Kreis Pinneberg

Landesamt warnt Tierhalter vor streifendem Wolf

 Ein Wolf läuft durch ein Freigehege in einem Wildpark (Symbolbild).

Ein Wolf läuft durch ein Freigehege in einem Wildpark (Symbolbild).

Foto: Boris Roessler / dpa

Schafhalter sollen ihre Weiden umzäunen. Laut Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume mehrere Wolfsnachweise in Dithmarschen.

Kreis Pinneberg.  Nach mehreren Wolfsnachweisen im Kreis Dithmarschen hat das Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein vor möglichen weiteren Schafsrissen in der gesamten südwestlichen Region des Landes gewarnt. Wie das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume mitteilte, habe es zuletzt wieder häufiger Wolfsnachweise in der Gegend gegeben. Die letzten gesicherten Nachweise stammten etwa vom 26. und 27. September.

Im Kreis Pinneberg ist zuletzt ein Wildtierriss bei Quickborn vom 23. September bekannt geworden, der Vorfall befindet sich noch in der Prüfung auf einen Wolf als Ursache. Bei einem Riss am 3. August an der Pinnau konnte ein Wolf als Verursacher ausgeschlossen werden, ein Fall vom 20. Juli in Rantzau sei laut Wolfsmanagement nach wie vor in der Prüfung.

Wie das Landesamt mitteilt, scheine nun mindestens ein Wolf in der Dithmarscher Geest sein Streifgebiet zu haben. Vor diesem Hintergrund empfahl das Amt auch den Schafhaltern im Kreis Pinneberg dringend, die Hinweise des Wolfsmanagements zur Umzäunung der Winterweiden zu beachten.

Im Herbst würden viele Schafhalter ihre Tiere von den Landesschutzdeichen ins Binnenland auf die Winterweide bringen. Die Kreise Pinneberg, Dithmarschen, Steinburg, Segeberg und Herzogtum-Lauenburg sind seit März 2019 als Wolfspräventionsgebiet ausgewiesen. Tierhalter können beim Land damit Fördermittel für wolfsabweisende Zäune beantragen.

Laut Landesamt-Sprecher Martin Schmidt halten sich in Schleswig-Holstein derzeit wahrscheinlich drei bis fünf Wölfe auf. Dabei handle es sich allerdings um umherziehende Einzeltiere. Ein Rudel gebe es nach wie vor nicht.

Zuletzt sorgte der sogenannte Problemwolf GW924m in den Jahren 2018 und 2019 für Unruhe im Kreis Pinneberg. Nachdem er aus Dänemark eingewandert war und im Kreis mehrere Nutztiere gerissen hatte, wurde er zum Abschuss freigegeben. Doch zuvor wanderte der Wolf weiter. Im Februar fanden Jäger das Tier tot in einem Wald bei Gifhorn (Niedersachsen).