Kreis Pinneberg

Der Dauerstau im Ortskern soll ein Ende haben

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Arne Kolarczyk
So soll die Einmündung Hauptstraße/Tangstedter Chaussee nach dem Umbau aussehen. Auf der neuen Linksabbiegespur haben 20 Autos Platz.

So soll die Einmündung Hauptstraße/Tangstedter Chaussee nach dem Umbau aussehen. Auf der neuen Linksabbiegespur haben 20 Autos Platz.

Foto: Arne Kolarczyk

Gemeinde Rellingen baut Problem-Einmündung um. Für die Arbeiten wird die Hauptstraße ab dem 19. Oktober bis Ende Februar 2021 voll gesperrt.

Rellingen.  Am Montag werden die Schilder aufgestellt, eine Woche später, am 19. Oktober, rollen die Bagger an: Rellingen baut die Einmündung Hauptstraße/Tangstedter Chaussee um und verbessert die von vielen als katastrophal empfundene Verkehrssituation im Ortskern. Bevor dies soweit ist, müssen sich die Verkehrsteilnehmer jedoch auf eine viereinhalbmonatige Vollsperrung dieses Bereichs einstellen.

Die Hauptstraße trägt eine besonders hohe Verkehrslast, weil Rellingen von vier Abfahrten der A 23 umgeben ist und als Umleitungsstrecke für eine Autobahnsperrung dient. Autofahrer, die aus Richtung Pinneberg kommend die Hauptstraße befahren, finden an der Einmündung zur Tangstedter Chaussee nur eine winzige Linksabbiegespur vor, die gerade einmal Platz für ein Fahrzeug bietet. Als Folge staut sich der Verkehr in den Stoßzeiten teilweise kilometerweit zurück. Dieses Problem soll nach dem Umbau der Vergangenheit angehören.

Jahrzehntelang hatte die Gemeinde versucht, Grunderwerb vor dem Schuhhaus Tritschoks zu tätigen, um die Situation zu entschärfen. Das ist in diesem Jahr gelungen. Nun kann die Straße in diesem Bereich verbreitert werden, so dass eine 20 Meter lange Linksabbiegespur entsteht, die Platz für etwa sechs Fahrzeuge bietet. Dafür fallen die Parkplätze vor dem Eiscafé weg. Sie werden einige Meter weiter nach hinten verlegt, wo aktuell eine Busbucht ist. Die Busse halten dann 30 Meter weiter entfernt in Richtung Pinneberg – und zwar auf der Straße. Auch die gegenüberliegende Bushaltestelle wird versetzt und befindet sich dann ebenfalls auf Höhe eines Stempelgeschäftes. Versetzt werden ebenfalls die beiden Ampelanlagen, die künftig mit Kameras zur Verkehrsregelung ausgestattet werden.

„Wir werden zunächst mit dem Neubau der Gehwege beginnen“, erläutert Kenneth Behrend vom Wasser- und Verkehrskontor. Als erstes werde der südliche Gehweg in Angriff genommen, über den in der Bauphase Fußgänger und Radfahrer die Baustelle passieren können. Als zweites folgt der Gehweg auf der Nordseite, der auf einem größeren Teilstück total umgestaltet werden muss. „Aus Gründen der Arbeitssicherheit müssen bereits diese Arbeitsschritte unter Vollsperrung erfolgen“, sagt Markus Lange-Berndt, Bauleiter der Firma Groth. Daher werde ab Montag, 19. Oktober, der Abschnitt der Hauptstraße zwischen der Hohlen Straße und der Tangstedter Chaussee gesperrt. Wer die Hauptstraße befährt, kann rechts in die Tangstedter Chaussee abbiegen. Wer von dort kommt, kann weiterhin links in die Hauptstraße fahren. „Wir stellen in diesem Bereich eine Baustellenampel auf“, sagt Tilo Koller, Oberbauleiter bei Groth & Co.

Diese Verkehrsbeziehung bleibt auch erhalten, wenn Anfang 2021 der eigentliche Straßenbau beginnt. In diesem Bereich wird lediglich zehn Zentimeter Asphalt abgefräst, der später neu wieder aufgebracht wird. Für die notwendigen Fräs-, Markierungs- und Asphaltierungsarbeiten ist jedoch ebenfalls eine tageweise Sperrung erforderlich.

Der Straßenkörper auf Höhe des Schuhhauses wird auf einer Länge von 50 Metern vollausgebaut, hier müssen auch der Untergrund und sämtliche Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert werden. „In diesem Bereich war die Straße nicht mehr tragfähig“, sagt Koller. Das weitere Teilstück in Richtung Pinneberg wird wiederum nur abgefräst und neu asphaltiert. „Wir hoffen, dass wir keinen harten Winter bekommen und Ende Februar die Asphaltierungsarbeiten erfolgen können“, so Koller weiter. In diesem Fall könne die Gesamtmaßnahme Ende Februar abgeschlossen sein. „Im anderen Fall wird sich das verzögern.“

In der Bauphase werden die Busse der Linien 185, 195, 295 und 395, die in Richtung Pinneberg fahren, über die Friedenstraße und die Hohle Straße geleitet. Die Haltestelle Tangstedter Chaussee wird in die Friedenstraße verlegt. In umgekehrter Richtung fahren die Busse über Baumschulenweg, Vogt-Schmidt-Straße, Tangstedter Chaussee, Ellerbeker Weg und An der Rellau.

In allen genannten Straßen, die auch von den Autofahrern als Umfahrung genutzt werden können, wird die Gemeinde beidseitig ein Parkverbot anordnen. Für den überörtlichen Verkehr wird eine Umleitung über die LSE ausgeschildert.

Weil die Hauptstraße als Landes- und die Tangstedter Chaussee als Kreisstraße gelten, tragen das Land (63 Prozent) und der Kreis (37 Prozent) die Kosten – inklusive Grunderwerb. Die Gesamtkosten werden auf 620.000 Euro beziffert. Auf die Gemeinde entfallen 35.000 Euro für die Verlegung der Bushaltestelle. „Die Notwendigkeit für den Umbau liegt auf der Hand. Wir erwarten, dass die Leistungsfähigkeit der Straße steigt“, sagt Bauamtsleiter Tom Rasmussen. Es werde jedoch nicht der Optimalzustand erreicht. Eine längere Linksabbiegespur in die Tangstedter Chaussee ließ sich ebenso wenig realisieren wie separate Abbiegespuren aus der Tangstedter Chaussee in die Hauptstraße.

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