Helgoland & Co.

Tourismus im Kreis Pinneberg bricht dramatisch ein

Wahrscheinlich eines der bekanntesten touristischen Wahrzeichen des Kreises Pinneberg: die Lange Anna auf Helgoland. Auch für die Insel war 2020 bisher kein besonders erfreuliches Jahr..

Wahrscheinlich eines der bekanntesten touristischen Wahrzeichen des Kreises Pinneberg: die Lange Anna auf Helgoland. Auch für die Insel war 2020 bisher kein besonders erfreuliches Jahr..

Foto: Joana Ekrutt / HA

Mehr als ein Drittel der üblichen Übernachtungsgäste fehlen. Hotels kaum ausgelastet. Ein Lockdown und seine Folgen.

Kreis Pinneberg. Kaum eine Branche ist stärker von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen als der Tourismus – das zeigt sich auch im Kreis Pinneberg. Während große Weltkonzerne wie Tui ums Überleben kämpfen, spiegelt sich die allgemein negative Entwicklung auch lokal.

Die Übernachtungszahlen im Kreis Pinneberg etwa gingen in den ersten acht Monaten des Jahres 2020 um 38,8 Prozent zurück. Und obwohl der Fremdenverkehr im Gegensatz zum Rest des Landes eine wirtschaftlich untergeordnete Rolle in der Region spielt, litt vor allem das touristische Aushängeschild Pinnebergs – die Insel Helgoland.

Helgoland verbucht ein Drittel weniger Übernachtungen

Nach Angaben des Statistikamtes Nord zählte der Kreis in den ersten acht Monaten nur noch 274.507 Übernachtungen. Zum Vergleich: 2019 waren es 448.540 gewesen. Allein der Fremdenverkehr auf Deutschlands einziger Hochseeinsel brach in den ersten acht Monaten um 36 Prozent ein. Nur 111.468 Übernachtungen wurden gezählt.

Maßgeblichen Einfluss hatten der Lockdown und das Abschotten der schleswig-holsteinischen Inseln im Frühjahr. Im März etwa brach das Geschäft im ganzen Land um 50 Prozent ein, im April lag das Tourismusgewerbe mit einem Rückgang von 96,2 Prozent nahezu komplett am Boden. Und auch der Mai brachte mit einem Minus von 54 Prozent keine merkliche Besserung.

Einziger Lichtblick – der August

Einziger Lichtblick eines ernüchternden Tourismusjahres war der Sommer, auf Helgoland insbesondere der August: Im Hochsommermonat zählte die Insel mit 32.652 Übernachtungen nicht nur mehr als die Hälfte des gesamten Kreises Pinneberg. Diese Zahl bedeutete auch ein Plus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch dieses kurze Inselleuchten zeigte sich weder in Barmstedt oder Elmshorn noch in Pinneberg oder Wedel. Dort blieb es im August bei einem durchschnittlichen Übernachtungsminus von 17 Prozent im Vergleich zum August 2019. Kreisweit wurden nur 62.177 Übernachtungen registriert.

Daran zeigt sich einerseits, dass Pinneberg nicht das klassische Tourismusziel ist. Andererseits ist der Kreis dadurch weniger abhängig von diesem Wirtschaftszweig. Denn gut 60.000 Übernachtungen im Kreis entsprechen nur etwas mehr als einem Prozent aller Übernachtungen im August im Land Schleswig-Holstein.

Landesweit wurden nämlich im Gegensatz zu Pinneberg Augustrekorde gemeldet – ebenfalls ein Auswuchs der Corona-Entwicklungen, die den Urlaub im eigenen Land befördert hatten. So stieg im Vergleich zum August des Vorjahres die Anzahl der Übernachtungen in Hotels und auf Campingplätzen in ganz Schleswig-Holstein auf 5,837 Millionen und damit um 4,8 Prozent.

Pinneberger Hotels nur zur Hälfte ausgelastet

Insgesamt sei Schleswig-Holstein als Tourismusland zwar besser als viele andere Bundesländer durch die Krise gekommen, dennoch hätten der zu Beginn der Krise notwendige Lockdown und die jetzt noch geltenden Maßnahmen eine Menge Betriebe sehr hart getroffen, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) beim digitalen Tourismustag.

Auch im Kreis Pinneberg mussten einige Hoteliers aufgeben. Laut Statistik gibt es kreisweit nur noch 25 Hotels mit mehr als 25 Zimmern – ein Minus von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die durchschnittliche Auslastung der Beherbergungsbetriebe ist eine der schlechtesten im Land. Im August lag sie nur bei 53 Prozent, im gesamten Corona-Jahr bisher bei 38 Prozent.