Kreis Pinneberg

Gesundheitsamt warnt vor Flugblättern von Corona-Leugnern

Wie bei dieser Demo gibt es einige Menschen, die die Corona-Pandemie anzweifeln. Im Kreis Pinneberg sind nun Flugblätter der Corona-Zweifler von „Ärzte für Aufklärung“ aufgetaucht. (Symbolbild)

Wie bei dieser Demo gibt es einige Menschen, die die Corona-Pandemie anzweifeln. Im Kreis Pinneberg sind nun Flugblätter der Corona-Zweifler von „Ärzte für Aufklärung“ aufgetaucht. (Symbolbild)

Foto: Fabian Strauch / dpa

Im Kreis Pinneberg sind Handzettel der dubiosen „Ärzte für Aufklärung“ aufgetaucht. Warum die Behörden alarmiert sind.

Kreis Pinneberg. Nach dem Auftauchen von dubiosen Flugblättern im Kreis Pinneberg warnt das Gesundheitsamt vor den daruf abgedruckten irreführenden Informationen zur Corona-Pandemie. Absender der Zettel ist die Gruppierung „Ärzte für Aufklärung“. Nach Städten in ganz Deutschland sind nun auch an mehreren Orten im Kreis, unter anderem in Uetersen, die Flyer der Pandemie-Leugner mit Verschwörungstheorien in Umlauf gebracht worden, bestätigte Kreissprecherin Silke Linne auf Abendblatt-Anfrage.

Auf den Zetteln, die dem Abendblatt vorliegen, wird unter anderem die Sinnhaftigkeit von Masken in Zweifel gezogen und vor einem angeblichen „Zwang zur Impfung“ gewarnt. Die Bundesregierung hatte allerdings mehrfach betont, dass es keine Impfpflicht gegen das Coronavirus geben soll. Außerdem werden auf den Zetteln Hinweise gegeben, wie man eine „echte Pandemie“ von einer „fake Pandemie“ unterscheiden könne.

Angst vor „80.000 Toten“ wird geschürt

Weiter wird in dem Schreiben Professor Dr. Stefan Hockertz, ehemaliger Direktor des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, zitiert, der bei einer (nicht geplanten) Zwangsimpfung die Angst vor „80.000 Toten“ schürt.

Es werde mit dem Flugblatt gezielt mit den Ängsten der Empfänger gespielt und Verschwörungsmythen reproduziert, so das Gesundheitsamt des Kreises. Der Wahrheitsgehalt entspreche weder der Lehrmeinung der Wissenschaft noch den Empfehlungen der Behörden.

Verschwörungsexperte: Zettel sind „Propaganda-Mittel“

Zuvor hatte schon der Experte für Verschwörungstheorien, Gero Hümmler, zu den Zetteln gesagt, es handele sich um „ein Propaganda-Mittel“, mit dem „gezielt politisch agitiert“ werde. Ärztekammern anderer Bundesländer hatten sich bereits von der Gruppe „Ärzte für Aufklärung“ distanziert.

Die Hamburger Vereinigung „Ärzte für Aufklärung“ (ÄfA) ist eine Organisation, der laut eigenen Bekunden 700 Mediziner in Deutschland angehören und die die Corona-Maßnahmen der Regierung für überzogen hält. Die führenden Köpfe sind regelmäßige Gäste bei Demonstrationen gegen Coronamaßnahmen, dabei tat sich bisher vor allem der Hamburger Heiko Schöning hervor.

Kreis Pinneberg distanziert sich von Aussagen auf Flyern

Die Internetseite der ÄfA legt eine grundsätzliche Nähe zum Impfgegner-Spektrum nahe. Einige der 2000 namentlich genannten Unterstützer kommen auch aus dem Kreis Pinneberg, etwa eine Gesundheitsberaterin aus Uetersen oder eine Heilpraktikerin aus Heist. Unter dem Titel „Niemand hat die Absicht eine Corona-Impfung durchzuführen“ wird die Sinnhaftigkeit von Impfungen angezweifelt. Auch ein Beitrag mit dem Titel „Wer impft zu welchem Zweck?“ legt eine Verschwörung nahe. Der Kreis Pinneberg distanziere sich von diesen Aussagen, so Sprecherin Linne.

Der Hamburger Heiko Schöning bezeichnet sich selbst als Mitglied des „Außerparlamentarischen Corona Untersuchungsausschuss“. Bei öffentlichen Auftritten redet er von einer „Weltregierung“, lehnt die Corona-App, die schnelle Entwicklung eines Corona-Impfstoffs und „Micro-Chips unter der Haut“ ab.