Kreis Pinneberg

„Ich habe einen Sechs-Jahres-Plan für Uetersen“

Er liebe die Uetersener Altstadt und vor allem die Klosterkirche im Hintergrund, sagt CDU-Kandidat Baris Karabacak.

Er liebe die Uetersener Altstadt und vor allem die Klosterkirche im Hintergrund, sagt CDU-Kandidat Baris Karabacak.

Foto: Burkhard Fuchs

Serie: Die fünf Kandidaten für den Posten des Uetersener Rathauschefs im Porträt. Heute: Baris Karabacak, der von der CDU unterstützt wird.

Uetersen.  Er ist mit 33 Jahren der jüngste Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Uetersen. Sollte er am 25. Oktober oder bei einer möglichen Stichwahl am 22. November gewählt werden, will Baris Karabacak aus der Kreisstadt ins älteste Viertel der Rosenstadt ziehen.

Der gebürtige Pinneberger, den der CDU-Ortsverband tatkräftig unterstützt, hat sich in die Umgebung der Altstadt verguckt. „Das alte Uetersen hat einfach Charme und Kultur“, schwärmt Karabacak. Hier sei er oft und gern. Auch weil er die Klosterkirche so liebe. „Ich bin christlich erzogen worden.“

Eine Wohnung für sich und seine Lebensgefährtin hat der Junggeselle bereits in Aussicht. „Ich komme, um zu bleiben“, verspricht er.

Karabacak, dessen Großvater 1961 aus der westlichen Türkei nach Pinneberg emigrierte, sagt von sich: „Ich bin voll integriert.“ Zurzeit vertritt er die CDU im Pinneberger Rat, war vier Jahre im Landesvorstand der CDU und sitzt seit 2013 dem Verein Brücken der Kulturen vor, der 127 Mitglieder zählt und kreisweit integrative Veranstaltungen, Ausflüge und Schülerhilfen organisiert. Beruflich leitet der gelernte Wirtschaftsfachwirt eine Personalberatungsfirma, die eng mit dem Jobcenter zusammenarbeite. Allein 30 seiner 43 Mitarbeiter kämen aus Uetersen. „Ich bin täglich in Uetersen, allein schon beruflich“, sagt Karabacak. Diese engen Bande sollen in Zukunft noch fester werden.

Der CDU-Kandidat möchte die Rosenstadt aus dem „Dornröschenschlaf“ holen. Vor allem die Wirtschaft, der Sport, das Ehrenamt, die Jugend und die Digitalisierung liegen ihm am Herzen. „Ich habe einen konkreten Sechs-Jahres-Plan für Uetersen“, sagt Karabacak selbstbewusst.

Das weitgehend leerstehende Hatlapa-Gelände möchte er zu einem modernen Gewerbepark umgestalten und neue Unternehmungen anlocken. „Eine starke Wirtschaft macht eine starke Stadt aus“, sagt er.

Für die Jugend und Vereine will er eine komplett neue Sportstätte planen und errichten – mit Sporthalle, Laufbahn und Kunstrasenplatz. Das alte Rosenstadion sei nicht mehr zweckmäßig. Einen Standort für den neuen Sportpark habe er bereits. Ein Unternehmer würde dafür sein ehemaliges Firmengelände an die Stadt verpachten.

Dieser Arena-Plan, den er mit einem „ganzheitlichen Konzept für alle Sportarten in Uetersen“ verbinden will, werde sein „erstes Projekt als Bürgermeister“ sein. Und natürlich brauche Uetersen endlich „schnelles Internet“ mit Glasfaserleitungen. Das würde er als Bürgermeister vorantreiben, um Schulen, Verwaltung und moderne Dienstleistungen auf die Datenautobahn zu bringen.

Ehrenamtliches Engagement werde in seiner künftigen Wahlheimat besonders groß geschrieben, hat Karabacak festgestellt. „Ich bin erstaunt, wie viele Menschen sich hier engagieren.“ Diese zahlreichen Aktivitäten werde er weiter stärken, verspricht Karabacak. „Die Stadt lebt mit und von seinen Bürgern.“

Das zeige sich auch in der „großen kulturellen Vielfalt“ in Uetersen, die sich rund um „das wunderschöne Klosterviertel, das blühende Rosarium, unser Langes Tannen und dem Heimatmuseum“ manifestiere. „Uetersen sollte stolz auf diese Orte sein. Nicht jede Stadt kann mit einem so vielfältigen Angebot an Freizeitmöglichkeiten aufwarten. Dies gilt es zu stärken.“

Die Jugendlichen in der Stadt sollen endlich wieder ein Jugendzentrum bekommen, in dem sie sich treffen und das sie nach ihren Wünschen mit Leben füllen können. „Die Jugend ist unsere Zukunft und muss entsprechend gesellschaftlich und politisch gestärkt werden“, fordert der CDU-Kandidat. „Sie benötigen unbedingt einen Platz, an dem sie sich zurückziehen können.“ Dort könnten auch Theaterkurse oder Ausbildungsprogramme laufen, die er in Kooperation mit der örtlichen Wirtschaft anbieten würde. Die Jürgen-Frenzel-Schwimmhalle soll erhalten bleiben.

Und auch den Bau der Kreisstraße 22 will ein Bürgermeister Karabacak forcieren. „Uetersen braucht die Anbindung an die A23. Das darf kein Traum mehr bleiben“, fordert der Christdemokrat und erinnert an die Westumgehung in seiner Heimatstadt Pinneberg, die nach jahrzehntelanger Planung schließlich doch realisiert worden ist.

Sein Wahlkampf-Hauptquartier hat Karabacak im Presse-Café an der „Fuzo“ aufgeschlagen. Dort habe er auch vor einigen Wochen seinen 33. Geburtstag gefeiert. Exakt 44 Wahlplakate hat er in der Stadt verteilt. Und er mache auch Hausbesuche – natürlich Corona bedingt „immer mit Maske“ und den notwendigen Sicherheitsmaßnahmen.

Er weiß, dass er der erste CDU-Bürgermeister in der Rosenstadt mit ihrer historischen Arbeiterstruktur wäre, sagt Karabacak. „Aber dafür kämpfe ich sehr hart, jeden Tag und jede Nacht. Ich gebe nicht 100 Prozent, sondern 200 Prozent dafür.“

Die Bürgermeisterwahl ist am Sonntag, 25. Oktober. Wahlberechtigt sind 14.817 Bürger. In der nächsten Folge (nach dem Alphabet): Anne Dorothea Lamsbach