, Jojos, Teddybären oder Spielzeugautos. Und sogar über Zahnpasta, Zahnbürste und Waschzeug freuen sich die Kinder sehr.

Wer noch ein bisschen Glück spenden möchte: Die Päckchen müssen bis zum 21. November bei den Sammelstellen abgegeben werden. Alle Details zu der Aktion finden sich auch im Internet.

Die Sammelstellen im Kreis Pinneberg:

Elmshorn: Modehaus Ramelow (Königstraße), Postfiliale im E-Center (Wedenkamp), Staggenborg Apotheke (A 23 Center), Holz Junge (Julius-Leber-Straße);

Horst: Baasch Landmaschinen (Schulstraße 37); Tornesch: Stadtwerke Tornesch (Esinger Straße)